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Er ist klein, haarig und ganz schön fies: der Eichenprozessionsspinner. Die Härchen der Schmetterlings-Raupe sind gefürchtet, weil sie Haut und Atemwege reizen. Für den Kampf gegen das Tier gibt es von Naturschützern aber Kritik.

Jahr für Jahr sorgt der Eichenprozessionsspinner für Aufregung.
Er befällt Eichen und kann durch seine giftigen Härchen auch für Menschen gefährlich werden. Gefährlich sind die Brennhaare, die ältere Raupen bilden.

Typische Symptome nach Kontakt sind laut Gesundheitsministerium Haut- oder Atemwegsreizungen sowie Bindehautentzündungen. In vielen Fällen tauche Fieber und Schwindel auf, sehr selten seien allergische Schockreaktionen.

Härchen fliegen mehrere Meter weit

Da die Härchen problemlos mehrere Meter durch die Luft fliegen können, sollte man ausreichend Abstand zu befallenen Bäumen einhalten und die kleinen Raupen nicht anfassen, warnen die Fachleute von Wald und Holz. Wie ihr euch vor gefährlichen und unangenehmen Begegnungen mit der Raupe schützt, lest ihr hier.

Die im Ruhrgebiet Städte rücken jetzt vorsorglich mit der Chemiekeule gegen das Insekt aus. Auch der Landesbetrieb Straßen.NRW hat dem Eichenprozessionsspinner den Kampf angesagt. Etwa auf der A31.

Die Raupen der Eichenprozessionsspinner sind nicht ungefährlich für den Menschen. Foto: dpa

Denn auf dem „Friesenspieß“, wie die Autobahn im Volksmund genannt wird, drohen Eichen befallen zu werden. Zwischen Bottrop und dem Münsterland besprüht Straßen.NRW deshalb die Bäume mit einem Bakterium. Es tötet die Tiere, wenn sie die Blätter fressen.

Sprühfahrzeuge, die mit Schrittgeschwindigkeit von frühmorgens bis in die Abendstunden unterwegs sind, werden für den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner eingesetzt. Hierfür muss jeweils der rechte Fahrstreifen gesperrt werden. Im zweistreifigen Bereich ist mit Stau zu rechnen, warnt Straßen.NRW.

Münster will 1000 Bäume einsprühen

Das Landesgesundheitsministerium vermutet unterdessen, dass der Larvenbefall regional größer sein könnte als im Vorjahr. Zahlreiche Kommunen setzen deshalb auf Prävention. Münster etwa will 1000 Bäume mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel behandeln, Oberhausen und Ahaus haben Ähnliches vor.

Doch es gibt Kritik – und zwar von Naturschützern. Sie fürchten, dass die Gifte auch anderen Raupen und Insekten schaden könnten. Stattdessen solle man laut BUND NRW Raupengespinste absammeln, aufsaugen oder abflammen.

Die Stadt Dortmund etwa ließ 2018 die Tiere von Bäumen absaugen, die sich in einem Park im Norden der Stadt breit machten. Sogar Konzerte im Park mussten dafür abgeblasen werden.

Absaugen ist aufwendig

Doch das Absaugen ist aufwändiger als der Einsatz von Bioziden. Und: Das Tier breitet sich seit Jahren aus, was die Sache mit dem Absammeln noch schwieriger macht.

Bei einem Fall in Iserlohn löste die Feuerwehr das Problem auf ihre Weise. Mit Gasbrennern und unter Atemschutz machten sie kurzen Prozess mit den Nestern.

Aktuelle Top-Themen:

Zunächst im linksrheinische Tiefland und im westliche Münsterland präsent, habe der Spinner sich weiter nach Osten und Südwesten ausgebreitet, heißt es vom Landesbetrieb Wald- und Holz. Jetzt haben also auch weitere Teile NRWs ihren Spaß mit dem Eichenprozessionsspinner. mit dpa-Material

In Dortmund sperrte die Stadt am 4. Juni das Naherholungsgebiet Fredenbaumpark.