Veltins-Arena Gelsenkirchen

NRW: „Lebensgefährliches Chaos“ schockiert Konzertbesucherinnen von Ed Sheeran

Zwei Konzertbesucherinnen berichten gegenüber RUHR24 von einem „lebensgefährlichen Chaos“ am Hauptbahnhof Gelsenkirchen nach dem Ed Sheeran-Konzert.

Gelsenkirchen – Ein Heiratsantrag, eine Übernachtung im Fünf-Sterne-Hotel in NRW und ein tolles „Heimspiel“. Über die Konzerte von Ed Sheeran in der Gelsenkirchener Veltins-Arena haben die Medien fast ausschließlich positiv berichtet. Doch jetzt haben zwei Konzertbesucherinnen gegenüber RUHR24 geäußert, dass es besonders bei der Abreise zu einem „lebensbedrohlichen Chaos“ gekommen ist.

Ort Gelsenkirchen Hauptbahnhof
StadtionVeltins-Arena auf Schalke
Konzert Ed Sheeran am Samstag (9. Juli)

Ed Sheeran-Konzert in Gelsenkirchen: Konzertbesucherinnen berichten über Situation am Hauptbahnhof

Die Situation am Hauptbahnhof sei besorgniserregend gewesen. Paula und Stefanie (Namen von der Redaktion geändert) haben das Ed Sheeran-Konzert am Samstag (9. Juli) in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen besucht.

Schon nach dem Ende des Konzerts gegen 22.15 Uhr sei es rund um die Arena in Gelsenkirchen und vor allen Dingen an der Stadtbahn-Station ziemlich voll gewesen. Beide Besucherinnen sagen, dass die Situation aus ihrer Sicht erst am Hauptbahnhof eskaliert sei (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Gegenüber RUHR24 sagt Paula, die in einem Hotel in Essen übernachtet hat, dass der Hauptbahnhof in Gelsenkirchen einfach nur überfüllt gewesen ist. Man habe wenige Polizisten gesehen, die versucht haben, die Situation zu regeln. Doch es seien einfach zu viele Menschen gewesen.

Gelsenkirchen Hauptbahnhof: Ed Sheeran-Konzertbesucherinnen hatten Angst

Das Gefährliche dabei: Die Menschen seien nicht mehr in der Lage gewesen, sich frei zu bewegen. Viele haben jenseits der weißen Markierung am Gleis gestanden. Stefanie berichtet zudem, dass sie Angst hatte, von der Masse zerquetscht zu werden.

Die Konzertbesucherinnen, die nicht nur mit RUHR24, sondern auch untereinander Kontakt hatten, sind wohl in unterschiedlichen Zügen gewesen. Doch beide empfanden ihre Situationen als puren Stress. Leute seien kollabiert oder hätten hyperventiliert. Die Luft sei dünn gewesen. Menschen hätten geweint, seien verzweifelt gewesen.

Paula spricht von einer Panik, die beim Eintreffen des Zuges ausgebrochen ist. Menschen haben versucht, irgendwie in die Waggons zu kommen. Stefanie spricht gar von einer Massenhysterie, der auch einige zum Opfer gefallen sind. Eine Frau sei beispielsweise zwischen Gleis und Zug in die Spalte gestürzt, habe sich verletzt. Wie schwer? Das ist ihr unbekannt.

„Lebensgefährliches Chaos“ am Hauptbahnhof in Gelsenkirchen schockiert Konzertbesucherinnen von Ed Sheeran

Hauptbahnhof Gelsenkirchen: „Nächstes Mal sterben Menschen!“

In den Zügen seien beide Besucherinnen des Ed Sheeran-Konzerts mit anderen ins Gespräch gekommen. Einige haben sich gar an die Loveparade-Katastrophe 2010 in Duisburg erinnert, bei der 21 Menschen starben. Andere wunderten sich über die Situation. Denn eigentlich sei Gelsenkirchen ja an Großveranstaltungen gewohnt.

Paula berichtet, dass sie lange überlegt habe, an die Öffentlichkeit zu gehen. Doch die fast ausschließlich positiven Medienberichte haben sie geärgert. Es müsse sich etwas ändern, sonst sterben nächstes Mal Menschen. Auch Stefanie sagt, dass sowas nicht noch einmal passieren darf.

Ed Sheeran-Konzert: Desaster am Hauptbahnhof – wer ist verantwortlich?

Im Vorfeld des Konzertes am Samstag (9. Juli) haben die Veranstalter die Besucher extra darauf hingewiesen, auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückzugreifen. In Gelsenkirchen, das bestätigte die Polizei gegenüber RUHR24, kam es an allen drei Tagen zu erhöhtem Verkehrsaufkommen auf den Straßen. Die WAZ berichtet, die Bogestra, die die Stadtbahnen in Gelsenkirchen betreibt, sich schon geäußert hat - man habe die Herausforderung dieser drei Großveranstaltungen gemeistert.

Die Deutsche Bahn und die Bundespolizei, die generell an Bahnhöfen eingesetzt ist, haben sich auf eine RUHR24-Anfrage noch nicht geäußert.

Rubriklistenbild: © Matt Crossick/PA Images/Imago; Gottfried Czepluch/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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