Trotz leichter Verzögerung

Mega-Sprengung im Ruhrgebiet: Der „Weiße Riese“ ist gefallen

In Duisburg-Hochheide kam es zu einer spektakulären Sprengung. 500 Kilogramm Sprengstoff verwandelten auch den zweiten „Weißen Riesen“ in Schutt und Asche.

Update, Sonntag (5. September), 12.11 Uhr: Duisburg – Mit leichter Verzögerung ist die Sprengung des „Weißen Riesen“ geglückt. Der Abriss des Wohnkomplexes verlief ohne Probleme.

Nach monatelanger Vorbereitung konnte der „Weiße Riese“ (im Hintergrund) ohne Probleme gesprengt werden.

In Duisburg-Hochheide waren am Sonntag je rund 200 Mitarbeiter von städtischen Ämtern sowie von Feuerwehr und Hilfsdiensten im Einsatz. Dazu kamen etwa 40 Polizisten.

Update, Sonntag (5. September), 10.23 Uhr: Die Evakuierungsmaßnahmen in der Sperrzone rund um den „Weißen Riesen“ in Duisburg sind seit kurz nach 9 Uhr abgeschlossen. Rund 1750 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Trickreich gestaltete sich die Unterbringung von 17 Quarantäne-Fällen in der Evakuierungszone.

Sprengung in Duisburg live: Evakuierung rund um den „Weißen Riesen“ abgeschlossen

Sie wurden laut Stadt Duisburg einzeln transportiert und in einem Hotel untergebracht. Zudem mussten am Morgen noch mehrere Autos geschleppt werden, die in der Sperrzone standen. Planmäßig soll die Sprengung in Duisburg um 12 Uhr erfolgen. Die Live-Übertragung im WDR beginnt um 11.30 Uhr.

Die Feuerwehr in Duisburg hält sich bereit: Um 12 Uhr wird der „Weiße Riese“ gesprengt.

Erstmeldung, Samstag (4. September), 22.03 Uhr: Unbewohnt und etwas anachronistisch steht er mitten in Duisburg: der „Weiße Riese“. Für das Hochhaus aus den 70er-Jahren gibt es keine Verwendung mehr – für die Fläche, auf der es steht, hingegen schon. 20 Stockwerke aus Beton und Stahl werden deshalb am Sonntag (5. September) dem Erdboden gleich gemacht.

Wohnpark HochheideSpitzname: Weiße Riesen
StadtDuisburg
StadtteilHochheide

Duisburg (NRW): „Weißer Riese“ wird gesprengt – Wohnhaus aus den 70ern weicht neuem Stadtpark

Die Stadt Duisburg treibt mit der Mega-Sprengung die Stadtteilerneuerung Hochheide voran. Hochhäuser mit einem hohen Anteil leerstehender, perspektivisch nicht mehr vermarktbarer Wohnungen werden vom Wohnungsmarkt genommen und abgerissen. Stattdessen soll der Ortsteil zukunftsfähig ausgerichtet werden.

Konkret bedeutet das: Wo der „Weiße Riese“ steht, soll künftig ein Stadtpark entstehen. Der soll nach den Plänen der Stadt drei große Areale umfassen: eins für Sportangebote, eins für Erholung und eins für gemeinschaftliche Bürgerprojekte wie zum Beispiel Gärtner. Doch zunächst muss der Betonklotz weg.

Der erste „Weiße Riese“ wurde in Duisburg bereits 2019 gesprengt.

Der Termin für die Sprengung des „Weißen Riesen“ in Duisburg steht schon länger fest. Schließlich erfordert ein derartiges Vorhaben einiges an Vorbereitung. Die Stadt hat eine Evakuierungszone festgelegt. Rund 1750 Anwohner müssen ihre Häuser und somit auch die Sperrzone am Sonntag bis 8 Uhr verlassen.

„Weißer Riese“: Sprengung in Duisburg monatelang vorbereitet – Übertragung live im TV

Wer nicht bei Freunden oder Bekannten unterkommen kann, kann sich für die Dauer der Sprengung in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesamtschule aufhalten. Am Tag der Sprengung stehen Shuttle-Busse ab 7.30 Uhr an den DVG-Haltestellen „Prinzenstraße“ und „Ottostraße“ sowie an der Ecke Husemannstraße/Lauerstraße bereit. Die Stadt empfiehlt Anwohnern vor der Evakuierung folgende Maßnahmen:

  • Fenster, Dachfenster und Türen schließen
  • Rolläden und Fensterläden schließen
  • Fahrzeuge in Garagen unterstellen oder aus dem Sicherheitsbereich entfernen
  • Außengehege von Tieren sowie Teiche vor dem Staub schützen
  • Mobile Gegenstände auf Balkonen, Terrassen und Gärten in Innenräumen lagern

Die Sprengung des „Weißen Riesen“ erfolgt um 12 Uhr. Bei planmäßigem Verlauf können die betroffenen Anwohner voraussichtlich etwa ein bis zwei Stunden nach der Sprengung wieder in ihre Wohnungen zurückkehren, heißt es von der Stadt Duisburg (mehr News aus dem Ruhrgebiet bei RUHR24).

Stadt Duisburg sprengt den „Weißen Riesen“ – mehrere Straßen werden gesperrt

Im Zuge der Sprengung in der NRW-Großstadt kommt es außerdem zu Verkehrsbehinderungen. Die Husemannstraße (zwischen Kirchstraße und Lauerstraße), die Ottostraße (zwischen Moerser Straße und Husemannstraße) und die Moerser Straße (zwischen Kirchstraße und Kreuzung Rheinpreußen-/Lauerstraße) werden für die Dauer der Sprengung gesperrt.

Außerdem gilt in der gesamten Evakuierungszone ein Halteverbot. Das wird schrittweise bereits ab Freitag (3. September) eingerichtet. Betroffen sind außerdem die Buslinien 911 und 929 der NIAG und die Linien 916, 917 und 296 der DVG. Sie werden am Sonntag umgeleitet.

Die Evakuierungszone für die Sprengung in Duisburg-Hochheide am (Sonntag, 5. September).

Verläuft die Sprengung des „Weißen Riesen“ in Duisburg erfolgreich, erfolgt eine Entwarnung durch die städtischen Sirenen im direkten Umfeld (einminütiger Dauerton). Danach können die Anwohner wieder in ihre Häuser zurück und die Halteverbote enden mit Aufhebung der Sperrmaßnahmen.

„Weißer Riese“: WDR übertragt Sprengung in Duisburg – Stadt rät von Anreise ins Ruhrgebiet ab

Schaulustige werden dringend gebeten, nicht nach Duisburg zu reisen. Laut Stadt gibt es aufgrund der weiträumigen Absperrungen „praktisch keine Sichtmöglichkeiten“ auf den „Weißen Riesen“. Public-Viewings oder anderweitige Veranstaltungen wird es nicht geben. Die Stadt werde zudem Versuche von Händlern unterbinden, die vor Ort Essen und Getränke anbieten möchten.

Stattdessen empfiehlt die Stadt, die Sprengung live im WDR zu verfolgen. Um 11.30 Uhr beginnt die Lokalzeit extra. Das Hochhaus ist bereits der zweite „Weiße Riese“, der in Duisburg weichen muss. Im März 2019 wurde der erste Wohnkomplex des Wohnparks Hochheide gesprengt. Der Einsatz verlief reibungslos.

Rubriklistenbild: © Stadt Duisburg/dpa

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