Grafik zeigt Unterschiede

Menschen im Ruhrgebiet verdienen weniger als NRW-Schnitt von 1900 Euro

Im Durchschnitt haben Menschen in NRW im Jahr 2020 über 23.000 Euro verdient. In Städten im Ruhrgebiet steht ihnen oft weniger Geld zur Verfügung.

Dortmund – Durchschnittlich lag das verfügbare Einkommen im Jahr 2022 in Nordrhein-Westfalen bei 23.201 Euro. Das Statistische Bundesamt „Information und Technik Nordrhein-Westfalen“ hat die Einkommen in NRW untersucht. Die Zahlen zeigen deutliche Unterschiede zwischen wohlhabenderen und ärmeren Städten und Kreisen.

StatistikDurchschnittliches verfügbares Einkommen je Einwohner in NRW
Jahr2020
Erhebung durchInformation und Technik Nordrhein-Westfalen
Höchste EinkommenSchalksmühle (34.687 Euro), Meerbusch (34.210 Euro) und Herdecke (31.778 Euro)

Durchschnittlich am meisten Geld haben in NRW Einwohner von Schalksmühle im Märkischen Kreis

Am meisten Geld stand 2022 durchschnittlich Einwohnern von Schalksmühle im Märkischen Kreis zur Verfügung – 34.687 Euro. Am wenigsten Geld pro Kopf gab es in Kranenburg im Kreis Kleve nahe der niederländischen Grenze (17.800 Euro) und in Gelsenkirchen (17.635 Euro). Das ist im Vergleich zu Schalksmühle fast die Hälfte.

Was sagen diese Zahlen aus? Die Statistiken beziehen sich auf das verfügbare Einkommen. Das bedeutet, wie viel Geld einer Person nach dem Abzug von Steuern und Sozialabgaben und dem Erhalten von Sozialleistungen wie Hartz IV noch zur Verfügung stehen.

Statistik zu Einkommen in NRW: Was bedeutet der Wert pro Kopf?

Es geht also um das Geld, über das Bürger frei für sich bestimmen können. Diese Summe wurde von allen Einwohnern der jeweiligen Kommunen zusammengerechnet und durch die Anzahl der Einwohner geteilt, um einen Pro-Kopf-Wert zu erhalten.

In Köln gab zum Beispiel eine Gesamtsumme von 25,7 Milliarden Euro Einkommen. Geteilt durch die Einwohner (rund 1,1 Millionen) kommt jeder auf 23.703 Euro.

Einkommen in NRW: Menschen in Schalksmühle haben das meiste Geld

Es bedeutet also nicht zwangsläufig, dass in Schalksmühle alle Einwohner besonders wohlhabend sind. Insbesondere in kleineren Kreisen, Städten und Gemeinden können kleine Personenguppen wegen den geringeren Einwohnerzahlen die Statistik stark beeinflussen.

Aber wäre das Einkommen in den Städten in NRW auf ihre Einwohner gleichmäßig verteilt, so hätten die Menschen in Schalksmühle das meiste Geld. Der Wert gilt deshalb als ein Indikator für die finanzielle Lage der Menschen.

Geringes Einkommen in Metropolen des Ruhrgebiets

Die Städte und Kreise im Ruhrgebiet schneiden beim verfügbaren Gehalt vergleichsweise schlecht ab. Neben Gelsenkirchen liegen zum Beispiel auch Duisburg, Oberhausen und Hamm unter der 20.000-Euro-Marke. So fällt das Ruhrgebiet mit deutlich helleren Farben in der Grafik ins Auge. Hier sind Menschen finanziell also tendenziell schlechter aufgestellt.

Außerdem unter dem NRW-Durchschnitt beim verfügbaren Einkommen liegen unter anderem diese Städte im Ruhrgebiet:

  • Dortmund (20.363)
  • Bochum (21.152)
  • Castrop-Rauxel (21.353)
  • Bottrop (21.486)

Das ist brisant, weil Menschen in anderen Kreisen und kreisfreien Städte durchschnittlich mehr als das Doppelte verdienen, wie in den Ruhrgebietsmetropolen (mehr News aus dem Ruhrgebiet bei RUHR24). Regional unterschiedliche Preise wurden jedoch nicht berücksichtigt.

Veränderungen beim Einkommen im Vergleich zu 2019

Insgesamt lag das verfügbare Einkommen im Jahr 2020 in Nordrhein-Westfalen bei rund 416,1 Milliarden Euro. Das sind pro Person 263 Euro mehr als im Jahr zuvor.

Im Vergleich zu 2019 gab es insbesondere in Gelsenkirchen (+3,4 Prozent) und Monheim im Kreis Mettmann (+3,1 Prozent) einen Anstieg beim durchschnittlichen Einkommen. In der die Statistik anführenden Gemeinde Schalksmühle ist es dagegen um drei Prozent gesunken. Auch hier sind Veränderungen wegen kleinerer Einwohnerzahlen wahrscheinlicher.

Rubriklistenbild: © Eibner/Imago; Florian Forth/RUHR24; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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