Covid-19

Coronavirus-Ausbruch in Emsdetten: Mitarbeiter brechen Quarantäne-Regeln

Nach dem Corona-Ausbruch beim Geflügelbetrieb in Emsdetten wird die Lage ernst: Die Zahl der Infektionen ist angestiegen. An die Quarantäne-Verordnung scheint sich jedoch nicht jeder zu halten.

Update: 30. September. Der Ausbruch des Coronavirus beim Fleischverarbeiter Allfrisch in Emsdetten hat für die Region große Folgen. 55 Arbeiter des Betriebs wurden bislang positiv auf das Coronavirus getestet. Alle Mitarbeiter des Unternehmens im Kreis Steinfurt befinden sich seit einigen Tagen in Quarantäne.

Diese Verordnung scheint jedoch nicht von allen umgesetzt zu werden. Wie Radio RST berichtet, hätten Zeugen der Stadt Emsdetten gemeldet, dass einige Mitarbeiter des Geflügelverarbeiters trotz Quarantäne immer wieder ihre Häuser verlassen hätten. Jetzt will der Sicherheitsdienst die Gebäude kontrollieren.

Die Stadt erwägt zudem, die Polizei im Kampf gegen die Missachtung der Quarantäne-Regeln einzusetzen. „Das sind sicherlich keine besonders schönen Maßnahmen. Aber Nichtstun ist einfach keine Option", erklärte Georg Moenikes, Bürgermeister von Emsdetten. Erst vor Kurzem haben Bund und Länder beschlossen, Verstöße gegen die Quarantäne mit höheren Bußgeldern zu belegen. Im gesamten Kreis Steinfurt sind derzeit 149 Personen mit dem Coronavirus infiziert.

Coronavirus in Emsdetten: Lage spitzt sich zu

Update: 28. September. Der Kreis Steinfurt kann auch weiterhin keine positiven Nachrichten übermitteln. Die Lage nach dem Coronavirus-Ausbruch beim Geflügelbetrieb Allfrisch in Emsdetten spitzt sich weiter zu. Seit vergangenem Mittwoch (23. September) wurden 55 Infektionen vermeldet. Bislang wurden 335 Personen im Zusammenhang mit dem Ausbruch beim Fleischverarbeiter getestet.

Von den 55 Infizierten leben 22 in Emsdetten und 23 in Rheine – die anderen verteilen sich auf die restlichen Kommunen im Kreis Steinfurt. Die Kreisverwaltung hat nun weitere Maßnahmen ergriffen, um das Ausbreiten des Coronavirus in der Region einzudämmen. So wurden zwei Häuser in Emsdetten, in denen mehrere infizierte Allfrisch-Mitarbeiter leben, umzäunt. Dabei soll vor allem die Situation visualisiert werden, so eine Kreissprecherin.

Zudem wurde beschlossen, das Fieberlazarett in Laer (Kreis Steinfurt) zu reaktivieren. Ab dem heutigen Montag (28. September) können Infizierte aufgenommen werden und dort ihre Quarantänezeit verbringen. Dabei werden sie von Ehrenamtlichen der Hilfsorganisationen versorgt. Der Betrieb in Emsdetten steht momentan still. Einzig „nicht aufzuschiebende Tätigkeiten“ wie im Bereich der Verwaltung werden derzeit im Rahmen einer Arbeitsquarantäne erledigt. Derweil geht die Suche nach dem Ursprung des Corona-Ausbruchs weiter.

Wie die Dülmener Zeitung berichtet, gebe es laut Bürgermeister Georg Moenikes eindeutige Zeichen dafür, dass viele Leiharbeiter der Firma Allfrisch eine private Großhochzeit sowie eine Beerdigung besucht und somit für den Ausbruch des Coronavirus in Emsdetten gesorgt haben

Laut einer aktuellen Studie kann eine Corona-Infektion auch zur Unfruchtbarkeit führen.

Coronavirus in Emsdetten: Stadt bietet kostenlose Tests an

Update: 25. September. Der Ausbruch des Coronavirus in einem Geflügelbetrieb in Emsdetten beschäftigt die Region im Münsterland weiterhin. Der Kreis Steinfurt versucht mit allen Mitteln, weitere Infektionen einzudämmen und einen möglichen Lockdown zu vermeiden.

Daher bietet der Kreis Steinfurt allen Personen, die sich im Zeitraum vom 18. bis 24. September für mehr als 30 Minuten auf dem Betriebsgelände der Firma Allfrisch (Hollefeldstraße 14) in Emsdetten aufgehalten haben, eine kostenlosen Coronavirus-Test an. Die Möglichkeit dazu besteht noch bis zum kommenden Dienstag (29. September) um 16.30 Uhr. Betroffene Personen sollten sich im Vorfeld für den Corona-Test telefonisch anmelden (0 25 51/69 59 25). 

Emsdetten: Corona-Ausbruch im Fleischbetrieb

Erstmeldung: 24. September. Emsdetten – Mindestens 26 von 300 Beschäftigten eines Fleischbetriebs in Emsdetten (Kreis Steinfurt) haben sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2* infiziert. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter des Unternehmens Allfrisch GmbH, das täglich bis zu 20.000 Puten zerlegt. Über den Fall berichtet msl24.de*.

OrtEmsdetten
Einwohner35.668 (2014)
KreisSteinfurt

Corona-Ausbruch in Emsdetten: Kreis Steinfurt vermutet weitere Infektionen

Der Betrieb beschäftigt hauptsächlich Arbeiter aus Osteuropa, wie auch bei Tönnies im Kreis Gütersloh, bei dessen Betrieb es vor wenigen Wochen ebenfalls einen Coronavirus-Ausbruch gegeben hatte*. Am Mittwoch (23. September) wurde zum Coronavirus-Ausbruch vom Krisenstab des Kreises Steinfurt, Georg Moenikes (Bürgermeister von Emsdetten) und Vertretern des betroffenen Unternehmens eine Pressekonferenz einberufen.

Der Kreis Steinfurt vermutet, dass die Zahl der Coronavirus-Infektionen in dem Fleischbetrieb noch steigen wird. „Unsere Ermittler arbeiten mit Hochdruck“, hieß es Seitens der Sprecherin des Kreises. Problematisch sei es im Hinblick auf die Nachverfolgung, dass die Arbeiter in 13 verschiedenen Kommunen im Kreis Steinfurt lebten. 14 der 26 bislang Infizierten wohnen in Emsdetten. Für den kommenden Freitag (25. September) sei ein Corona-Massentest geplant. Erste Tests der Fleischzerleger habe es bereits am Montag (21. September) gegeben.

20.000 Puten werden in dem Emsdettener Betrieb täglich geschlachtet. (Symbolbild)

Lockdown nach Ausbruch in Emsdetten? Kreis Steinfurt will diesen verhindern

Es werde zudem geprüft, ob die betroffenen Personen aus dem Kreis Steinfurt Kinder haben und in welche Kita oder Schule sie gehen. „Wir tun alles, was uns möglich ist, um das Infektionsgeschehen einzudämmen und um eine Ausbreitung auf Kitas und Schulen zu verhindern“, sagt Emsdettens Bürgermeister Georg Moenikes weiter.

Ob der Fleischbetrieb in Emsdetten stillgelegt wird oder seine Arbeit fortführt, ist derzeit noch ungewiss. Der Kreis Steinfurt rechnet damit, dass zunächst mehrere Hundert Personen in Quarantäne geschickt werden müssen. Für die Region im nördlichen Münsterland* gebe es jetzt nur ein großes Ziel: Es müsse alles daran gesetzt werden, einen Lockdown zu verhindern. Am Donnerstagmorgen (24. September) soll es eine Begehung des Betriebes geben. Danach könne entschieden werden, ob das Unternehmen seine Arbeit fortsetzen kann oder nicht. (*msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

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