Live-Shows vor dem Aus

Coronavirus: Alarmstufe Rot - Promis aus NRW mit heftiger Kritik an erneutem Lockdown

Unter dem Motto Alarmstufe Rot äußern Promis aus NRW wie Luke Mockridge (r.) und Till Brönner ihre Kritik zu den Folgen des Coronavirus.
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Unter dem Motto Alarmstufe Rot äußern Promis aus NRW wie Luke Mockridge (r.) und Till Brönner ihre Kritik zu den Folgen des Corona-Lockdowns.

Das Coronavirus bedroht Existenzen. Daher haben Promis wie Sasha, Till Brönner und Luke Mockridge jetzt unter „Alarmstufe Rot“ Kritik geäußert.

Dortmund/NRW - Durch die Covid-19-Pandemie haben vor allem Personen, die im Kulturbereich arbeiten, eine ungewisse Zukunft vor sich. Da sie von der Regierung bislang nicht die gewünschten Hilfen bekommen hätten, haben sich nun auch aus NRW zahlreiche Promis eingeschaltet.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf
Bevölkerungsreichste StadtKöln

„Alarmstufe rot“: Heftige Kritik von Promis aus NRW an Corona-Regeln

Eine große Live-Show zu veranstalten, ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus in NRW und den anderen Teilen von Deutschland seit über sieben Monaten nicht möglich. Wegen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus stehen Konzerthallen wie die Westfalenhalle in Dortmund oder Arenen seit März leer. Darunter leiden besonders die Personen, die sonst im Hintergrund arbeiten, während Künstler wie Luke Mockridge auf der Bühne stehen und das Publikum begeistern.

Doch das, was diese Personen als finanzielle Hilfe erhalten sollen, reicht ihnen nicht zum Überleben aus. Denn es geht laut dem ZDF um den sechstgrößten Wirtschaftszweig in Deutschland. Das Geld solle zwar helfen, Betriebskosten zu decken, doch die Betroffenen benötigen vor allem Unterstützung, um private Kosten wie Miete zahlen zu können. Damit sich etwas ändert, haben sich nun zahlreiche Künstler und Mitarbeiter aus dem Veranstaltungsbereich zusammengeschlossen.

Klare Worte: Luke Mockridge, Atze Schröder und Co. aus NRW mit heftiger Kritik auf Instagram

Die Initiative #AlarmstufeRot steht für die etwa 1,5 bis 1,7 Millionen Menschen in Deutschland, die seitdem Ausbruch des Coronavirus in Deutschland nicht mehr in der Veranstaltungsbranche arbeiten können. Dabei gibt es auch zahlreiche Promis aus NRW, die dieses Projekt unterstützen.

Sie haben jetzt einen offenen Brief an die Regierung verfasst. Dazu gehören neben Entertainer Luke Mockridge (31) beispielsweise Musiker Gregor Meyle (42), Sänger Sasha (48), Comedian Atze Schröder (55) und Komikerin Carolin Kebekus (40).

„Alarmstufe rot“: Unterstützung für Betroffene in NRW gefordert nach Konzert-Absagen wegen Coronavirus

In dem Brief fordern die Promis unter anderem, dass Finanzhilfen geschaffen werden, „die der Branche nützen“. Denn: „Selbstständige Kulturschaffende müssen damit auch ihre privaten Kosten decken können“, heißt es in dem Brief.

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Dazu heißt es: „Die Politik muss endlich verstehen, dass auch (größere) Veranstaltungen sicher durchführbar sind und dies auch gegenüber der Öffentlichkeit transportieren.“ Nur so gewinne das Publikum wieder das Vertrauen, um Veranstaltungen zu besuchen.

Für große Diskussionen hatte zuletzt ein geplantes Live-Konzert von Künstlern wie Sarah Connor und The BossHoss in NRW gesorgt. Dort sollten zunächst wegen entsprechender Vorkehrungen zum Schutz vor dem Coronavirus tausende Zuschauer zugelassen werden. Schließlich musste das Konzert aber abgesagt werden.

„Es geht um Geld“: Musiker Till Brönner aus NRW mit deutlicher Kritik wegen Corona-Folgen

Doch nicht nur auf diese Weise äußern die Künstler Kritik. Trompeter und Sänger Till Brönner (49) aus Viersen in NRW spricht auf Instagram das aus, was vermutlich viele Personen aktuell denken: „Sowas wie heute habe ich noch nie gemacht. Muss daran liegen, dass ich ziemlich sauer bin“.

Dazu macht Till Brönner klar, dass es vor allem um die unzureichende finanzielle Unterstützung geht. „Ich denke, es ist an der Zeit, mal klarzustellen, worüber wir gerade sprechen, denn hier geht es nicht um Selbstverwirklicher, die in ihrer Eitelkeit gekränkt sind. Es geht um uns alle. Und es geht um Geld - viel Geld.“

Corona-Statement von Till Brönner aus NRW wird viraler Instagram-Hit

Doch der Musiker sieht die Schuld nicht nur in der Politik, sondern auch bei anderen Promis aus dem Bereich. „Seit Monaten schaue ich mir nicht nur an, wie eine gesamte Branche durch Corona lahmgelegt wird, sondern erlebe auch, wie auffällig verhalten und geradezu übervorsichtig Bühnenkünstler sich nach acht Monaten zu dieser Misere äußern, obwohl ihre Existenz gerade fundamental auf dem Spiel steht.“

Mit dem Statement spricht Musiker vielen Kollegen und Betroffenen offenbar aus der Seele. Daher entwickelte sich das Video auf Instagram innerhalb kurzer Zeit zu einem Hit. Mehr als 2,2 Millionen Nutzer haben sich das Video bislang angeschaut. Zudem haben sich bereits etwa 7.000 Kommentare darunter gesammelt.

Deutliche Kritik: Entertainer Luke Mockridge aus NRW spricht Klartext zu Corona-Regeln

Auch Entertainer Luke Mockridge aus Bonn macht in einem Video auf Instagram darauf aufmerksam, wie schlimm die Folgen durch das Coronavirus für die Kultur sind und äußert zudem Kritik an der Regierung: „Die Veranstaltungsbranche befindet sich seit acht Monaten immer noch in ihrem ersten Lockdown. Die Politik versucht mit jeder Menge Mitleid und Trost die Gemüter zu besänftigen, aber wir sind da an einem Punkt, wo Worte einfach nichts mehr bringen“.

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#alarmstuferot #theshowmustgoon @alarmstufe_rot_

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Der normalerweise für seinen Humor bekannte Moderator scheint zu wissen, warum: „Soweit ich das verstanden habe, sind professionell durchgeführte Veranstaltungen mit einem funktionierenden Infektionsschutzkonzept nicht das Problem. Das Problem sind unkontrollierte Zusammenkünfte im privaten und öffentlichen Bereich. Die finden aber nur vermehrt statt, weil es kein professionell durchdachtes Angebot gibt.“

Dabei scheint Luke Mockridge auch eine Lösung des Problems gefunden zu haben. „Also man kann die Rechnung doch ganz einfach aufmachen: Kultur erhalten, Existenzen und Leben retten. The show must go on, und zwar jetzt.“

Im Video: „Alarmstufe Rot“: Demo von Promis und Betroffenen wegen Corona-Folgen

Aber nicht nur digital, sondern auch persönlich sind die Betroffenen aktiv. So wurde am Mittwoch (28. Oktober) in Berlin eine Demo unter dem Motto „Alarmstufe Rot“ veranstaltet, bei der zahlreiche Menschen für die Gerechtigkeit in der Veranstaltungsbranche gekämpft haben.