Zahlen steigen

Demonstranten in Dortmund verweigern die Maske - dabei ist die Stadt Corona-Hotspot

Eine Anti-Corona-Maßnahmen-Demo hat in Dortmund für Ärger gesorgt - wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln.

Dortmund - In Dortmund* haben am Montag etwa 500 Personen (Zahlen der Dortmunder Polizei) am Bolmker Weg zum Thema Corona demonstriert. Die meisten von ihnen hätten keinen Mundschutz getragen, so ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte ermitteln nun aufgrund von Verstößen gegen das Versammlungsgesetz gegen den Veranstalter.

StadtDortmund
Fläche280,7 km²
Metropolregion7.268 km²
Einwohner588.250 (Stand 31. Dez. 2019)
Stadtgliederung12 Stadtbezirke mit 62 Stadtteilen

Ärger um Maskenpflicht in Dortmund: Demo gegen Corona-Regeln aufgelöst

Der 52-Jährige aus Sinsheim wäre zu Beginn verpflichtet gewesen, die mit der Polizei kooperierten Auflagen zu verlesen. Im Vordergrund standen dabei erneut Auflagen, die unter Aspekten des Infektionsschutzes sämtliche Teilnehmer der
Demonstration vor einer Übertragung des Coronavirus* hätte schützen sollen.

Der Versammlungsleiter habe jedoch nur Auszüge der Auflagen vorgelesen und ließ dabei wichtiges aus. Die Polizei habe ihn dazu auffordern müssen, eine Maske zu tragen, wie es die Regeln in NRW* vorschreiben. Er widersetzte sich aber und „animierte“ auch die anderen Demo-Teilnehmer keinen Mundschutz anzulegen. Der 52-Jährige sei insgesamt unkooperativ gewesen, heißt es von der Polizei. Dortmund ist aktuell ein Corona-Hotspot* - die Stadt gilt mit einem voraussichtlichen Inzidenzwert von 71,4 (Quelle: Stadt Dortmund) als Risikogebiet* - allein am Montag wurden 42 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

Nach dem Konflikt um die Maskenpflicht drohte die Polizei Dortmund die Demo aufzulösen, der Veranstalter gab aber auf. Alle Teilnehmer verließen den Platz. Die Polizei ermittelt nun gegen 52-Jährigen.

Keine Maske auf bei Demo: Polizeipräsident von Dortmund findet Verhalten von Demonstraten unverantwortlich

Der Polizeipräsident von Dortmund, Gregor Lange, betont: „Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut, das es zu schützen gilt. Wer aber auf renitente Art und Weise Auflagen zum Gesundheitsschutz unterläuft, ist in Dortmund an der falschen Adresse. Wir versuchen es immer zuerst mit Gesprächen. Wenn jedoch erkennbar wird, das ein Versammlungsleiter an wirksamem Infektionsschutz kein weitreichendes Interesse hat und sich fortwährend den Anordnungen widersetzt, lösen wir notfalls solch eine Versammlung auch auf.“

Das Verhalten des Versammlungsleiters und der Demonstrationsteilnehmer bezeichnete der Polizeipräsident am Montagabend als unverantwortlich: „Diese Menschen könnten sich auf der Demonstration infiziert haben. Dann gehen sie zurück in ihre Familien oder an ihre Arbeitsplätze, wo sie andere Personen anstecken können. Wer bei den derzeit hohen Inzidenz-Werten den Schutz der Gesundheit unterläuft, kann das Versammlungsrecht nicht mehr in Anspruch nehmen.“

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa