Auswege aus der Pandemie

Statt Lockdown: Ärzte und NRW-Virologe Streeck fordern andere Corona-Maßnahmen

Hendrik Streeck, Virologe aus Bonn. Coronavirus.
+
Hendrik Streeck, Virologe aus Bonn. Coronavirus.

Mehrere deutsche Ärzte - darunter Hendrik Streeck - fordern statt eines Lockdowns in der Pandemie andere Maßnahmen, um das Coronavirus einzudämmen.

NRW - Deutschland droht ein neuer Corona-Lockdown. Nach Informationen der Bild soll dieser am Montag (2. November) beginnen. Auf den ersten Blick erscheint das aufgrund der hohen Zahlen der Coronavirus-Neuinfektionen logisch. Aber ist es das auch?

VirologeHendrik Streeck
Geburtstag7. August 1977
AusbildungCharité Berlin, Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität Bonn

Unter anderem NRW-Virologe Hendrik Streeck (Bonn) und Virologe Jonas Schmidt-Chanasit (Hamburg) haben da ihre Zweifel und fordern eine neue Corona-Strategie (alle News zum Coronavirus auf RUHR24.de).

Lockdown würde in der Corona-Pandemie große Schäden in der Gesellschaft anrichten

Ein Corona-Lockdown (alle Infos im Live-Ticker auf RUHR24.de) würde die Gesellschaft und Wirtschaft hart treffen. Es würde zu schweren Schäden aufgrund von Isolierung, verschobener Operationen und Schließungen in Industrie, Einzelhandel und Gastronomie kommen. Auch wa.de und die Frankfurter Rundschau berichten über den Vorstoß der Ärzte und Wissenschaftler.

Ein neuer Corona-Lockdown würde zwar einen Rückgang der Neuinfektionen bedeuten. Aber man müsse sich auch mit dem Gedanken anfreunden, andere Wege zu gehen. NRW-Virologe Hendrick Streeck und seine Kollegen haben sich dazu heute (28. Oktober) in einem gemeinsamen Positionspapier geäußert.

Hendrik Streeck: Statt Lockdown - andere Strategien im Coronavirus-Marathon

Aus Sicht der Ärzte sei eine langfristige Strategie wichtig. Denn das Coronavirus sei auch im Dezember 2021 noch nicht weg. Man werde die kommenden Jahre damit zu tun haben. Hendrick Streeck: „Wir werden noch Jahre lang mit dem Virus umgehen müssen. Wir müssen uns auf einen Marathon vorbereiten.“

Eine wichtige Änderung in der Strategie:

  • „Die Fokussierung der Ressourcen auf die Risikogruppe ist nun das Wichtigste“, sagt Hendrik Streeck. Es sei wichtiger die Risikogruppe zu schützen, als eine Nachverfolgung zu betreiben.
  • Unterschiedliche Kennzahlen sollen gebündelt werden, um ein einheitliches regionales Ampelsystem zu erstellen. Dabei spielen Indikatoren wie Infektionszahlen, Anzahl durchgeführter Tests und stationäre sowie intensivmedizinische Behandlungskapazitäten in einer Region eine Rolle.
  • Eigenverantwortung statt Verbote und Bevormundung. Die Bevölkerung soll dabei stärker zum Mitmachen motiviert als gezwungen werden. Anstatt Angst und Panik soll das Aufzeigen von Alternativen höchstes Gebot sein

Ein Lockdown sei nicht zielführend, das berichtet auch msl24.de*. Die Frage der Schließung von Schulen und Kitas würde sich nicht stellen. Es habe kein Superspreader-Event in solchen Einrichtungen gegeben.

Statt Lockdown: AHAL-Regeln könnten in der Corona-Pandemie ausreichen - eigentlich

Auch eine Schließung von Restaurants oder Bars sei nicht unbedingt notwendig. Häufig würden die Partys dann einfach im privaten Raum und unter Missachtung jeglicher Basisregeln (AHAL-Regeln - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften) stattfinden.

Prof. Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Abteilung Arbovirologie in Hamburg.

Aus Sicht von Jonas Schmidt-Chanasit (Virologe aus Hamburg) sei häufig die Einhaltung die AHAL-Regeln versäumt worden. Dabei müsse man auch auf die Zielgruppe schauen, die nicht so gute Deutschkenntnisse haben. „Vertrauens- und Respektspersonen müssen dabei Aufklärung betreiben“, so der Virologe aus Hamburg. Eigentlich sind die AHAL-Regeln ausreichend, wenn man sich daran hält. „Und daran sind wir bisher eben gescheitert“, so Schmidt-Chanasit.

Hendrik Streeck: Kampf gegen Coronavirus - „Masken müssen sexy werden“

Ein wichtiger Punkt im Kampf gegen das Virus sind die Masken. Es mag sein, dass nicht jeder an die Masken glaubt. Aber man müsse den Menschen klarmachen, dass es in der Familie Menschen gibt, die zur Risikogruppe zählen und geschützt werden müssen, berichet auch WA.de*. Hendrik Streeck sagte dazu, dass Masken sexy werden müssen in Zukunft. *msl24.de und WA.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Mehr zum Thema