Europameisterschaft

EM 2021: Regenbogen-Flitzer bei Deutschland-Ungarn ist Schüler aus NRW – und politisch hochaktiv

Plötzlich kennt ihn ganz Deutschland: den EM-Flitzer mit der Regenbogen-Fahne. Der junge Mann aus NRW ist politisch hochaktiv - und muss jetzt mit einer empfindlichen Strafe rechnen.

Dortmund/Frechen/München - Aktuell sind sie überall zu sehen: Regenbogen-Flaggen als Zeichen der Solidarität mit der LGBTQ+ Szene. Ob Rathäuser, Zechen oder Sparkassen-Gebäude: Nachdem die UEFA im letzten Gruppenspiel der EM verboten hatte, dass die Münchner Allianz Arena beim Spiel Deutschland-Ungarn in Regenbogenfarben strahlt, leuchtete das ganze Land in diesen Farben und vielerorts schwenkten Menschen Regenbogen-Flaggen.

Doch in Erinnerung blieb vor allem einer, einer aus NRW: Finn-Luca, der Flitzer aus Frechen bei Köln.

EMUEFA-Fußball-Europameisterschaft
SpielDeutschland-Ungarn am 23. Juni 2021
Endstand 2 - 2

EM: Regenbogen-Flitzer in München stammt aus NRW

Mit seiner Aktion vor dem EM-Spiel in München begeisterte der Schüler aus NRW nahezu ganz Deutschland: In sozialen Netzwerken und auch ganz real im Stadion applaudierten die Menschen dem mutigen jungen Mann zu, als er mit Regenbogenflagge „bewaffnet“ über das Spielfeld flitzte.

Doch wer ist der Typ, der Viktor Orban mit dieser beherzten Aktion mokierte und ganz nebenbei eine recht empfindliche Strafe riskierte? Wie RTL.de berichtet, ist der 18-jährige Gesamtschüler ein meinungsstarker junger Mann, der sich gern mit politischen Themen auseinandersetzt. Bereits zwei Mal soll er den Wettbewerb „Jugend debattiert“ gewonnen haben.

Regenbogen-Flitzer bei EM aus NRW - Schüler aus Frechen gilt als Meinungsstark

Meinungsstärke bewies der junge Mann auch am Mittwoch (23. Juni) vor dem EM-Spiel. Ausgerechnet als die ungarische Nationalhymne gespielt wird, stürmte Finn-Luca mit seiner Regenbogenflagge los. Er lief, von den Spielern selbst zunächst unbemerkt, an den aufgereihten Fußballern vorbei und positionierte sich direkt vor ihnen. Erst dann fingen Ordner den Flitzer aus NRW ein (mehr News aus NRW auf RUHR24).

Auch das Fußballmuseum in Dortmund erstrahlte am Spieltag in Regenbogenfarben.

Wie auch die vielen anderen Proteste, die auf das Verbot der UEFA folgten, wollte der Frechener offenbar deutlich zeigen, dass das umstrittene Gesetz zum Verbot von LGBTQ-Inhalten von Ungarns Ministerpräsident Orban – welches vom ungarischen Parlament gebilligt wurde – für ihn so nicht in Ordnung ist. Das Gesetz schränkt die Informationsrechte von Jugendlichen im Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität stark ein.

Flitzer bei der EM: Fans sammeln Spenden für jungen Mann aus NRW

Doch auch wenn der 18-Jährige aus NRW mit seiner Botschaft gegen Homophobie für die „gute Sache“ flitzen ging, bleibt er von einer Strafe offenbar nicht verschont. Während Manuel Neuer, der bei der EM mit einer Kapitänsbinde in Regenbogenfarben auf dem Spielfeld stand, von einer Strafe verschont bleiben wird, könnte Finn-Luca eine hohe Geldstrafe erwarten.

Doch darauf bleibt der mutige Flitzer vermutlich nicht sitzen. Wie T-Online berichtet, haben Fans auf der Spendenplattform GoFundMe bereits eine Aktion gestartet, um Spenden für die zu erwartende Strafe ihres „Lieblingsflitzers“ zu sammeln.

„Nach dieser großartigen Aktion des Regenbogenflitzers beim Deutschland-Spiel erwartet ihn eine Geldstrafe von bisher unklarer Höhe. Wir bitten jede Person, die es sich leisten kann, um eine kleine Spende, damit der junge Mann die Kosten nicht alleine tragen muss“, heißt es dazu auf der Spenden-Seite. Insgesamt wurden bisher 5.426 Euro gesammelt (Stand 25. Juni) – vermutlich genug, um die Strafe des jungen NRWlers zu zahlen.

Rubriklistenbild: © Alexander Hassenstein/afp