Isolation und Einsamkeit

Coronavirus sorgt für Ängste in NRW - Telefonseelsorge: "Was wir jetzt gerade erleben, ist wirklich einmalig"

Wegen des Coronavirus melden sich viele Menschen in NRW bei der Telefonseelsorge.
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Wegen des Coronavirus melden sich viele Menschen in NRW bei der Telefonseelsorge.

Die Ausbreitung des Coronavirus in NRW sorgt dafür, dass die Menschen zu Hause bleiben müssen. Das löst Daueranrufe bei der Telefonseelsorge aus.

  • Bei der Telefonseelsorge in NRW stehen die Geräte derzeit nicht still.
  • Wegen der Coronavirus-Situation kommen bei vielen Menschen Ängste auf.
  • In fast jedem zweiten Gespräch gehe es um Sars-Cov-2.

Nordrhein-Westfalen - Das Coronavirus* hat das Leben vieler Menschen in NRW von heute auf morgen völlig auf den Kopf gestellt. Treffen mit den Freunden, im Café um die Ecke ein Stück Kuchen essen und entspanntes Einkaufen - Dinge, die vorher zum Alltag gehörten, sind nun nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt möglich, berichtet RUHR24.de*.

Telefonseelsorge in NRW: Deutlich mehr Anrufe seit der Coronavirus-Krise

Die Ansage von Bund und Ländern ist eindeutig: Die Leute sollen, wenn es geht, zu Hause bleiben und nur die nötigsten Erledigungen machen. Viele arbeiten wegen des Coronavirus außerdem seit Wochen im Homeoffice.* Nicht jeder kommt mit dieser Ausnahmesituation klar. Das bestätigt auch die Telefonseelsorge in NRW, bei der die Leitungen derzeit voll ausgelastet sind.

Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sprechen die Betreiber der Hilfetelefone von deutlich mehr Anrufen seit der Krise durch das Coronavirus. "Was wir jetzt gerade erleben, ist wirklich einmalig", so Stefan Schumacher, Leiter der Telefonseelsorge in Hagen gegenüber der dpa. Pausen gebe es für die vielen ehrenamtlichen Telefonseelsorger derzeit kaum.

Telefonseelsorge in NRW: Menschen haben wegen Coronavirus Angst um ihre Gesundheit

Und auch in Essen steht das Telefon der Seelsorger zurzeit keinen Tag still. Hier gibt es laut dem Bistum Essen rund 50 Prozent mehr Anrufe als an gewöhnlichen Tagen und in fast jedem zweiten Gespräch geht es um Covid-19.

Elisabeth Hartmann, Leiterin der Essener Telefonseelsorge, beobachtet bei ihrer Arbeit unterschiedliche Gründe, warum die Menschen zum Hörer zu greifen: "Für die Menschen zwischen 50 und 75 Jahren stehen oft Fragen zu Ängsten rund um dieeigene Gesundheit im Mittelpunkt - während Anrufer über 80, aber auch unter 40 Jahren, vor allem das Thema Einsamkeit ansprechen."

Coronavirus in NRW: Telefonseelsorge ist rund um die Uhr besetzt

Auch beim Sorgentelefon in Recklinghausen gibt es in diesen Tagen einen Anstieg Hilfe suchender Menschen. "Corona in all seinen Facetten ist ein großes Thema. Beispielsweise bedeutet für Menschen, die ohnehin Ängste haben und unter Depressionen leiden, diese Situation eine heftige Verstärkung", so Gunhild Vestner von der Telefonseelsorge in Recklinghausen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zum Thema Coronavirus. 

Bei der Telefonseelsorge in NRW gibt es wegen des Coronavirus viele Anrufe.

Die Themen Homeoffice und Homeschooling scheinen viele Leute ebenfalls an ihre Grenzen zu bringen. "Wir erleben die, die damit Schwierigkeiten haben. Auch das Thema Isolation spielt bei vielen eine Rolle", so Vestner. Rund 100 Ehrenamtliche garantieren in Recklinghausen, dass das Angebot der Telefonseelsorge rund um die Uhr besetzt ist. Aufgrund der aktuellen Nachfrage werde mit einer Doppelbesetzung gearbeitet.

Coronavirus in NRW: Telefonseelsorge berät bei Problemen in der Familie

Aufgrund der Coronavirus-Krise (aktuelle Entwicklungen in NRW im Live-Ticker)* sind die Schulen und Kitas nach wie vor geschlossen. Der veränderte Alltag von Kindern und Jugendlichen führe in vielen Familien außerdem zu Problemen. Die "Nummer gegen Kummer" aus Wuppertal bekommt aktuell auch deshalb viele Anrufe. Außerdem teilen die Anrufer vermehrt den Wunsch nach gesicherten medizinischen Informationen mit.

Video: Coronavirus: Welche Strafen drohen bei Quarantäne-Verstößen?

Wie eine Sprecherin auf dpa-Anfrage mitteilte, erwarte sie in der nächsten Zeit weiter zunehmende Anfragen zu Themen wie Zukunftsängste, Einsamkeit, Frust und Konflikten in der Familie. mit dpa-Material likri

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