Gegen die Corona-Schutzverordnung

Tumulte bei Coronavirus-Demos in NRW: Demonstranten ignorieren Corona-Auflagen - Attacken auf Journalisten

Hunderte Menschen demonstrierten am Wochenende gegen die Corona-Auflagen in NRW. Es kam zu Zwischenfällen bei den Protesten und Angriffen auf Journalisten.

  • Am Samstag (9. Mai) demonstrierten Menschen in vielen Städten in NRW gegen die Corona-Schutzverordnung.
  • Bei einigen der Ansammlungen kam es zu Zwischenfällen.
  • Unter anderem wurden in Dortmund zwei Journalisten von einem Mann aus der rechtsextremen Szene angegriffen. 

Dortmund/ Nordrhein-Westfalen - Am Wochenende sind gleich in mehreren Städten in NRW Menschen auf die Straße gegangen, um ihren Unmut über die derzeitigen Einschränkungen aufgrund des Coronavirus kundzutun. 

Einige der Versammlungen waren vorab untersagt oder gar nicht erst angemeldet worden. Es kam zu einigen Vorfällen bei den Demonstrationen in Köln, Dortmund, Düsseldorf und anderen Städten.

Coronavirus-Demo in Köln: Mehrere Hundert Menschen gehen unangemeldet auf die Straße

Unter anderem demonstrierten in Köln in der Innenstadt mehrere Hundert Menschen lautstark gegen die derzeitigen Corona-Auflagen. Wie die Polizei in Köln mitteilte, war der Protest vorab nicht angemeldet worden, weshalb nun wegen des Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung, gegen das Versammlungsgesetz und das Infektionsschutzgesetz ermittelt wird.

Außerdem sollen die Demonstranten weder einen Mundschutz getragen noch sich an den Mindestabstand gehalten haben. Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob hat dafür wenig Verständnis.

Coronavirus-Demos in NRW: Kölner Polizeipräsident hat dafür wenig Verständnis

"Ein Großteil der Demonstranten hat Unbeteiligte mehrfach dazu aufgefordert, den Mundschutz abzunehmen und ohne Maske die Geschäfte zu betreten. Dafür haben wir absolut kein Verständnis", sagte Uwe Jacob.

Und weiter: "Es ist mir unbegreiflich, wie man so etwas in diesen Zeiten fordern kann. Offenbar haben diese Menschen immer noch nicht verstanden, dass es hier nicht nur um ihre Gesundheit, sondern auch um das Leben anderer Menschen geht." Auch bei RUHR24-Redakteurin Lisa Bender sorgt das Verhalten bei den Coronavirus-Demos für Unmut - sie hält es für unangebracht und gefährlich. 

Coronavirus-Demos in NRW: Angriffe auf Journalisten in Dortmund

Auch bei einer Coronavirus-Demonstration in Dortmund kam es zu heftigen Vorfällen. Die Ansammlung war noch am Samstag aus infektionsschutzrechtlichen Gründen von der Stadt Dortmund abgesagt worden. Dennoch hatten sich rund 150 Personen auf dem "Alten Markt" in Dortmund versammelt, darunter auch polizeibekannte Rechtsextreme.

Dabei soll es zu einem Angriff durch eine 23-jährige Person aus der rechtsextremen Szene auf ein Presseteam gekommen sein. Wie der WDR gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) mitteilte, soll es sich dabei um zwei Journalisten des Westdeutschen Rundfunks gehandelt haben.

Der junge Mann soll gegen die Kamera der Journalisten geschlagen und dabei einen der beiden leicht verletzt haben. Außerdem habe er zuvor andere Medienvertreter beleidigt. Die Polizei nahm den 23-Jährigen in Gewahrsam.

Journalisten-Verband verurteilt Attacke bei  Coronavirus-Demo in Dortmund

Die Redaktion des WDR will nun den Hintergründen des Vorfalls auf den Grund gehen. Und auch der NRW-Landesverband des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV-NRW) hat sich zu dem Vorfall geäußert.

"Gerade, weil sich Angriffe wie diese in den vergangenen Tagen häufen und sich extremistische Gruppen zunehmend gewaltbereit gegenüber Journalisten zeigen, müssen sie mit größtmöglichem Fahndungsdruck geahndet werden", erklärte der Landesvorsitzende Frank Stach.

Auch in Aachen, Düsseldorf und Gütersloh fanden Coronavirus-Demos statt

Im Gegensatz zu den Demonstrationen gegen die Corona-Schutzverordnung in Köln und Dortmund, verliefen die Ansammlungen in Düsseldorf, Gütersloh und Aachen weitgehend ohne Zwischenfälle.

So gingen rund 50 Menschen in Düsseldorf unter dem Motto "Nicht ohne uns" auf die Straße. Die Ansammlung sei spontan angemeldet worden, heißt es vonseiten der Polizei. Alle hätten sich aber an die Corona-Regeln gehalten und die Schutzmaßnahmen eingehalten

Gleiches gilt für die Ansammlung in Gütersloh. Auch hier waren die Corona-Schutzverordnung Thema bei einer Demonstration gewesen, die mit Sprechchören durch die Innenstadt zog.  

Coronavirus-Demo in Aachen: Polizei löst Ansammlung auf

Nur bei einer Ansammlung in Aachen berichtete die Polizei von einem weiteren Zwischenfall. Auch hier war die Demonstration der knapp 200 Personen nicht genehmigt gewesen, weshalb die Polizei diese am Elisenbrunnen in Aachen aufgelöst hatte.

In einigen Fällen verstießen die Demonstranten gegen die Corona-Schutzverordnung. 

Die Demonstranten sollen gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen haben - nun wird gegen den Initiator ein Strafverfahren eingeleitet. 

Außerdem soll ein Polizist eine freie Journalistin bei der Berichterstattung gehindert haben. Sie soll dabei leicht verletzt worden sein, weshalb der Vorfall nun näher untersucht werde. 

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