Was tun? Raupe kehrt 2020 zurück

Der Eichenprozessionsspinner ist bald wieder da - Experten haben düstere Prognose

Nachdem die Raupe des Eichenprozessionsspinners schon im vergangenen Jahr für Probleme in NRW gesorgt hat, wappnet sich das Land nun für eine Plage in 2020.

  • NRW bereitet sich auf die Nächste Plage durch den Eichenprozessionsspinner vor.
  • Land und Kommunen wollen an einem Strang ziehen.
  • Experten geben eine düstere Prognose für die Zukunft.

Düsseldorf - Viele Menschen in NRW werden sich vermutlich noch an den vergangenen Sommer zurückerinnern. Nicht nur wegen des Wetters, sondern wegen der Raupe des Eichenprozessionsspinners. Die kleinen Haare der winzigen Nachkommen aus der Schmetterlingsfamilie sind für den Menschen gefährlich. Sie reizen die Oberhaut und die Schleimhäute und können Knötchen, Quaddeln und eine Hautentzündung verursachen.

Eichenprozessionsspinner: NRW wartet auf die nächste Plage

Dass Nordrhein-Westfalen dem Eichenprozessionsspinner den Kampf angesagt hat, dürfte vielen Menschen im Land gefallen. Auch wenn die Gefahr in 2020 dadurch nicht weniger werden wird. Schon im Frühjahr schlüpfen die Raupen des Nachtfalters. Diese entwickeln ab Mai die gefürchteten Brennhaare. Im vergangenen Jahr mussten Städte wegen dem Eichenprozessionsspinner deshalb ganze Parks und Straßenabschnitte sperren.

Ein Grund für die rasante Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners, gegen den mit Waffen in NRW gekämpft wird, sind auch die Klimaveränderungen im Land. Die zuletzt höheren Temperaturen begünstigen die Vermehrung des Falters. Denn: Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt warme und trockene Standorte, weshalb er häufig auch an Einzelbäumen und Waldrändern im städtischen Umfeld vorkommt.

NRW will in der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an einem Strang ziehen

Das Land und seine Kommunen wollen jetzt an einem Strang ziehen. Sie trafen sich am Mittwoch (4. März) in Düsseldorf, um eine gemeinsame Strategie zu besprechen. In den nächsten Wochen soll, so der Plan, ein Praxisleitfaden entstehen, an den sich die Städte bei Bedarf bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ausrichten können. Im April soll der Leitfaden dann erscheinen. Der Landesbetrieb Straßen.NRW etwa will mit Kohlmeisen und Bioziden gegen den Eichenprozessionsspinner zu Felde ziehen.

Ein Mitarbeiter einer Spezialfirma in einem Schutzanzug saugt die Raupen des Eichenprozessionsspinners mit einem Staubsauger aus einer Eiche ab.

Aber schon jetzt wagen Experten eine düstere Prognose für 2020: "Der Eichenprozessionsspinner wird alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen künftig noch stärker betreffen", wird Richard Borgmann, Bürgermeister der Stadt Lüdinghausen, in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW zitiert. "Denn der Eichenprozessionsspinner macht an den Grenzen einer jeweiligen Kommune nicht halt."

Im Mai und Juni entfalten die Haare des Eichenprozessionsspinners ihre Wirkung

Die ganze "Power" der gefährlichen Brennhaare könnte NRW wohl im Mai und Juni zu spüren bekommen, wenn der Eichenprozessionsspinner auch in Dortmund die mit Widerhaken versehenen Härchen entwickeln. "Im Sommer sind auch am Stamm der befallenen Bäume lange 'Prozessionen' zwischen Nest und Baumkrone sichtbar", beschreibt Dr. Mathias Niesar vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW die kleinen Wanderbewegungen der Raupen.

Doch gegen die Raupen gibt es längst Strategien und Verhaltensweisen. Das Umweltministerium hat schon erste Tipps für Bürger bei Befall durch den Eichenprozessionsspinner parat:

  • von den Raupen, deren Nestern und Häuten fernhalten,
  • im heimischen Garten keine Gegenmaßnahmen auf eigene Faust durchführen,
  • sofern ein Befall im privaten Garten oder Wald zu beobachten ist, sollten Spezialfirmen beauftragt werden,
  • bei Befall sollte das Ordnungsamt der zuständigen Kommune informiert werden, damit die befallenen Stellen von den Kommunen verortet werden können.

Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners reicht in der Regel die mechanische Bekämpfung. Experten nutzen dazu große Spezialsauger, wenn sich die Raupen in den Gespinsten verpuppen und immobil sind. Der Einsatz von Insektiziden ist nur das letzte Mittel der Wahl und sollte auch Spezialisten überlassen werden.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/zb/dpa

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