Neue Maßnahme

Coronavirus: NRW droht Sperrstunde wie in Berlin - Gastronomen befürchten Schlimmes

Nach Frankfurt und Berlin könnte auch in NRW eine Sperrstunde eingeführt werden.
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Nach Frankfurt und Berlin könnte auch in NRW eine Sperrstunde eingeführt werden.

Im Kampf gegen das Coronavirus haben Städte wie Berlin und Frankfurt Sperrstunden eingeführt. Auch in NRW könnte diese Maßnahme bald gelten.

Berlin/NRW - Städte in NRW spielen mit dem Gedanken, eine Sperrstunde für Kneipen, Restaurants oder Bars einzuführen. So soll der Ausbreitung des Coronavirus stärker entgegengewirkt werden.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Coronafälle insgesamt76.796 (9. Okt.)
7-Tage-Inzidenz28,6

Wie in Berlin: Droht in NRW jetzt die Sperrstunde wegen des Coronavirus?

Mehrere Städte und Kommunen in NRW haben in den vergangenen Tagen den sogenannten Inzidenzwert überschritten. Vielerorts müssen neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus her. Viele Gastronomen sorgen sich nun, dass auch im bevölkerungsreichsten Bundesland eine Sperrstunde eingeführt werden könnte, ähnlich wie in Berlin und Frankfurt.

Wie der WDR berichtet, würden viele von dem Sender befragten Kommunen genau das in Zukunft auch nicht ausschließen. Beispielsweise in Remscheid sei eine Sperrstunde nach Angaben der Stadtverwaltung bisher zwar kein Thema, das könne sich aber täglich ändern (alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus auf RUHR24.de).

Sperrstunde in NRW wegen des Coronavirus: „Köln würde sich blamieren“

Doch wie steht es um andere Städte in NRW? Auch die Stadt Köln hat dem WDR mitgeteilt, dass sich der Kristenstab grundsätzlich ebenfalls mit Fragen rund um eine Sperrstunde beschäftigt. Der Stab tagt wieder am Freitag (9. Oktober), dann könnte eine Entscheidung getroffen werden.

Gastronomen in der Großstadt sorgen sich vor der möglichen Maßnahme. In einer Erklärung der Interessengemeinschaft Kölner Gastronomen wird derzeit sogar ausdrücklich vor Partys zum Karnevalsbeginn gewarnt: „Wir appellieren dringend an Sie und Euch alle: Bitte feiert am 11.11. keinen Karneval. Nicht auf der Straße, nicht in unbelehrbaren Kneipen und auf keinen Fall zu Hause!“

Die Interessengemeinschaft befürchte Superspreader-Events, die in Köln zu einem „kompletten Lockdown“ führen könnten. Köln würde sich blamieren und deutlich an Ausstrahlung und Herzlichkeit verlieren, heißt es von den Gastronomen (mehr aktuelle Nachrichten aus NRW auf RUHR24.de).

Coronavirus und mögliche Sperrstunde: Das sagen verschiedene Städte in NRW dazu

In Münster gebe es zwar Probleme mit feiernden Gruppen rund um den Aasee oder in der Nähe von Bars, eine Sperrstunde sei momentan aber nicht in Planung. Doch auch hier könnte ein Krisenstab „kurzfristig reagieren“.

Gastronomen in NRW sehen eine mögliche Sperrstunde als „falsche Entscheidung der Politik“, wie Walid El Sheiki, Gastronom aus Düsseldorf, gegenüber dem WDR sagt. Der Branche drohe ein „flächendeckender Bankrott“. Alternativ zu einer Sperrstunde solle die Maskenpflicht im öffentlichen Raum ausgeweitet werden. In Bars und Restaurants schlägt Sheiki Luftfilteranlagen vor.

„Es ist ein Tanz auf dem Vulkan“, sagt dagegen Thorsten Hellwig vom Hotel- und Gaststättenverband, Dehoga NRW. Man wisse nicht, was morgen kommt. Aus seiner Sicht wäre das Schlimmste eine erneute Komplettschließung der Gastronomie wie im Frühjahr. Die Politik müsse schauen, ob die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus wirklich die erwünschte Wirkung bringen würden. „Wenn zu Hause ohne Abstände gefeiert wird, bringt auch eine Sperrstunde in der Gastronomie nichts“, so Hellwig.