Kreativer Protest

Dortmund: „Die Partei“ nimmt Querdenker mit besonderem Soundtrack aufs Korn

Hunderte „Querdenker“ sind am Montag erneut durch deutsche Städte gezogen, um gegen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. In Dortmund gab es kreativen Gegenprotest.

Dortmund – Wer sich nichts sagen lassen möchte, selbst aber alles sagen dürfen will, der ist auf einer „Querdenker“-Demo vermutlich genau richtig. Auch in Dortmund* zogen am Montag (10. Januar) erneut Hunderte Teilnehmer gegen die Corona-Maßnahmen* der Regierung über den Wall. Unter anderem vor dem Fußballmuseum gab es jedoch Gegenprotest, berichtet RUHR24*.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner600.000

„Die Partei“ Dortmund trollt „Querdenker“ bei Demo: „Soundtrack für die Clownsparade“

Und der fiel überraschend kreativ aus. Denn auf dem Platz der Deutschen Einheit gegenüber dem Hauptbahnhof hatte sich unter anderem die Satirepartei „Die Partei“* mit einem Lautsprecher den „Querdenkern“ gegenübergestellt. Als der Demo-Aufzug der Corona-Leugner den Wall hinunterlief, schallte aus den Boxen das Stück „Einzug der Gladiatoren“.

Der Triumphmarsch von 1899 war mal als ernstes Musikstück gedacht, das im militärischen Bereich eingesetzt werden sollte. Vor allem in seiner schnelleren Version wird es heute jedoch vorwiegend als Zirkusmusik genutzt und wirkt dadurch parodistisch. „Die Partei“ teilte am Abend einen Clip des Gegenprotests auf Twitter und kommentierte: „Der richtige Soundtrack für die Clownsparade von #Querdenken231.“

„Die Partei“ in Dortmund wollte mit der Kundgebung unter dem Titel „Impformation statt Vervirung“ erneut gegen „Querdenker“, Verschwörungserzählungen und Antisemitismus protestieren. Rund 70 Teilnehmer waren gekommen, teilt die Polizei Dortmund am Montagabend mit.

„Querdenken“-Demo in Dortmund: Polizei findet Messer und stellt mehrere Strafanzeigen

In der Telegram-Gruppe „Querdenken 231“ werden hingegen seit Wochen Demos gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung organisiert. Bei den „Querdenker“-Aufmärschen in Dortmund sind neben Neonazis mittlerweile auch Kinder* dabei.

Zuletzt stellte die Polizei Strafanzeige gegen den Anmelder einer „Querdenker“-Kundgebung* in Dortmund. Bei der Demo am Montag blieb es laut den Beamten jedoch „überwiegend störungsfrei“. 14 der rund 700 Teilnehmer trugen keinen Mundschutz, weitere Anzeigen gab es wegen des Verdachts der Urkundenfälschung sowie Beleidigung und Körperverletzung.

Bei einem polizeibekannten Demo-Teilnehmer, der bereits durch rechtes Gedankengut aufgefallen sei, fanden die Beamten erneut ein Messer. Er wurde – wie bereits vor einer Woche – von der Versammlung ausgeschlossen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ronny Hartmann/dpa, Tobias Schwarz/AFP; Collage: RUHR24

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