"Einkauf aktuell": Der Deutschen Post droht Klage wegen Plastikmüll!

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Eine Gratis-Werbezeitung "Einkauf Aktuell" der Post steckt in einem Briefkasten. Wegen des in Plastik eingeschweißten Werbemagazins "Einkauf aktuell" der Post bereitet eine Bürgerinitiative nun Klagen gegen den Konzern vor. Die Initiative Letzte Werbung kritisiert, dass Haushalte die wöchentliche Wurfsendung auch dann bekommen, wenn sie dem Erhalt schriftlich widersprochen haben. Foto: Oliver Berg/dpa

Einmal die Woche landet "Einkauf aktuell" in den deutschen Breifkästen. Die Werbung kommt in einer Plastikhülle - das kritisiert eine Bonner Initiative.

"Einkauf aktuell" von der Deutschen Post landet einmal in der Woche in den Briefkästen der Deutschen. Das Problem: Die Werbung kommt in einer Plastikhülle - das wird von einer Bonner Initiative scharf kritisiert.

  • Die Initative will wegen der Plastikhüllen bei "Einkauf aktuell" gegen die Post klagen.
  • Dem Erhalt der Werbezeitung kann man nicht widersprechen.
  • Die Post wehrt sich gegen die Vorwürfe.

In 20 Millionen Briefkästen liegt jede Woche die "Einkauf aktuell" - eine Werbezeitung, eingeschweißt in Plastik. Die Bürgerinitiative "Letzte Werbung" wehrt sich dagegen: "Einkauf aktuell", so die Initiative, verteile damit eine Milliarde Plastikverpackungen pro Jahr und große Mengen Altpapier. Insgesamt 33 Kilogramm dieser Werbezeitung landen jährlich in einem einzigen Briefkasten.

"Einkauf aktuell" liegt jede Woche in 20 Millionen Briefkästen

Den Plastikmüll in den eigenen Briefkästen kann man zudem nur schwer verhindern. Katharina Wallmann, Sprecherin von "Letzte Werbung", schreibt gegenüber der dpa: Die Post habe keinen Widerspruch akzeptiert.

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Obwohl sie das Unternehmen schriftlich bat, ihr die "Einkauf aktuell" nicht mehr zu schicken, landete jede Woche wieder die Werbezeitung in ihrem Briefkasten. "Sie (die Post) bietet auch keinen alternativen Weg, um sich von der unerwünschten Plastikpost abzumelden", kritisiert Wallmann. "Wir sehen uns daher gezwungen, den rechtlichen Weg zu gehen."

Die Post kann den Protest von "Letzte Werbung" nicht nachvollziehen. Die Annahme der Initiative, dass die meisten Menschen die Werbesendung gar nicht haben wollen, sei "schlichtweg falsch". Außerdem reiche ein einfacher "Keine Werbung" Aufkleber am Briefkasten, um der "Einkauf aktuell" zu widersprechen.

Post rechtfertigt Plastikhülle um "Einkauf aktuell"

Schriftliche Widersprüche könne man nicht berücksichtigen, weil es bei der riesigen Menge an Exemplaren nicht möglich sei, eine Namensliste zu erstellen. Das teilte die Post der Welt am Sonntag mit.

Auch der Verantwortung gegenüber der Umwelt sei man sich bewusst, betont der Konzern. Die Plastikhüllen würden deshalb stetig dünner werden und das Papier immer umweltfreundlicher.

Doch der Initiative aus Bonn reicht das nicht. Sie will nun 10 Personen auswählen, die trotz Widerspruch "Einkauf aktuell" bekommen und eine Klage einreichen möchten. Laut der Welt am Sonntag geht es es der Initiative um ein Grundsatzurteil.

Plastikmüll ist eine der größten Bedrohungen für Meerestiere. Erst im April verendete ein Wal mit dem Magen voller Plastik auf Sardinien. Konzerne wie Aldi, dm und Rossmann sagte dem Plastikmüll bereits den Kampf an. Auch die Jüngsten steigen in den Umweltkampf ein: Zwei Kinder starteten eine Petition gegen Plastik in den Happy Meals von McDonald's und Burger King. Mit dpa-Material.