Energiekrise

Vor Weihnachten: Drohen kürzere Öffnungszeiten in NRW-Einkaufszentren?

Die Energiekrise trifft auch etliche Einkaufszentren in NRW. Die Shopping-Center müssen ebenfalls Strom und Gas einsparen. Welche Folgen hat das für Kunden?

Köln – In den letzten Wochen des Jahres sind viele Menschen nicht nur auf einem der Weihnachtsmärkte in NRW unterwegs, sondern auch mit der Beschaffung von Geschenken für Freunde und Familie beschäftigt. Auch aufgrund der Temperaturen treibt es dabei viele in eines der etlichen Einkaufszentren. Doch auch diese bleiben von der Energiekrise nicht verschont, weshalb Kunden sich derzeit auf einige Einschränkungen einstellen müssen. Auch kürzere Öffnungszeiten, wie in anderen Branchen? 24RHEIN hat bei einigen Einkaufszentren in NRW nachgefragt.

Einkaufszentren in NRW: Betreiber schließt kürzere Öffnungszeiten nicht aus

Die Köln Arcaden und viele weitere Einkaufszentren in NRW haben bereits Energiesparmaßnahmen umgesetzt. (IDZRW-Montage)

Auch die Einkaufszentren in NRW müssen Strom und Gas einsparen, jedoch führt das bisher noch nicht zu drastischeren Einschnitten für Kundinnen und Kunden. Aktuell plant keines der größeren Einkaufszentren in NRW seine Öffnungszeiten übers Weihnachtsgeschäft einzuschränken. „Die derzeit gültigen Zeiten werden jedoch auch im kommenden Weihnachtsgeschäft Bestand haben“, sagte unter anderem ein Sprecher der ECE Group gegenüber 24RHEIN.

ECE schließt jedoch mittelfristig nicht komplett aus, dass die Öffnungszeiten verkürzt werden könnten. Etwaige „Anpassung von Mindestöffnungszeiten“ können sehr standortspezifisch erfolgen, erklärt der Unternehmenssprecher. ECE ist Inhaber von dutzenden Einkaufscentern in ganz Deutschland. In NRW gehören dazu unter anderem das Rhein-Ruhr Zentrum in Mülheim/Ruhr, der Limbecker Platz in Essen, der Hürth Park oder auch das Rhein-Center in Köln-Weiden.

Abseits der Öffnungszeiten werden derzeit „in allen Centern eine Vielzahl von individuellen Maßnahmen“ zum Energiesparen umgesetzt, erklärte der ECE-Sprecher. Unter anderem sind die Parkebenen „nur nutzungsabhängig geöffnet und beleuchtet“ und die „Schaltzeiten von Licht und Fördertechniken“ wie zum Beispiel Rollstuhltreppen wurden angepasst. ECE gibt gleichzeitig aber Entwarnung für Shopping-Fans: In all den von der Gruppe betriebenen Shoppingcentern „bestehen keinerlei ‚Einschränkungen‘ im Einkaufserlebnis unserer Besucher*innen“.

NRW: Centro- und RuhrPark-Betreiber setzt einige Energiesparmaßnahmen um

Unibail-Rodamco-Westfield, ein weiterer großer Einkaufszentrums-Betreiber in NRW, hat ebenfalls einige Energiesparmaßnahmen eingeführt. So gelten unter anderem im CentrO Oberhausen, Ruhr-Park Bochum oder Düsseldorf Arcaden derzeit folgende Einschränkungen:

Beleuchtung

► Die Parkhausbeleuchtung wird auf das notwendige Maß reduziert

► Außenbeleuchtung und Außenwerbeanlagen sind nur noch dämmerungsabhängig und mit verkürzter Laufzeit eingeschaltet

► Die allgemeine Beleuchtung in den Centern wurde reduziert – insbesondere während der Schließzeiten

Klimatisierung, Heizung, Sanitär

► In Abhängigkeit von der Außentemperatur werden – zusätzlich zur Gebäudeleittechnik – Lüftung, Heizung und Kühlung manuell geregelt

► Reduktion der Kühlleistung – vor allem in nicht genutzten Bereichen

► Späteres Einschalten und früheres Ausschalten der Kältemaschinen und Lüftungsanlagen

► Absenkung der Solltemperatur im Winter

► Absenkung der Warmwasserheizung

Rolltreppen und Aufzüge

► Rolltreppenbetrieb wird so kurz wie möglich gehalten

► Spätestens 20 Minuten nach Ladenschluss werden die Rolltreppen außer Betrieb genommen

Einkaufszentren in NRW: So sparen Köln Arcaden, Wicküler City und Bero-Zentrum Energie

  • Köln Arcaden: Als Teil von Unibail-Rodamco-Westfield sparen auch die Köln Arcaden in Kalk Strom und Gas ein. „Die Köln Arcaden haben umfangreiche Maßnahmen getroffen, um Energie einzusparen. So wurde beispielsweise die Parkhaus- und Centerbeleuchtung reduziert, die Laufzeiten von Rolltreppen angepasst und in Abhängigkeit von der Außentemperatur die Lüftung, Heizung sowie Kühlung reguliert“, sagte ein Sprecher gegenüber 24RHEIN.
  • Wicküler City: Das Einkaufszentrum in Wuppertal hat „einige Sofortmaßnahmen eingeleitet, die das Einkaufserlebnis für die Kunden der Wicküler City nicht schmälern, aber gleichzeitig den Energieverbrauch nochmals senken“, sagte ein Sprecher zu 24RHEIN. Derzeit würde das Center auf die Beleuchtung von Werbetafeln verzichten und man möchte in diesem Jahr auch keine Weihnachtsbeleuchtung installieren. „Die Beheizung der Ladenflächen ist auf 19 Grad begrenzt bzw. im Bereich der Allgemeinflächen wird ganz darauf verzichtet“, sagte der Sprecher zu weiteren Maßnahmen.
  • Bero-Zentrum: Das Einkaufszentrum in Oberhausen will derweil nicht auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichten. Das sei „in der ohnehin schon dunklen Jahreszeit keine angemessene Lösung“, sagte ein Sprecher zu 24RHEIN. Aber dafür würde das Bero-Zentrum dort sparen, „wo es sinnvoll ist“. Somit wird die Weihnachtsbeleuchtung innen nur noch von 16 bis 20 Uhr und die Weihnachtsbeleuchtung außen von 16 bis 22 Uhr eingeschaltet sein. In den Vorjahren waren alle Lichter ganztägig aktiviert. Auch die großen Parkplatzleuchten am Eingang Nord und die Gebäudebeleuchtung entlang der Concordiastraße wurden „in ihren Betriebszeiten deutlich minimiert“. Zuletzt wurde die Durchschnittstemperatur im Einkaufszentrum „im Schnitt um 2 Grad gesenkt“.

Die Energiekrise führt gerade im Shopping- und Freizeit-Bereich derzeit teils zu deutlich spürbaren Einschränkungen für Kundinnen und Kunden. Einige NRW-Bäckereien sowie Thermen und Saunen haben ihre Öffnungszeiten gekürzt und bei manchen Gartencentern und Baumärkten drohen im Winter sogar Schließungen. (os)

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