Gift-Raupe ist zurück

Eichenprozessionsspinner: Mit diesen Waffen kämpft NRW gegen eine erneute Plage

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners breitet sich in NRW aus.
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Die Raupe des Eichenprozessionsspinners breitet sich in NRW aus.

Der Eichenprozessionsspinner sorgte im vergangenen Jahr für große Aufruhr in NRW. Nun bereiten sich die Städte für 2020 auf eine erneute Plage vor.

  • Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in NRW aus.
  • Direkter Kontakt mit der Raupe kann für Menschen äußerst gefährlich sein.
  • Viele Städte reagieren nun auf die erneute Plage und präsentieren teils unterschiedliche Maßnahmen. 

NRW - Der Eichenprozessionsspinner ist wieder da. Vielerorts sind die giftigen Raupen bereits geschlüpft und machen es sich in unseren Parks gemütlich. Doch in diesem Jahr scheinen die Städte NRW besser auf den Kampf gegen die Insekten vorbereitet zu sein, wie RUHR24.de* berichtet.

Eichenprozessionsspinner in NRW: Düstere Prognosen bestätigen sich

Einige Experten hatten vor Kurzem bereits düstere Prognosen für 2020 abgegeben, nun scheinen diese tatsächlich einzutreffen. Der Eichenprozessionsspinner ist zurück und in diesem Jahr sogar deutlich früher als in der Vergangenheit.

NABU-Insektenkundler Karl-Heinz Jelinek (68) erklärte gegenüber Bild.de: "Der milde Winter hat ihnen sicher nicht geschadet. Wichtig ist, wie sich das Wetter in den kommenden Wochen entwickelt." Die Spinner mögen es trocken und warm. Nur Dauerregen könnte sie noch aufhalten.

NRW: Städte sagen Eichenprozessionsspinner den Kampf an

Doch in NRW möchte man nichts dem Zufall überlassen. Der Eichenprozessionsspinner ist gefährlich. Besonders die Brennhärchen der Raupe können bei Menschen heftige allergische Reaktionen auslösen. Durch kleine Widerhaken setzen sich die Haare leicht an Kleidung, Schuhen, aber auch der Haut fest. Durch den Kontakt entwickeln sich auf der Haut Knötchen oder kleinere Entzündungen und zudem ein Juckreiz.

Daher haben die Städte nun reagiert. Viele von ihnen setzten auf ein Wasser-Gel-Gemisch mit 500 Millionen winzigen Fadenwürmern, die in die Raupen eindringen und sie nach wenigen Tagen töten. Im Ruhrgebiet wird dieses Gemisch von Spezialfirmen hergestellt und letztlich auf die betroffenen Eichen gesprüht.

Zahlreiche Eichen werden derzeit besprüht, um die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners einzudämmen. 

Eichenprozessionsspinner: Biozide sollen Raupen frühzeitig stoppen

Diese Methode sorgt jedoch bei vielen Umweltschützern für Kritik, da auch Raupen gefährdeter Schmetterlinge sterben. Im östlichen Ruhrgebiet wird daher auf eine andere Methode vertraut. 

Straßen.NRW besprüht dort Bäume mit Bioziden, welche die Raupen töten sollen, bevor sie ihre gefährlichen Brennhaare entwickeln. 

Eichenprozessionsspinner: Dortmund installiert 210 Nistkästen

Zusätzlich haben mehrere Landesbetriebe Meisen-Nistkästen aufgehängt, um die Raupen-Population klein zu halten. In Dortmund hängen im Zoo und im Hoeschpark insgesamt 210 Nistkästen. Darüber hinaus kommen auch Lebendfallen zum Einsatz. 

Um die Bürgerinnen und Bürger in Dortmund zu warnen hat die Stadt außerdem temporäre Info- und Warnschilder an Parks, Grünanlagen, Friedhöfen und Wäldern aufgestellt. Kreise wie Wesel und Kleve besprühen dagegen mehr als 3000 Eichen per Hubschrauber mit Bakterien

NRW: Kampf gegen Eichenprozessionsspinner wird teuer

Die Mittel im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner sind dieses Jahr äußerst vielfältig. Klar scheint, dass niemand die Gefahr der Raupe mehr unterschätzt. Eine Plage wie im vergangenen Jahr soll vermieden werden. Doch schätzungsweise bis August müssen die Städte ihre Maßnahmen aufrechterhalten. Jedoch haben diese Maßnahmen auch ihren Preis.

Wie Bild.de berichtet, investiert Straßen.NRW in die Frühmaßnahmen im Ruhrgebiet etwa 115.000 Euro. Gelsenkirchen zahlte 2019 etwa 190.000 Euro, Duisburg 151.000 Euro, Dortmund 160.000 Euro. Die Städte rechnen 2020 mit ähnlichen Kosten, einige stellen für den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner sogar mehr Geld bereit. Auch in Gütersloh fragen sich die Anwohner, ob der Eichenprozessionsspinner zurück ist, wie owl24.de* berichtet.

kema

*RUHR24.de und owl24.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.