Auswirkungen der Covid-19-Pandemie

Supermarkt oder Erntehelfer: In der Coronavirus-Krise suchen diese Branchen dringend Mitarbeiter

Das Coronavirus hat eine Job-Krise hervorgerufen. Doch diese Branchen suchen aktuell dringend Mitarbeiter. 

  • Wegen des Coronavirus sind derzeit Geschäfte, Kulturstätten und Restaurants geschlossen.
  • Für Freiberufler oder die Angestellten der betroffenen Betriebe bedeutet das häufig Lohnentfall oder sogar die Kündigung.
  • Doch es gibt Möglichkeiten, sich kurzfristig etwas dazuzuverdienen - zum Beispiel in der Landwirtschaft.

Nordrhein-Westfalen - Das Coronavirus hat den Arbeitsmarkt mit voller Wucht getroffen: Während die einen, wie zum Beispiel die Mitarbeiter im Einzelhandel, am Limit arbeiten, um die Regale kontinuierlich aufzufüllen, müssen andere tatenlos zu Hause sitzen oder auf Teile ihres Gehalts verzichten. Nun tauchen zunehmend Angebote auf, die beiden Seiten zusammenzuführen.

Coronavirus trifft Arbeitswelt mit erheblichen Konsequenzen für Mitarbeiter 

Clubs, Restaurants, Kneipen, Schwimmbäder, Kinos (bis auf ein paar wenige Autokinos), Theater oder Messen: Geschäfte und Kultureinrichtungen, die nicht für die Grundversorgung notwendig sind, sind derzeit wegen des Coronavirus geschlossen. 

Auch die Fließbänder und die Produktionsketten stehen in vielen Betrieben bis auf Weiteres wegen der Verbreitung des Erreger SARS-CoV-2 still. Die wirtschaftliche Situation in Nordrhein-Westfalen, aber auch in ganz Deutschland ist aktuell in eine Schieflage geraten. 

Kündigung, weniger Gehalt oder Kurzarbeit als Folgen des Coronavirus

Für die Angestellten bedeutet das oftmals harte Konsequenzen: Einige haben bereits ihren Job verloren, andere bekommen weniger Gehalt, weil ihre Arbeitgeber auf Kurzarbeit umgestellt haben. 

Doch wegen des Coronavirus fehlt es in anderen Bereichen an Mitarbeitern - zum Beispiel in der Landwirtschaft.

Coronavirus: Landwirtschaft sucht dringend Erntehelfer

Normalerweise kommen im Frühjahr immer viele Arbeitskräfte aus den e uropäischen Nachbarländern nach Deutschland, um bei der Ernte, Vermarktung und Logistik von Spargeln oder Erdbeeren zu helfen.

Wegen des der Verbreitung von Covid-19 dürfen diese aktuell jedoch nicht einreisen und in der Landwirtschaft fehlen unzählige helfende Hände. 

„Viele tausend Arbeitskräfte fehlen aktuell auf unseren Sonderkulturbetrieben mit Gemüse und Obst. Daher sind unsere Betriebe um jede helfende Hand dankbar, die dazu beiträgt, die Ernten einzuholen“, weiß zum Beispiel Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands.

Job als Erntehelfer wegen des Coronavirus gesucht? Hier kann man sich melden

Um diejenigen, die derzeit wegen der Schließung von Bars, Kneipen oder Messen keine Arbeit mehr haben, mit denjenigen zusammenzubringen, die, wie zum Beispiel die Landwirte, dringend Mitarbeiter benötigen, wurden innerhalb kürzester Zeit einige Plattformen ins Leben gerufen.

So kann man sich zum Beispiel auf der Webseite des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands sowohl landwirtschaftliche Betriebe als auch potenzielle Erntehelfer eintragen. "Wir wollen die landwirtschaftlichen Betriebe und die Arbeitssuchenden, die nicht anderweitig eingebunden sind, zusammen bringen. So können die Ernten gesichert werden und die Menschen während der Krise mit ihrer Arbeit Geld verdienen", teilte Hubertus Beringmeier in einer Mitteilung des NRW-Verbands mit.

Wegen des Coronavirus werden Kellner zu Erntehelfern

Eine andere Möglichkeit ist die kürzlich gegründete Initiative Land Arbeit. Die Idee wurde von Frederik Henn, selbst Landwirt in Brandenburg, und Till Andernach kurzerhand ins Leben gerufen, um Menschen, die durch das Coronavirus ihren Job verloren haben, mit Arbeitgebern in der Landwirtschaft, denen die Saisonkräfte fehlen, zu verbinden.

Jeder kann sich ganz simpel auf der Seite eintragen und äußerst flexibel seine Verfügbarkeiten angeben. Deutschlandweit werden dann passende Profile gematscht - und schon bald kann der Kellner für einige Zeit Erdbeeren ernten.

Mitarbeiter im Einzelhandel von den Folgen des Coronavirus betroffen

Aber nicht nur die Landwirtschaft sucht händeringend Mitarbeiter. Auch der Einzelhandel ist am Rande seiner Kapazitäten. Aufgrund der gesteigerten Nachfrage nach Lebensmitteln wegen des Coronavirus fehlen in den Supermärkten, die während der Coronavirus-Pandemie häufig überfüllt sind, helfende Hände, die die Regale einräumen.

Die Waren seien da, aber es fehle das Personal, dass beim Einräumen und im Verkauf helfe, so der Rewe-Chef Lionel Souque. "Wer in unseren Märkten jetzt als Aushilfe tätig werden möchte, kann sich unkompliziert bewerben", sagte er. Und auch ein Blick in die Jobbörsen im Internet verrät: Der Einzelhandel sucht dringend Mitarbeiter wegen den Auswirkungen des Erregers SARS-CoV-2

Coronavirus und Einzelhandel: Mitarbeiter gesucht!

So heißt es beispielsweise vonseiten der Arbeitsvermittlung Jobtimisten in einer Stellenanzeige "Im Auftrag mehrerer Supermärkte und auch Fachgeschäfte sind wir dringend auf der Suche nach Mitarbeitern (m/w) für den Verkauf in Voll- und Teilzeit". Arbeitsbeginn: ab sofort für 10 Euro in der Stunde. Die Agentur schaltet diese Anzeige unter anderem für Rewe, der jetzt einen tschechischen Konkurrenten bekommt, und Edeka

Übrigens: Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist das neue Semester an den Universitäten digital gestartet. Diese fünf Tipps helfen beim Semesterstart daheim. 

Ähnliche Aussagen über den Bedarf nach Mitarbeitern gab es auch von Aldi, Real und Kaufland gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Man würde nicht zuletzt auf Studenten hoffen, die wegen der Schließung der Universitäten aktuell nichts zu tun haben, aber auch auf andere Mitarbeiter, die aufgrund der derzeitigen prekären Situation einen Aushilfsjob gut gebrauchen könnten. 

Weitere Möglichkeiten um während der Coronavirus-Krise Geld zu verdienen

Was für den Einzelhandel gilt, betrifft auch die Logistik-Branche. Denn die Frequenz der Warenbelieferung aus den Lagern in die Supermärkte wurde ebenfalls erhöht. Und auch in anderen Bereichen, werden kurzfristige Aushilfsjobs angeboten, um der neuen Situation wegen des Coronavirus gerecht zu werden:  

  • Das Robert Koch-Institut sucht Containment Scouts: Konkret werden Studierende gesucht, die Covid-19-Patienten am Telefon befragen, in Verbindung zu möglichen Kontaktpersonen treten und bei der Pflege der Statistiken mitzuhelfen. Gearbeitet werden kann in Berlin oder in den jeweiligen Gesundheitsämtern der Städte.
  • Nebenjob im Lieferdienst: Viele Restaurants haben wegen des Coronavirus ihre Türen geschlossen und bieten stattdessen neuerdings einen Lieferservice an. Als Auslieferer hat man daher derzeit gute Chance.
  • Jobs im Gesundheitswesen: Immer mehr Gesundheitseinrichtungen bieten aktuelle eine Mitarbeit in Bereichen an, die auch ohne medizinische Vorkenntnisse ausgeführt werden kann. Zum Beispiel um als Apothekenkurier Medikamente zu Risikopatienten zu bringen. Eine Übersicht über diese Jobs gibt es zum Beispiel bei RUHR24Jobs.
  • Private oder ehrenamtliche Aushilfsjobs: Das Coronavirus stellt nicht nur Unternehmen vor große Probleme, sondern auch Abläufe im privaten oder sozialen Bereich. So gibt es im Ruhrgebiet zum Beispiel diverse Angebote, wo man seine Hilfe in Zeiten der Covid-19-Krise anbieten kann, aber auch deutschlandweit finden sich auf unterschiedlichen Jobbörsen wie stellenwerk.de unter der Kategorie "Private Jobs" so viele Angebote wie noch nie. Und die reichen vom Nachhilfelehrer, über das Babysitting bis hin zur Einkaufhilfe reichen.  

Jetzt muss nur noch eine kurze Bewerbung fertig gemacht werden und möglicherweise hat man schon nächste Woche wieder einen neuen Job oder sein Gehalt ein wenig aufgestockt - zumindest für den Übergang. 

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa ; Collage: RUHR24