Festnahme

Holland: Mann verkauft Coronaviren für 33,50 Euro zur Selbstinfektion

Die Corona-Pandemie bietet Potenzial für allerlei kriminelle Machenschaften. Eine aktuelle Festnahme in Holland hat einen besonders kuriosen Hintergrund.

Den Haag – Gefälschte Impfpässe, dubiose Abrechnungen in Testzentren oder fiese Betrugsmaschen am Telefon: Das Coronavirus gleicht einer Spielwiese für Kriminelle. In erstaunlich geringen Abständen entdecken Betrüger neue Mittel und Wege, um mit der Pandemie einen Reibach zu machen.

LandNiederlande
HauptstadtAmsterdam
RegierungssitzDen Haag

Corona-Verkauf in Holland: Website bietet Corona-Kit zur Selbstinfektion an

Besonders kurios ist ein Fall aus Holland. Dort hat der Steuerfahndungsdienst FIOD am Freitag (10. Dezember) einen Mann festgenommen, der im Verdacht steht, Coronaviren über das Internet zu verkaufen. Für 33,50 Euro soll er ein sogenanntes Corona-Kit angeboten haben (mehr News aus Holland bei RUHR24).

Das Kit enthielt laut De Telegraaf ein Röhrchen mit einer Flüssigkeit mit dem Coronavirus und einen Selbsttest, um die Infektion anschließend festzustellen. Die Betreiber der Website, die inzwischen offline genommen wurde, behaupteten, die von ihnen verkauften Viren seien nicht älter als drei Monate und enthielten auch die neuesten Mutationen und Varianten.

Coronaviren in Holland verkauft: Mann nach Festnahme zunächst wieder freigelassen

Die Zielgruppe dieses dubiosen Angebots: Vermutlich vorwiegend Impfgegner, die keine Lust mehr auf Lockdown in Holland haben. Potenziellen Käufern sei laut FIOD versprochen worden, sich nach überstandener (Selbst-)Infektion einen 2G-Nachweis ausstellen lassen zu können – so zumindest die Theorie.

Ob das aber auch praktisch funktioniert hätte – oder möglicherweise funktioniert hat – ist noch unklar. Denn nach der Festnahme und anschließender Vernehmung wurde der Mann zunächst wieder freigelassen. Der Nachrichtenagentur ANP sagte eine FIOD-Sprecherin, dass nun geprüft werden müsse, ob der Mann etwas verkauft hat und wenn ja, wie viel und ob das überhaupt wirkt.

Die Corona-Lage in Holland ist prekär: Patienten werden zum Teil nach NRW verlegt.

Die Ermittlungen in dem Fall dauern an. Die niederländische Behörde für Gesundheitsfürsorge warnt in dem Zusammenhang erneut vor den ernsthaften Folgen einer Covid-Erkrankung. „Jeder, der sich selbst ansteckt, gefährdet die öffentliche Gesundheit.“

Rubriklistenbild: © Loic Venance/AFP; Collage: RUHR24

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