Verwaltung reagiert

Stadt Duisburg warnt nach mehreren Todesfällen jetzt in sechs Sprachen vor böser Gefahr

Die Stadt Duisburg reagiert auf eine tödliche Gefahr im Stadtgebiet. Sie warnt jetzt in gleich sechs Sprachen davor – weil Migranten häufig die einfachsten Regeln nicht kennen würden.

Duisburg – Der furchtbare Badeunfall im Juni, bei dem gleich drei Mädchen im Rhein bei Duisburg-Marxloh ertrunken sind, hat für Bestürzung gesorgt. Die Stadt will mit neuen Schildern nun die Sprachbarriere einiger Besucher und Anwohner überwinden und deutlicher vor der tödlichen Gefahr warnen.

StadtDuisburg, NRW
VorfallBadeunfälle
BehördeStadtverwaltung, Polizei

Duisburg: Stadt warnt nach tödlichen Badeunfällen mit neuen Schildern vor Gefahr

Dass selbst erfahrene Schwimmer die Gefahr unterschätzen, die von der Strömung und den Schiffen im Rhein ausgeht, ist Experten bereits länger bekannt. Nach dem tragischen Tod der drei Mädchen im Rhein wurde noch ein weiteres Problem offensichtlich.

Denn nicht jedem sei klar, wie gefährlich der größte Fluss in NRW wirklich ist. Und nicht jeder kann die Schilder am Ufer lesen. Martin Flasbarth, Vorsitzender der DLRG Duisburg, sagte damals zu den Badeunfällen, dass vielen Menschen mit Migrationshintergrund die einfachsten Regeln nicht bekannt seien. Diese Menschen müsse man erreichen und informieren.

Badeunfälle am Rhein: Duisburg warnt mit Schildern in sechs Sprachen vor tödlicher Gefahr

Deshalb hat die Stadt Duisburg jetzt reagiert. An fünf Orten wurden neue Schilder aufgestellt, die vom Marxloh Forum entwickelt wurden. Mit einem Piktogramm und in sechs verschiedenen Sprachen warnen sie vor der Lebensgefahr die droht, sollte man in den Rhein steigen. Nicht ohne Grund: Rund ein Viertel der 21.000 Einwohner von Marxloh sind Migranten aus Bulgarien und Rumänien.

Neben der Warnung ist darauf auch eine Notfallnummer angegeben, die Passanten wählen sollten, wenn sich jemand in Not befindet. Man sollte keinesfalls selbst ins Wasser springen.

Neue Warnschilder warnen davor, im Rhein bei Duisburg zu schwimmen.

„Die tragischen Unglücksfälle dürfen sich nicht wiederholen. Die Warnschilder werden dazu beitragen, dass mehr Menschen die Gefahren des Badens und Schwimmens im Rhein erkennen“, hofft Sören Link (SPD), Oberbürgermeister von Duisburg.

Gefahr der Strömung im Rhein wird häufig unterschätzt – Polizei warnt

In Duisburg gibt es mehrere beliebte Orte, an denen Menschen in den Fluss steigen. Der vermeintlich niedrige Wasserstand und der hineinragende Uferkies würden dazu verleiten, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Doch bereits am Rand sei die Strömung unberechenbar.

In der Mitte des Rheins fließt das Wasser so schnell, dass man beim Versuch, ihn zu durchschwimmen, bis zu zwei Kilometer abgetrieben wird. Außerdem können die Bugwellen der großen Schiffe insbesondere Kinder umreißen. Dieses Schicksal traf wohl auch die drei verunglückten Mädchen. Bleibt nur zu hoffen, dass die neuen Schilder gelesen und verstanden werden.

Die Polizei warnt bereits länger vor Leichtsinn beim Baden: „Ich habe gerade für Eltern, die ihre Kinder am Ufer im Wasser spielen lassen, absolut kein Verständnis! Das ist – um es mal deutlich zu sagen – reiner Wahnsinn!“, sagte Michael Blankartz von der Wasserschutzpolizei Duisburg nach den Todesfällen im Juni.

Dramatische Szenen beim Baden im Ruhrgebiet: Schwimmer stoppen Schiff im Kanal

Beim Baden im Ruhrgebiet kommt es immer wieder zu dramatischen Situationen. Zuletzt zwangen Schwimmer ein Schiff im Rhein-Herne-Kanal zum Notstopp. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, der Schock war jedoch groß.

Ebenfalls lebensgefährlich ist der Sprung von einer Brücke in die Flüsse oder Kanäle im Ruhrgebiet. Im schlimmsten Falle drohen hier schwere Verletzungen, Lähmungen oder gar der Tod.

Rubriklistenbild: © Roberto Pfeil/dpa

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