Tierhandel

Zoo Zajac wird für Missstände in Tierheim verantwortlich gemacht

Die Zoohandlung Zajac in Duisburg kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen raus. Nun fordert die Tierrechtsorganisation Peta einen Verkaufsstopp.

Duisburg – Nach eigenen Aussagen handelt es sich um das größte Zoofachgeschäft der Welt. Zoo Zajac bietet allerdings nicht nur Tiernahrung und Kratzbäume, sondern auch lebende Tiere. Anders als in vielen Zoogeschäftsketten reicht das Angebot über Fische, Heimchen und Kaninchen hinaus. Bei Zoo Zajac kann man Hunde und Katzen shoppen. Dafür gibt es schon lange viel Kritik.

UnternehmenZoo Zajac
ThemaVerkaufsstopp
OrtDuisburg

Tierheim Duisburg überfüllt – Peta fordert Verkaufsstopp

Nun fordert die Tierschutzorganisation Peta einen Verkaufsstopp für die Tierhandlung in Duisburg. Grund für die Forderung ist die Auslastungslage im Tierheim Duisburg. Die Auffangstation sei überfüllt, weil viele Menschen ihre Vierbeiner wieder loswerden möchten. Ob dies eine direkte Folge der massenhaften Verkäufe bei Zoo Zajac ist, lässt sich nicht sicher feststellen. TV-Star Martin Rütter hat zumindest bereits gegen den Zoohandel gewettert.

Wie Radio Duisburg berichtet, sei die Lage im Duisburger Tierheim Mitte Oktober dramatisch. Viele würden sich ein Haustier nicht mehr leisten können. Aktuell steigen wegen der Energiekrise die Kosten in vielen Lebensbereichen. Auch Tierärzte erhöhen nun ihre Beiträge. Die Folgen bekommen die Tierheime zu spüren und müssen reagieren (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Bei den Katzen wurde zwischenzeitlich schon ein Aufnahmestopp verhängt. Auch für mehr Kaninchen und Vögel ist aktuell kein Platz, wie Peta in einer Mitteilung schreibt. Fundtiere nimmt das Heim weiter auf, weil das mit der Stadt so vereinbart ist, wie Radio Duisburg schreibt. Das Versorgen der Tiere ist teuer. Viele Menschen spenden gleichzeitig weniger, ebenfalls wegen der steigenden Lebensunterhaltungskosten. Das verstärkt die Probleme des Tierheims.

Tierheim findet Verkaufsstopp bei Zoo Zajac nicht sinnvoll – lieber gegen illegalen Handel vorgehen

Dass Peta nun einen Verkaufsstopp bei Zoo Zajac in Duisburg fordert, sieht Tierheimleiter Lutz Kaczmarsch mit gemischten Gefühlen. Gegenüber der WAZ meint er: „Um nicht missverstanden zu werden: Ich bin persönlich grundsätzlich gegen den Verkauf, zum Beispiel von Katzen oder Hundewelpen, in solchen Zoogeschäften. Aber wer dann nicht bei Zoo Zajac kauft, kauft dann eben woanders.“

Zoo Zajac ist nach eigenen Angaben der größte Zoohandel der Welt.

Deshalb fordert er stärker gegen illegalen Welpenhandel und Kofferraumgeschäfte, ins Besondere aus dem Ausland, vorzugehen. Doch, die Forderungen von Peta gehen noch weiter. Im Falle eines Verkaufsstopps solle Zoo Zajac für die verbleibenden Tiere aufkommen und zusätzlich noch eine halbe Million Euro ans Duisburger Tierheim spenden – als Entschädigung.

Peta fordert Verkaufsstopp für Tiere von Zoo Zajac in Duisburg – „billige Ramschware“

„Solange Tierheime an die Belastungsgrenze kommen und den eigenen Betrieb kaum mehr stemmen können, muss der Verkauf fühlender Lebewesen in Zoohandlungen und auf Internetplattformen endlich verboten werden“, so Jana Hoger von Peta. Sie fährt fort:

„Zoo Zajac verkauft Hund, Katze und Maus wie billige Ramschware, während in Tierheimen deutschlandweit über 350.000 Lebewesen auf ein neues Zuhause warten. Wer heute noch ein Tier in einer Zoohandlung kauft, muss sich darüber bewusst sein, die Situation der Tiere in den Heimen zu verschärfen.“ Eine Stellungnahme von Zoo Zajac lässt sich auf der Homepage nicht finden. Hunde kaufen geht allerdings aktuell immer noch.

Zoo Zajac war in der Vergangenheit schon häufiger durch negative Schlagzeilen aufgefallen. Der Vorwurf: Die Tiere stammen oft aus Zuchtanstalten, in denen ein Muttertier viel Nachwuchs bekommt, um diesen wirtschaftlich zu verkaufen. Häufig erwerben Menschen dann die Tiere, scheinbar ohne sich vorher genügend informiert zu haben. So können sie wiederum im Tierheim landen.

Rubriklistenbild: © Gottfried Czepluch/Imago

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