Sorge vor zweiter Corona-Welle

Maskenpflicht wegen Coronavirus: Wie wichtig ist die Regel noch?  - Maßnahmen, die weiterhin sinnvoll sind

Trotz neuer Corona-Ausbrüche in NRW fragen sich viele, ob Maßnahmen wie die Maskenpflicht überhaupt noch nötig sind. Das ist im Alltag der beste Schutz.

  • Die inzwischen in NRW geltenden Lockerungen haben den Alltag ein Stück weit zurück in Richtung Normalität gebracht.
  • Dennoch grassiert das Coronavirus* weiterhin auch in Deutschland, wie jüngst der Ausbruch bei Tönnies deutlich zeigte.
  • Doch ohne allzu strenge gesetzliche Regeln, müssen Bürger mehr Eigenverantwortlichkeit zeigen.

Dortmund - Vor Kurzem noch waren die Regeln streng und Handlungsspielräume klein. Doch nach weitreichenden Lockerungen in Deutschland und NRW (alle Artikel aus dem Ressort*)auf der einen, und einem zweiten Lockdown in Teilen von NRW auf der anderen Seite, wie Ruhr24.de* berichtet, bleibt die Frage: Wie schütze ich mich richtig vor dem Coronavirus im neuen Alltag? Und wie sinnvoll ist die Maskenpflicht?

Virus:

Coronavirus/SARS-CoV-2

Erkrankung:

Covid-19

Bestätigte Fälle Deutschland:

192.778 (24. Juni 2020)

Bestätigte Fälle NRW:

41.218 (24. Juni 2020)

Viele Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus bestehen in Deutschland bereits seit Monaten. Vieles haben die Menschen in Deutschland daher längst verinnerlicht, anderes geriet nach der Umsetzung vieler Lockerungsmaßnahmen allerdings auch wieder in Vergessenheit (mehr News aus NRW rund um die Coronavirus-Pandemie im Live-Ticker*). Andere Maßnahmen, wie die geltende Maskenpflicht, werden immer wieder kontrovers diskutiert. 

Coronavirus: Lockerungen erfordern Eigenverantwortung - so gelingt es

Welche Regeln sollten wir auch jetzt, trotz aller Lockerungen, weiter beibehalten damit die Eindämmung des Infektionsgeschehens weiter gelingt? Und welche gesetzlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelten überhaupt noch? Hier kommt ein Überblick.

Abstand, Hygiene, Masken - diese drei Stichwörter umreißen laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die wichtigsten Verhaltensregeln, die jeder einzelne zum Schutz vor einer Coronavirusinfektion befolgen sollte: Sie bieten Schutz für jeden einzelnen selbst, für die eigene Familie, aber auch für alle Personen, mit denen man Kontakt hat.

Coronavirus: Abstand und Hygiene bleiben die wichtigsten Gebote

Von Experten wird immer wieder betont, wie wichtig es ist, Abstand zueinander zu halten. Und zwar mindesten 1,5 Meter. Besser mehr. Diesen Abstand überwinden infektiöse Tröpfchen, die eine infizierte Person beim Husten, Niesen oder auch Sprechen verbreitet, nicht so leicht. Das Risiko einer Infektion wird verringert.

Abstand halten bleibt in Zeiten des Coronavirus eine der wichtigsten Regeln für den Alltag.

Hygiene muss sein, in Zeiten derCorona-Pandemie mehr denn je. Also häufiges Hände waschen, und zwar gründlich und mit Seife, Desinfektionsmittel benutzen und in die Armbeuge Husten oder Niesen. Wer sich krank fühlt, sollte außerdem sofort den Kontakt zu anderen vermeiden.

Regeln in Zeiten des Coronavirus: Maskenpflicht gilt weiterhin - doch die richtige Handhabung ist wichtig

Aktuell gilt sie sowieso noch: die Maskenpflicht.* Über die gesetzliche Regelung hinaus erinnert auch das BZgA an das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Aber Achtung! Wie gut die Masken schützen, wird kontrovers diskutiert. 

Wichtig ist dabei vor allem, die richtige Handhabung der Masken. Der nur, wer seinen Mundschutz wäscht, wechselt und möglichst wenig anfasst*, minimiert durch das Tragen der Maske auch wirklich das Risiko einer Infektion.

Lockerungen trotz Coronavirus: Weniger ist mehr - Kontakte und Berührungen

Endlich! Nach den vielen Lockerungen kann man all' seine lang vermissten Freunde und Bekannte wieder treffen. Oder? Doch ehe man sich's versieht, weiß man gar nicht mehr so genau, wen man alles in den letzten Tagen getroffen hat. Und genau das ist nicht im Sinne des Infektionsschutzes

Persönliche Begegnungen sollten laut BZgA weiterhin beschränkt werden. Besonders zu älteren oder vorerkrankten Menschen. Immer zu wissen, mit wem man sich in den letzten 14 Tagen getroffen hat, ist dabei keine schlechte Idee - und leicht umzusetzen, wenn man seine Kontakte auf einen engen und vorher festgelegten Kreis beschränkt. Und auch hier gilt: Küsschen und Umarmungen sein lassen: Abstand ist und bleibt das oberste Gebot.

Coronavirus: Ansteckungsrate gering halten durch einfache Verhaltensregeln

Größere Treffen mit mehreren Personen aus unterschiedlichen Haushalten (zum Beispiel zu Filmabenden oder Spielverabredungen) sind nicht in Ordnung. Das BZgA warnt: Nur wenn Zusammenkünfte dieser Art weiterhin nicht stattfinden, gelinge es, die Ansteckungen weiter einzudämmen.

Im Übrigen gelten ähnliche Regeln auch für den Job: Wer kann, sollte von zu Hause arbeiten. Ist das nicht möglich, sollte der direkte Kontakt zu Arbeitskollegen vermieden werden. Sinnvoll sind außerdem kleine, feste Teams, in denen gearbeitet wird. Räume sollten immer gut durchlüftet und auf das Händeschütteln zur Begrüßung weiter verzichtet werden.

Rücksicht auf andere - besonders in Zeiten des Coronavirus 

Ein bisschen Husten, irgendwie Schlapp - wer sich so fühlt und trotzdem zur Arbeit geht oder sich mit seinen Freunden trifft, bringt seine Mitmenschen im schlimmsten Fall in ernste Gefahr.

Infektionsschutz

bedeutet auch, andere zu schützen, wenn man womöglich selbst krank ist. Auch interessant:

Dortmund, Essen oder Köln - wo in NRW verstoßen die meisten Menschen gegen die Corona-Regeln

Bei den ersten Anzeichen, die auf eine Corona-Infektion hindeuten könnten, heißt es also: Zuhause bleiben und telefonisch Rat suchen. Beim Hausarzt oder über die Corona-Hotline 116-117.

Coronavirus: Maskenpflicht und Abstand - die wichtigsten, offizielle Regeln in NRW

Neben den allgemein empfohlenen Verhaltensregeln gelten weiterhin auch einige gesetzlich festgeschriebene Regeln. Über das umfassende und stets aktuelle Regelwerk informiert die Landesregierung NRW auf ihrer Homepage. Hier die wichtigsten Regeln in aller Kürze:

  • Die Maskenpflicht gilt vorerst noch bis zum 1. Juli 2020. Davon sind allerdings Kinder, die noch nicht zur Schule gehen befreit und Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können.
  • Die Abstandsregel von 1,5 Metern gilt bis auf Weiteres.
  • In der Öffentlichkeit dürfen sich höchsten zehn Personen treffen. Die maximale Anzahl gilt jedoch nicht bei Verwandten in gerader Linie (also Großeltern - Eltern - Kinder - Enkelkinder) oder Personen aus nur zwei verschiedenen Haushalten. 

Coronavirus: Feiern und Reisen - die wichtigsten, offizielle Regeln in NRW

  • Bei wichtigen Ereignissen wie einer Hochzeits- oder Geburtstagsfeier dürfen 50 Menschen miteinander feiern, wenn alle Kontaktdaten bekannt sind und die Hygieneregeln eingehalten werden können.
  • Reisende, die aus Risikogebieten einreisen, müssen 14 Tage in Quarantäne. Eine Liste aller Länder, die als Risikogebiet eingestuft sind, hält das RKI bereit. Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies in NRW durften jüngst allerdings auch Reisende aus der als Hotspot identifizierten Region im Kreis Gütersloh nicht in andere Bundesländer einreisen.

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Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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