Kommentar

Corona-Pandemie: Warum das Jahr 2020 trotz allem super war

Maske liegt am Boden
+
Maskenpflicht und geschlossene Läden, dennoch: 2020 war super!

Es war ein schreckliches Jahr – wirklich? Das Coronavirus war hart und wir mussten schwere Krisen erleben, doch unsere Redakteurin findet: 2020 war super.

Dortmund – Keine Frage, das Jahr 2020 wird nicht in die Geschichte eingehen, weil es das beste Jahr aller Zeiten war. Menschen erlitten in diesem Jahr schreckliche Verluste, menschlich wie auch materiell. Geliebte Menschen sind gestorben, Existenzgrundlagen wurden zerstört. Doch ohne diese schweren Schicksalsschläge negieren zu wollen, hatte das Jahr doch auch wirklich gute Seiten. Die Coronavirus-Pandemie hat uns einen großen Schritt nach vorne gebracht.

VirusCoronavirus SARS-Cov2
ErkrankungCovid-19
SymptomeHusten, Fieber, Verlust von Geruchs- und Geschmacksinn

Coronavirus-Pandemie hat uns überrollt – mit Solidarität

Die Coronavirus-Pandemie hat uns zu Hause eingesperrt, Kontakte unterbunden, Existenzen gefressen, Menschen getötet. Was soll daran gut sein? Daran ist gar nichts gut. Dennoch hatte die Pandemie durchaus positive Effekte auf unser Zusammenleben, auf die digitale Entwicklung, auf unsere Umwelt. Trotz des ganzen Schreckens sollte das nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Schon zu Beginn der Pandemie – noch bevor Corona-Leugner ihre Parolen in die Welt hinausgeschrien haben – war die Solidarität unter den Menschen riesig. Gehen wir einige Monate zurück: Der erste große Corona-Knall, harter Lockdown, keiner wusste so recht, was eigentlich los ist. In dieser völlig ungewohnten Situation, in der Kontakte vermieden werden sollten, sind die Menschen – im übertragenden Sinne – aufeinader zugegangen und haben sich gegenseitig unterstützt.

Besonders unsere älteren Mitmenschen, die enorm vom Coronavirus und einem schweren Covid-19-Verlauf bedroht sind, haben von der Nachbarschaftshilfe profitiert. In unzähligen Hausfluren hingen Mitteilungen von hilfsbereiten Nachbarn aus: „Wir gehen gerne für Sie einkaufen“, hieß es. Nachbarn wollten Nachbarn vor einer tödlichen Krankheit schützen. Sogar die Discounter Aldi und Lidl sind auf den Zug aufgesprungen und haben zur Solidarität unter Nachbarn aufgerufen.

Coronavirus-Pandemie: Seit 30 Jahren nicht so wenige Verkehrstote wie jetzt

Wer in der Coronavirus-Pandemie und im Lockdown weiterhin arbeiten gehen konnte, hat das oft von zuhause aus getan. Wer dennoch zur Arbeit gefahren ist, ist dabei oft aufs Rad umgestiegen, um die öffentlichen Verkehrsmittel und unnötige Kontakte zu umgehen. Das hatte gleich mehrere Effekte: weniger Unfälle, mehr Radspuren und weniger Emissionen.

Seit der Deutschen Wiedervereinigung wurden noch nie so wenig Menschen bei Verkehrsunfällen getötet oder verletzt wie im ersten Halbjahr 2020, berichtet der Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. (ADAC). Das macht 13,2 Prozent weniger Verkehrstote und 18,7 Prozent weniger Verletzte.

Das Coronavirus brachte uns neue Radwege und mehr Fahrräder

Um Bewegungsmangel im Lockdown auszugleichen, sind wohl viele Menschen aufs Rad umgestiegen. Das hat sich auch in der Fahrradbranche bemerkbar gemacht. Vor einem Dortmunder Fahrrad-Laden bildeten sich immer wieder lange Schlangen mit wartenden Kunden – die Branche boomte. Davon hat auch die Politik Wind bekommen.

In ganz Europa sind Pop-Up-Fahrradwege in den Innenstädten aufgeploppt. Weniger Autos auf den Straßen machte das möglich. Auch Dortmund hat mitgemacht und auf einer der meistbefahrenen Straßen der Stadt neue Radwege eingerichtet. Zunächst einmal testweise, aber immerhin.

Coroa-Pandemie bringt ein neues Arbeitsmodell an den Start und schont die Umwelt

Dadurch, dass mehr Menschen auf das Fahrrad umgestiegen sind und somit weniger Autos auf den Straßen unterwegs waren, aber natürlich auch dadurch, dass weniger Reisen unternommen wurden, sind die Emissionen weltweit deutlich gesunken. Der Ausstoß von Kohlendioxid aus der Verbrennung von Kohle, Gas und Öl ging laut dem Forschungsnetzwerk „Global Carbon Project“, das von der Tagesschau zitiert wird, in diesem Jahr um sieben Prozent zurück. Das sind 2,4 Milliarden Tonnen CO2, die eingespart wurden.

Schon klar, Kritiker werden jetzt einwerfen, dass das nur ein temporärer Rückgang ist. Aber Fakt ist doch, dass 2,4 Milliarden Tonnen CO2 eingespart wurden. Fakt ist auch, dass uns das zeigt, dass der Klimawandel nicht unumgänglich ist. Wir haben tatsächlich die Möglichkeit, etwas zu verändern. Mehr Homeoffice, weniger um die Welt jetten, weniger Autofahren – der Weg dafür ist geebnet. Immer mehr Unternehmen haben nun für sich die Vorteile von Homeoffice erkannt, das kann in Zukunft fortgeführt werden. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Work-Life-Balance. Wer zuhause arbeitet, bekommt Privates und Arbeit oftmals leichter unter einen Hut – immerhin entfällt der (oftmals) lange Weg zur Arbeit.

Video: Corona-Lockdowns schicken CO2-Emissionen vorübergehend auf Talfahrt

Corona-Impfstoff ist auch Hoffnungsträger in der Krebsforschung

Generell ist die Welt in diesem Jahr digitaler geworden. Wir waren nicht allein, wir konnten uns jederzeit mit Freunden, Familie und Arbeitskollegen vernetzen. Bargeldlose Zahlung ist jetzt oft auch beim Bäcker nebenan möglich, Schulen werden mit Tablets ausgestattet, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gab es teilweise per Videosprechstunde beim Arzt.

Die von vielen mit großer Skepsis betrachtete Impfung, die in Rekordzeit zugelassen wurde, ist nicht nur ein Lichtblick in der Coronavirus-Pandemie. Der neue mRNA-Impfstoff ebnet auch den Weg in der Krebsforschung. Die Entwicklung des Impfstoffs stellt einen wissenschaftlichen Durchbruch dar, die neue mRNA-Technologie könnte laut Funk in Zukunft bei der Bekämpfung von Krebs helfen.

Coronavirus-Pandemie als Chace begreifen und nicht zurückkehren

Das Coronavirus, das so viele Opfer gefordert hat, hat auch Effekte, die weit in die Zukunft reichen können. So vieles hat sich in den letzten Monaten geändert, warum sollten wir wieder an den Punkt zurückkehren, als Homeoffice verpönt und Solidarität so gar nicht angesagt war? Ob wir es wollen oder nicht, das Coronavirus wird noch weit ins nächste Jahr hineinreichen. Und das ist (teilweise) auch gut so.

Das, was sich verändert hat, kann gerne so bleiben (mit einigen Ausnahmen). Denn viele Menschen konnten sich in der Krisen-Zeit rebooten, sich neu ordnen, den Fokus auf wirklich wichtige Dinge lenken.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors/der Autorin und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Mehr zum Thema