Angst vor Nebenwirkungen

Reanimation und Tod nach dritter Corona-Impfung in NRW? Was wirklich in Oberhausen passiert ist

Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer
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Eine Studie aus Berlin liefert neue Erkenntnisse zur Corona-Kreuzimpfung mit Astrazeneca und Biontech.

Gab es Wiederbelebungen und Tote nach dritten Corona-Impfungen in Oberhausen? Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein klärt den in der Folge aus dem Ruder gelaufenen Sachverhalt aus einem Pflegeheim.

Update, Mittwoch (8. September), 20.30 Uhr: Oberhausen – Im Falle der Impf-Reaktionen nach der Drittimpfung gegen Corona in einer Pflegeeinrichtung in Oberhausen hat sich jetzt nochmals die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) zu Wort gemeldet und einiges klargestellt.

Oberhausen: 89 Menschen in Pflegeheim bekommen dritte Corona-Impfung und zeigen teils Nebenwirkungen

So hätten am 1. September 89 Bewohner eines Seniorenheims in Oberhausen-Holten eine dritte Corona-Impfung mit dem Wirkstoff von Biontech erhalten. Neun dieser 89 Personen hätten in der Folge „gesundheitliche Reaktionen“ gezeigt, so die KVNO in einer Mitteilung von Mittwoch (8. September). Im Wesentlichen seien Herz-Kreislaufbeschwerden sowie Atemwegs- und neurologische Störungen aufgetreten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur.

Am 4. September hätten zwei dieser neun Personen reanimiert werden müssen. Sie seien bereits vorerkrankt gewesen. Es sei zudem nicht belegt, so die KVNO, dass die Reanimation im Zusammenhang mit der Corona-Impfung stehe.

Dritte Corona-Impfung: KVNO sind keine Nebenwirkungen wie in Oberhausen bekannt

Seit dem 7. September führt die KVNO Auffrischungsimpfungen durch. Am 8. September seien bereits 11.441 Dosen verabreicht worden. „Dabei sind uns in keinem Fall vergleichbare Impfreaktionen wie in der Oberhausener Pflegeeinrichtung bekannt geworden“, so die KVNO. Auch dem Landeszentrum Gesundheit (LZG) und dem Robert-Koch-Institut (RKI) lägen keine derartigen Fälle vor.

Oberhausen: Kein Todesfall nach dritter Corona-Impfung

Anderes als in Gerüchten verbreitet, habe es keinen Todesfall im Zusammenhang mit der dritten Corona-Impfung gegeben, wie der Krisenstab der Stadt Oberhausen heute ebenfalls bestätigte. Richtig ist: Eine Bewohnerin des Heims war in der Zeit der Auffrischungsimpfungen zwar gestorben, war aber nicht geimpft. Sie wurde zuvor palliativ versorgt.

Erstmeldung, Dienstag (7. September), 22 Uhr: Oberhausen – Die Nachricht sorgt für Diskussionen bei verschiedenen Experten. Der WDR berichtet über Probleme bei Bewohnern eines Seniorenheims nach der Drittimpfung in NRW.

Insgesamt habe man bei drei Bewohnern Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten müssen. Und das drei Tage nach der Impfauffrischung. Allerdings: Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen Drittimpfung gegen das Coronavirus und gesundheitlichen Problemen gab, muss noch final untersucht werden.

NRW: Probleme bei dritter Impfung gegen Corona im Oberhausener Seniorenheim

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein habe daraufhin laut WDR die ansässigen Ärzte gewarnt. Man solle selbst ärztlich über die Drittimpfung entscheiden. Kann man auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) oder der Europäischen Arzneimittel Agentur (EMA) warten oder ist es dringlich?

Das Impfzentrum in Mülheim an der Ruhr habe als Reaktion auf die Vorfälle in Oberhausen die Drittimpfung für über 80-jährige Menschen vorerst ausgesetzt.

Allerdings gibt es auch relativierende Stimmen. So ist der Dortmunder Virologe Carsten Watzl der Meinung, dass man zu ängstlich reagiert habe. Man solle nicht von einzelnen Reaktionen auf das große Ganze schließen (alle News zu Corona in NRW bei RUHR24).

NRW: Virologe aus Dortmund und KV Westfalen Lippe warnen vor voreiligen Reaktionen

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) äußert sich, dass man solche Fälle genau überprüfen müsse. Aber Erfahrungen aus Israel haben keine großflächigeren Probleme gezeigt.

Wie der WDR berichtet, habe man in dem Seniorenheim in Oberhausen 90 Menschen eine dritte Impfung gegeben. Bei neun habe es starke Reaktionen gegeben, die eine Behandlung nach sich gezogen haben. Drei hätten wiederbelebt werden müssen.

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