Kommentar

150 Euro Strafe für Masken-Muffel in Bus und Bahn sind viel zu wenig

Masken-Muffel sollen in NRW künftig 150 Euro Strafe zahlen, wenn sie ohne Coronavirus-Maske Bus und Bahn fahren – das ist viel zu wenig. Ein Kommentar.

  • NRW plant die Einführung einer 150-Euro-Strafe für Masken-Verweigerer in Zeiten des Coronavirus.
  • Das Bußgeld soll verhängt werden, wenn in Bussen oder Bahnen gegen die Maskenpflicht verstoßen wird.
  • Für das Risiko, das Muffel eingehen, sind die 150 Euro noch viel zu wenig, findet RUHR24-Redakteur Daniele Giustolisi.

Dortmund - Man sieht sie derzeit immer wieder: Masken-Verweigerer in den Bussen und Bahnen in NRW. Mal wird das kleine Stück Stoff "lässig" unterhalb der Nase getragen, mal wird jede Gelegenheit genutzt, um sie abzusetzen. Und andere wiederum verweigern die Corona-Maske komplett.

Name

Covid-19

Haupt­übertragungs­weg

Tröpfchen­infektion/Aerosole

Häufige Symptome

Husten, Fieber, Schnupfen, Störung des Geruchs- und/oder Geschmacks­sinns, Pneumonie

Risikogruppen

insbesondere Ältere, Vorerkrankte

Coronavirus in NRW: 150 Euro Strafe für Masken-Muffel zu wenig

Dass das Land NRW nun die Strafe für Masken-Muffel anziehen will, ist ein guter Schritt. Bedenkt man, was schlimmstenfalls passieren kann, wenn ein Masken-Muffel für einen Corona-Ausbruch in einem Bus oder einer Bahn sorgt, wirken 150 Euro noch viel zu wenig. Es könnte Tote geben.

Inzwischen ist die Maske in den höchsten wissenschaftlichen Kreisen anerkannt. Sogar Skeptiker wie der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, räumen inzwischen ein, dass Masken helfen, das Coronavirus einzudämmen.

Und auch für die Schulen ist man in NRW inzwischen zur völlig korrekten Einsicht gekommen, dass eine Maske helfen kann, gegen das Virus anzugehen.

Hielt Corona-Masken zunächst für Unfug, ist jetzt aber anderer Meinung: Frank Ulrich Montgomery, Vorstandsvorsitzender des Weltärztebunds.

150 Euro Strafe für Masken-Muffel in NRW wegen Coronavirus

Was auffällt – und das ist rein subjektiv: Es sind häufig jüngere Leute, um nicht "Halbstarke" zu sagen, die provokant die Maske in Bussen und Bahnen nicht tragen und ein asoziales Verhalten an den Tag legen. Im Wissen, dass ihnen aufgrund ihrer jugendlichen Stärke relativ wenig passieren kann, gefährden sie andere Menschen mit dem Coronavirus.

Wer sich in der Öffentlichkeit aufhält, der muss Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen - das sieht auch Armin Laschet so, der die Maskenpflicht in NRW jüngst verteidigte. Die Freiheit hört da auf, wo die des Nächsten eingeschränkt wird. Oder sollte man auch unter Alkoholeinfluss Auto fahren, nur weil man sich in seiner Freiheit eingeschränkt fühlt?

Corona-Maske im NRW-ÖPNV nervt, ist aber sinnvoll

Es ist verständlich, dass die Maske in überhitzten Bussen und Bahnen nicht wirklich angenehm zu tragen ist. Solange das Risiko einer Ansteckung durch das Coronavirus aber noch akut ist, müssen wir alle in den sauren Apfel beißen. Eine Bus- oder Bahnfahrt dauert selten länger als 30 Minuten. Die Maske ist für einen solchen Zeitraum also zumutbar.

Wie wichtig es ist, dass die Gesellschaft momentan an einem Strang zieht, merken Masken-Muffel spätestens dann, wenn sie selbst eines Tages zur Risikogruppe gehören. Sie täten also gut daran, sich in die Lage der Gefährdeten zu versetzen.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und gibt nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion wider.

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