Coronaschutzverordnung

Strenge Corona-Regeln in NRW - was die meisten trotzdem falsch machen

Seit dem 2. November gelten in NRW neue Corona-Maßnahmen. Eine Regel wird häufig falsch interpretiert - Gott sei Dank!

Dortmund - Weniger Kontakte, weniger Ausgehen, weniger von allem: Der November soll für die Menschen in NRW eine Art Entschleunigungskur in Zeiten von Corona sein. Neue Corona-Regeln sind in Nordrhein-Westfalen deshalb in Kraft getreten. Die Landesregierung setzt vor allem darauf, dass sich weniger Menschen auf einmal treffen. Kontakte minimieren, lautet eine der Devisen - die aber häufig falsch verstanden wird. Zum Glück, muss man da fast schon sagen!

Name des VirusCoronavirus / Sars-Cov-2
Ausgelöste KrankheitCovid-19
ÜbertragungTröpfcheninfektion

Coronaschutverordnung NRW: Regel für zu Hause verstehen viele falsch

Laut aktueller Coronaschutzverordnung von NRW dürfen sich im November im öffentlichen Raum nur noch Angehörige von zwei Hausständen treffen. Maximal dürfen dann zehn Personen zusammenkommen. Entscheidend ist hier der Ausdruck „öffentlicher Raum“.

Laut Paragraf 1, Absatz 5 der aktuellen Coronaschutzverordnung NRW handelt es sich beim öffentlichen Raum um „alle Bereiche mit Ausnahme des nach Art. 13 Absatz 1 des Grundgesetzes geschützten Bereichs“. Einfach gesagt: Es handelt sich um alle Bereiche außer der eigenen Wohnung. Sie ist laut Grundgesetz „unverletzlich“.

Corona-Regeln in NRW: Theoretisch ist Besuch aus mehr als zwei Haushalten möglich

Im Umkehrschluss heißt das, dass in der eigenen Wohnung theoretisch mehr als zwei Hausstände zusammenkommen können. Familien, deren Kinder ausgezogen sind und trotz Corona bei den Eltern zu Besuch sein wollen, dürften dies also auch tun, selbst wenn es sich dabei um mehr als zwei Hausstände handelt. In der eigenen Wohnung wären sogar mehr als zehn Personen für Zusammenkünfte erlaubt.

Fraglich ist allerdings, wie sinnvoll das angesichts der aktuell steigenden Corona-Zahlen ist. Man tut also gut daran, die aktuellen Regeln weiterhin „falsch“ zu verstehen und in den eigenen vier Wänden die Maßstäbe anzuwenden, die auch in der Öffentlichkeit gelten.

Coronavirus: Polizei will nur in Ausnahmefällen private Wohnungen kontrollieren

Unterdessen hat die Polizei in NRW angekündigt, im November strenger bei der Einhaltung der Corona-Regeln durchgreifen zu wollen. Gezielte Corona-Kontrollen von privaten Wohnungen soll es in Nordrhein-Westfalen aber weiterhin nicht geben. „Wir gehen nicht in private Wohnungen“, versprach der CDU-Politiker und NRW-Innenminister Herbert Reul jüngst.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat versichert, dass die Polizei nur in Ausnahmefällen private Wohnungen kontrolliert.

Eine Ausnahme für Kontrollen in einer privaten Wohnung sei, wenn es zu häuslicher Gewalt oder Ruhestörung komme, so Reul. Achtung: Während man in NRW mit den Kontaktbeschränkungen nur auf den öffentlichen Raum abzielt, gelten die strengen Regeln in Bayern etwa auch in privaten Wohnungen.

Feiern trotz Corona in NRW: Im privaten Raum ist (fast) alles erlaubt

Ähnlich „locker“ geht NRW für Feiern im privaten Raum um. Auch hier gelten die strengen Regeln nur für Partys außerhalb der eigenen vier Wände. Was man zu Hause in der eigenen Bude macht, darf jeder selbst entscheiden.

Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50 dürfen Feiern aus „herausragendem Anlass“ (also etwa Hochzeit, Taufe, Geburtstage, Jubiläum oder eine Abschlussfeier) außerhalb der eigenen vier Wände nur mit maximal zehn Personen stattfinden. Bei einer Inzidenz von 35 aufwärts dürfen 25 Personen außerhalb der eigenen vier Wände zusammen aus „herausragendem Anlass“ feiern. Findet die Feier daheim statt, wären theoretisch deutlich mehr Menschen erlaubt. Dann gelten diese Regeln nicht.

Bund und Länder: Corona-Regeln zu Hause setzen auf Eigenverantwortung

Auch hier gilt wiederum die Frage: Ist das aktuell angesichts der Infektionszahlen sinnvoll (alle Entwicklungen über das Coronavirus in NRW auf RUHR24.de)? Bund und Länder überlassen die Antwort auf diese Frage den Menschen selbst, hoffen auf Eigenverantwortung. Im gemeinsam beschlossenen Maßnahmen-Papier heißt es lediglich, Feiern in Wohnungen und privaten Einrichtungen seien „inakzeptabel“.

Auch die NRW-Landesregierung setzt auf den Verstand der Bürger. „Soweit irgend möglich“, so das Ministerium, sollten die Regeln aus dem öffentlichen Raum auch im privaten Umfeld umgesetzt werden. „Jede in die Grundregeln des Infektionsschutzes einsichtsfähige Person ist verpflichtet, sich so zu verhalten, dass sie sich und andere keinen vermeidbaren Infektionsgefahren aussetzt“, heißt es aus dem Ministerium.

Dazu gehöre auch ein „verantwortungsbewusstes Verhalten im privaten Umfeld“. Das Ministerium: „Es kommt jetzt im November darauf an, das rasante Wachstum der Infektionszahlen zu stoppen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.“

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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