Show während Covid-19 in NRW

Düsseldorf plant trotz Corona Live-Konzert mit Sarah Connor: Wann fällt die Entscheidung?

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet übt Kritik an dem Live-Konzert mit Sarah Connor in Düsseldorf wegen des Coronavirus in NRW.
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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet übt Kritik an dem Live-Konzert mit Sarah Connor in Düsseldorf wegen des Coronavirus in NRW.

Das Live-Konzert in Düsseldorf mit Stars wie Bryan Adams, Sarah Connor und The BossHoss wirft weiter Fragen auf. Es wird bereits über Lösungen spekuliert.

  • In der Merkur Spielarena Düsseldorf soll es am 4. September ein großes Live-Konzert mit Superstars wie Sarah Connor, Bryan Adams, Rea Garvey und The BossHoss geben.
  • Doch die Veranstaltung ist aufgrund der 13.000 erwarteten Besucher und der Ausbreitung des Coronavirus in NRW umstritten.
  • Heute könnte bereits eine Entscheidung über das Event getroffen werden.

Update, Donnerstag (13. August), 17.25 Uhr: NRW - Die Entscheidung darüber, ob das für September geplante Großkonzert in Düsseldorf stattfinden kann, ist vertagt worden. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur

Demnach soll erst vier Tage vorher – am 31. August – entschieden werden, ob die Show tatsächlich trotz Coronavirus-Pandemie stattfinden kann. Auf diesen Kompromiss sollen sich laut dpa die Stadt Düsseldorf und die Landesregierung NRW am Donnerstag geeinigt haben. Entscheidend soll das Corona-Infektionsgeschehen Ende August sein.

Erstmeldung, Donnerstag (13. August), 8.40 Uhr: Düsseldorf/NRW – Eigentlich sollte das Live-Konzert von Stars wie Sarah Connor, Bryan Adams, Rea Garvey und The BossHoss in Düsseldorf einen Jubelsturm der Fans auslösen, doch jetzt kommt alles anders. Denn wegen des Coronavirus in NRW steht die Veranstaltung nicht nur in der Kritik, sondern möglicherweise sogar vor dem Aus.

Seit März gibt es in Nordrhein-Westfalen aufgrund von Covid-19 ein Verbot für Großveranstaltungen. Doch für das Konzert in der Merkur Spielarena, sollen trotzdem tausende Besucher nach NRW strömen. Nicht nur die Politik sieht dies kritisch, sondern anscheinend auch die Fans der Künstler.

Bundesland

Nordrhein-Westfalen (NRW)

Bevölkerung

17,93 Millionen (2019)

Größte Stadt

Köln

Hauptstadt

Düsseldorf

Konzert mit Sarah Connor in Düsseldorf: Ansturm auf Tickets bleibt aktuell aus

Denn der erhoffte Ansturm auf die Eintrittskarten bleibt bislang aus. Von den 13.000 angebotenen Tickets für die Show "Give Live A Chance" sollen nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) bislang nur 3.000 Tickets verkauft worden sein. 

Hinter den Kulissen rauchen derzeit die Köpfe. Wie die Rheinische Post (RP) online berichtet, könnte heute (13. August) eine Entscheidung fallen. Laut dem WDR soll es zudem bereits am Mittwoch (12. August) ein Treffen zwischen dem Land und der Stadt Düsseldorf gegeben haben, um einen Kompromiss zu finden. Dazu, wie diese Lösung aussehen könnte, gibt es aktuell keine offiziellen Informationen. Der WDR spekuliert daher über verschiedene Möglichkeiten.

Live-Konzert trotz Coronavirus in NRW: Diese Lösungen sind denkbar

Denkbar wäre demnach, dass nun doch weniger als die 13.000 geplanten Besucher zugelassen werden und das Konzert somit im kleineren Rahmen stattfindet. Eine andere Option könnte sein, dass das Event aufgrund der aktuell steigenden Corona-Infektionen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Dies hat bereits bei anderen Veranstaltungen, wie dem Zeltfestival Ruhr funktioniert, die wegen des Coronavirus in NRW erst im kommenden Jahr wieder ihre Tore öffnen. Auch internationale Künstler wie die Band Queen geben ihre Konzerte in der Lanxess Arena Köln oder anderen Locations in NRW erst 2021.

Kritik an Live-Konzert wegen Coronavirus in NRW - doch Veranstaltung ist erlaubt

Kritik an der für den 4. September geplanten Show gab es zuvor schon von Ministerpräsident Armin Laschet und dem NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Dabei gibt es vor allem Bedenken beim Sicherheits- und Hygienekonzept

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet kritisiert das geplante Live-Konzert in Düsseldorf wegen des Coronavirus in NRW

Das Problem: Die aktuell gültige Corona-Schutzverordnung erlaubt Veranstaltungen, wie das Konzert in Düsseldorf, sofern die entsprechenden Hygienemaßnahmen gegeben sind. Daher spricht sich Thomas Geisel (SPD) als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt bislang für die geplante Durchführung der Veranstaltung aus.

Show in Düsseldorf: So reagiert Sarah Connor auf das geplante Konzert

Sängerin Sarah Connor, die bei der Veranstaltung in der Merkur Spielarena auftreten soll, kann hingegen beide Seiten verstehen. Auf Instagram schreibt sie: "Ich höre Euch. Und ich verstehe alle Bedenken zu dem ersten großen geplanten Konzert in der 'neuen Zeit'". 

Sie gibt aber auch zu bedenken, dass die Veranstaltung eine berufliche Chance für viele Mitarbeiter der Branche sei, die die Folgen des Coronavirus seit Monaten zu spüren bekommen. 

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Hallo Ihr Lieben. Ich höre Euch. Und ich verstehe alle Bedenken und Einwände zu dem ersten grossen geplanten Konzert in der „neuen Zeit“. Ich habe vier Kinder, eines davon könnte man als besonders „gefährdet“ einstufen. Auch wir erwarten mit Spannung den Schulbeginn. Auch meine Kinder müssen in der Schule Masken tragen. Seid gewiss, ich gehe auf keinen Fall leichtsinnig mit der Situation um. Aber: auch meine Branche hat in den letzten Monaten extrem gelitten. Auch ich habe viele Freunde und Kollegen deren Existenzen mittlerweile bedroht sind. Ich allein beschäftige über‘s Jahr um die 150 Menschen, denen im März von heute auf Morgen sämtliche Einnahmen weggebrochen sind. Musiker, Tontechniker, Bühnenbauer, Backliner, Bus-und Truckfahrer, Securityleute, Lichtdesigner, Videooperator und viele mehr, die z.T. keine grossen Gewerbe haben, sondern Selbständige sind. Familienväter- und Mütter. Fleissige Menschen, die seit März ohne Arbeit und vor Allem ohne jegliche Einkünfte sind. Die keine Perspektive haben, keine Lobby. Die brav ihre Steuern zahlen, aber nun seit Monaten ignoriert werden. Für die niemand kämpft, weil ständig gesagt wird, ihre Arbeit sei nicht systemrelevant. Wir reden über insgesamt 150.000 Arbeitsplätze alleine in Deutschland‼️ Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass dieses Virus verschwindet und alles wieder „normal“ wird. Aber das wird es nicht. Noch lange nicht. Also müssen wir Konzepte entwickeln wie es in der „neuen Zeit“ machbar wird, ein Konzert zu besuchen; indem wir die richtigen Sicherheitsvorkehrungen treffen und uns an alle Angaben und Maßnahmen halten. Nach meinen Informationen, sonst hätte ich niemals zugestimmt, ist das geplante Konzert vorsichtig durchdacht und eng mit den Behörden erarbeitet und abgestimmt worden. Ich bin selbst gespannt, ob und wie es stattfindet. Aber wenn, dann bin ich dabei. Alles andere kann ich meinen Leuten gegenüber nicht verantworten. Wir sind dankbar für den Versuch, unserer Branche wieder ein wenig Hoffnung zu geben. Viele Menschen warten darauf. Ich rede nicht von “Party machen”, sondern von JOBS. Von 150.000 Arbeitsplätzen! Ja es geht um Leben, aber auf beiden Seiten der Argumentation!!! Sarah

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"Auch ich habe viele Freunde und Kollegen, deren Existenzen mittlerweile bedroht sind. Ich alleine beschäftige über's Jahr um die 150 Mitarbeiter, deren im März von heute auf Morgen sämtliche Einnahmen weggebrochen sind. Musiker, Tontechniker, Bühnenbauer, Backliner, Bus- und Truckfahrer, Security-Leute, Lichtdesigner, Videooperator und viele mehr", schreibt Sarah Connor.

Insgesamt seien nach den Angaben der Sängerin insgesamt über 150.000 Arbeitsplätze von der verheerenden Situation betroffen, die als nicht systemrelevant eingestuft würden und daher um die Existenz bangen.

Im Video: Die Reaktionen zum Konzert in Düsseldorf trotz Covid-19 in NRW

Konzert in Düsseldorf: Bryan Adams und The BossHoss mit deutlichen Worten und Einschränkungen

Auch Superstar Bryan Adams hat bereits eigene Vorkehrungen getroffen. Auf Instagram teilt er seinen Fans mit, dass er auf weitere Musiker bei seiner Show verzichtet. "I'm playing acoustically - on my own / no band".

The Cowboys von The BossHoss werden sogar noch deutlicher. Unter dem auf ihrer Instagram-Seite veröffentlichten Poster zum " Give Live A Chance"-Konzert machen sie ihren Fans deutlich, warum ihnen das Konzert am Herzen liegt. "Geld verdient dort keiner. Nicht bei einer Größenordnung von 50.000 runtergestrichen auf 13.000 Tickets. [...] Die Künstler verzichten auf ihre Gagen. Weil es ein wertvolles Signal ist."

Live-Show trotz Coronavirus in NRW - diese Vorgaben sollen Ansteckung verhindern

Außerdem machen die Musiker ihre Follower darauf aufmerksam, dass das Konzert in Düsseldorf durch das Sicherheits- und Hygienekonzept eine Ansteckung nicht wahrscheinlicher macht als im öffentlichen Nahverkehr, an Flughäfen und Supermärkten.

Die aktuellen Vorgaben für die Großveranstaltung in NRW beinhalten beispielsweise, dass die Besucher nicht nur auf dem Weg zu ihrem vorgegebenen Platz einen Mundschutz tragen müssen, sondern auch während des gesamten Konzertes und anschließend beim Verlassen der Merkur Spielarena in Düsseldorf. Außerdem soll es ausschließlich Sitzplätze geben, die genügend Abstand zueinander haben sollen.