Corona-Impfung mit Johnson &Johnson

Corona-Impfungen in Duisburger Hotspots starten mit kuriosen Szenen vor Moschee

Pfingstmontag startete Duisburg die terminfreie Corona-Impfung im Hotspot Marxloh. Vor der Impfstelle an einer Moschee standen schon am frühen Morgen die Menschen in der Schlange.

Duisburg - In Duisburg Marxloh sind die ersten Sonderimpfungen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson angelaufen. Der Stadtteil gilt als ein Corona-Hotspot im Ruhrgebiet. Um möglichst unkompliziert möglichst viele Menschen impfen zu können, können sich die Anwohner ohne Termin eine Impfung abholen. Es genügt der Ausweis.

StadtDuisburg
StadtteilMarxloh
Einwohner20.957

Corona in Duisburg: Marxloh ist Hotspot der Stadt

Zwei Tage, am 24. und am 25. Mai, soll die Sonderimpfaktion gegen das Coronavirus laufen. Und bereits um vier Uhr morgens am ersten Tag sollen sich nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur die ersten Impfwilligen vor der Merkez Moschee in Duisburg Marxloh eingefunden haben. Mit Wolldecken und Klappstühlen warteten sie offenbar Stunden darauf, dass um 9.15 Uhr endlich mit der Sonder-Impfaktion in dem Stadtteil begonnen werden konnte.

Laut dem Städtenetz Soziale Stadt NRW haben 56 Prozent aller Bewohner in Marxloh keinen deutschen Pass. Ganze 76 Prozent der Bewohner seien Menschen mit Zuwanderungsgeschichte: Menschen mit türkischen Wurzeln, Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien oder Migranten aus Syrien und Polen wohnen in dem Stadtteil auf engstem Raum zusammen. Denn auch die Bevölkerungsdichte in Marxloh ist mit 2.789 Menschen pro Quadratkilometer hoch.

Duisburg: Über Corona-Impfung wurde in mehreren Sprachen aufgeklärt

Über das Impfangebot wurden die Anwohner mit mehrsprachigen Flugblättern, durch Schulen und Verein informiert. Vor Ort sollen laut WDR Mediziner verschiedener Nationalitäten eingesetzt werden, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Zudem helfen Dolmetscher Fragen zu übersetzen und um bei der Aufklärungsarbeit helfen. Und offenbar fruchtete der Aufwand: Der Andrang an dem mobilen Impfzentrum ist groß - und das, obwohl zuletzt Impftermine in Duisburg ungenutzt verstrichen.

Duisburg-Marxloh gehört lange Zeit zu den Extremhotspots in NRW.

In Marxloh wurde ein bestehendes Corona-Testzentrum an der Merkez Moschee auf der Warbruckstraße 51 für die Impfung genutzt. Geimpft werden alle Anwohner der Stadtteile Bruckhausen, Hamborn/Neumühl und Marxloh - freiwillig und ohne Termin, wie die Stadt betont. Die Stadtteile gehören zu den Bezirken der Stadt Duisburg mit der höchsten Inzidenz: Während die gesamte Stadt Duisburg inzwischen bei einer Inzidenz von 66 (Stand 23. Mai) angekommen ist, liegt die Inzidenz im Stadtbezirk Hamborn beispielsweise noch bei 124,1 (mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Corona-Impfung im Hotspot: Duisburg Marxloh nutzt NRW-Sonderkontingent

Verimpft wurde der Impfstoff von Johnson & Johnson. Im Gegensatz zu den Impfstoffen von Biontech/Pfizer oder Astrazeneca muss der Impfstoff des US-amerikanischen Arzneimittelherstellers nur einmal verimpft werden. Ein Vorteil gegenüber den anderen Impfstoffen, bei denen zwei Dosen benötigt werden, bis die Impfstoffe ihre volle Wirksamkeit entfalten.

3.800 Impfdosen erhielt die Stadt von dem Einmal-Impfstoff als Sonderkontingent, um die sogenannte Hotspot-Impfkampagne durchzuführen. Insgesamt steht NRW ein Sonderkontingent von rund 33.000 Impfdosen zu, die in sozialen benachteiligen Stadtgebieten zum Einsatz kommen sollen. In Duisburg sollen bis zu 150 Impfungen pro Stunde und rund 1.200 Impfdosen am Tag verimpft werden (mehr News aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24).

Nach der ersten Impfaktion am Pfingstmontag (24. Mai) soll es in Duisburg Marxloh zudem einen weiteren Termin geben. Am 25. Mai sollen die restlichen Impfdosen verimpft werden. Die Impfungen laufen - eigentlich - von 10 bis 18 Uhr. Doch wenn auch am zweiten Tag der Sonderimpfung der Andrang so groß wie am ersten wird, könnte es auch am Dienstag schon früher losgehen.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP

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