Krankenhaus-Report

NRW-Klinikbetten wegen Corona leer – Klinikum Dortmund nimmt Stellung

Die AOK ist besorgt über den Rückgang von Klinikaufenthalten in NRW. Das Klinikum Dortmund hat sich dazu geäußert.

NRW – Der aktuelle Krankenhaus-Report der AOK meldet einen Rückgang von Krankenhausbehandlungen im Jahr 2021. Der AOK-Chef sieht deswegen Grund zur Sorge. Die Angst der Menschen, sich mit dem Coronavirus anzustecken, könnte die Schwelle, den Notruf bei ernstzunehmenden Symptomen zu wählen, erhöht haben. Das Klinikum Dortmund nimmt zu den Einschätzungen der AOK Stellung.

KrankenkasseAllgemeine Ortskrankenkasse (AOK)
Anzahl der Mitarbeiterrund 7.550 Beschäftigte
EreignisKrankenhaus-Report 2022 verzeichnet weniger Notfallversorgung

NRW: Zahl der Krankenhausaufenthalte gesunken – AOK sorgt sich um Notfallversorgung

Die AOK NordWest hat den Krankenhaus-Report für das Jahr 2022 ausgewertet und hat Sorge in Bezug auf die Notfallversorgung von Patienten geäußert. Laut Bericht sind die Krankenhausaufenthalte im Vergleich zum Jahr 2019 um rund 13 Prozent gesunken. Außerdem seien sechs Prozent weniger Krankenhaus-Behandlungen für Herzinfarkt-Patienten gemeldet worden. Die Anzahl von Schlaganfall-Behandlungen sei im Vergleich zum Jahr vor der Pandemie ebenfalls um vier Prozent gesunken.

„Die sinkenden Klinikeinweisungen im Zusammenhang mit Notfällen wie bei Schlaganfall oder Herzinfarkt betrachten wir mit Sorge“, so der Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest, Tom Ackermann. Er befürchtet, die Menschen würden aufgrund des unterschiedlichen Pandemieverlaufs zögern bei Notfallsymptomen medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die AOK appelliert daher an die Bevölkerung ernstzunehmende Symptome auch während der Pandemie beim Notruf zu melden.

NRW: Krankenhaus-Report der AOK – weniger Operationen und ambulante Behandlungen

Nach Informationen der AOK ist auch die Zahl von Krebsoperationen zurückgegangen. „Hier steht die Befürchtung im Raum, dass fehlende Diagnostik und spätere Behandlung zu mehr schweren Krebserkrankungen, höheren Tumorstadien bei der Erstdiagnostik und einer Erhöhung der Sterblichkeit führen“, teilte Ackermann mit. 

Planbare Operationen sowie ambulante Versorgungen seien im Vergleich zu 2019 ebenfalls rückläufig. Viele der Behandlungen seien jedoch laut Bericht auch „tendenziell zu häufig“ und teilweise ohne medizinische Dringlichkeit durchgeführt worden. Der Rückgang zahlreicher Behandlungen im Zuge der Pandemie führe nach den Worten des AOK-Chefs daher auch zum Abbau der Überversorgung. Die Anzahl müsse deshalb nicht wieder auf das Niveau vom Jahr vor der Pandemie, so die AOK.

NRW: AOK meldet weniger Krankenhausbehandlungen – das sagt das Klinikum Dortmund dazu

Das Klinikum Dortmund hat zu den erhobenen Daten des AOK-Krankenhausberichts Stellung bezogen. Laut Klinikum gäbe es seit Pandemiebeginn immer wieder leer stehende Krankenhausbetten in NRW. Der Grund liege dabei „mal in Erwartung großer Infektionswellen, mal vermutlich aus Angst der Patienten vor einer Ansteckung“, erklärt der Pressesprecher des Klinikums, Marc Raschke.

Dennoch könne das Klinikum keine endgültigen Aussagen über den Grund des Rückgangs von Krankenhausbehandlungen treffen. Weshalb die Menschen in den letzten zwei Jahren weniger Krankenhausbehandlungen in Anspruch genommen haben, könne nicht angemessen belegt werden. Daher werde sich das Klinikum mit Einschätzungen zu den erhobenen Zahlen zurückhalten. Raschke betont, dass man aus den rückläufigen Zahlen der Klinikbehandlungen „nicht einfach so Rückschlüsse ziehen kann, wie es die AOK tut“ (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Das Klinikum Dortmund äußert sich zu den Sorgen der AOK.

Die AOK ist einer der größten Krankenkassen in Deutschland. Rund ein Drittel der Bevölkerung ist bei der AOK krankenversichert. Zuletzt hat sie über die Unterschiede der Symptome von Heuschnupfen und einer Corona-Infektion aufgeklärt.

Rubriklistenbild: © Klinikum Dortmund

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