Risiken für Ungeimpfte

Wieder mehr Corona-Patienten auf Intensivstationen – Ungeimpfte trifft es härter

Die vierte Corona-Welle ist bereits im vollen Gange. Doch nicht nur die Inzidenz steigt – sondern auch die Zahl der Patienten.

Dortmund – Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen ist in der vierten Welle jetzt erstmal wieder auf über 1000 gestiegen. Betroffen sind dabei nicht nur Senioren.

NameCorona, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Vierte Corona-Welle: Zahl der Intensivpatienten nimmt wieder zu

Am Sonntag (29. August) meldete der Divi-Register-Tagesreport 1008 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Deutschland. 485 davon mussten beatmet werden. Zuletzt wurden mehr als 1000 Menschen am 18. Juni im Tagesreport erfasst. Der Tiefstand lag am 22. Juli bei 354 Corona-Intensivpatienten. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nimmt die Belegung seitdem wieder zu.

Zum Vergleich: Am 29. August 2020 wurden 241 Patienten gemeldet, 134 davon beatmet. Erst Ende Oktober ist der Wert im Zuge der zweiten Corona-Welle auf über 1000 gestiegen.

Und es gibt einen weiteren Unterschied zum vergangenen Jahr: Von der Belegung von Intensivbetten wegen Corona sind weitaus weniger Senioren betroffen (mehr zum Coronavirus in NRW bei RUHR24 lesen).

Corona-Patienten auf Intensivstationen: Ungeimpfte trifft es härter

So ist laut dem Divi-Register jeder zehnte derzeit der auf der Intensivstation behandelte Covid-19-Patienten zwischen 30 und 39 Jahre alt, jeder fünfte zwischen 40 und 49. Dieser Stand wird immer donnerstags aktualisiert und stammt vom 26. August.

Die 50- bis 59-Jährigen machen demnach gut ein Viertel der Patienten und die 60- bis 69-Jährigen gut ein Fünftel aus. Von schweren Verläufen oder gar Todesfällen seien außerdem vor allem Ungeimpfte betroffen.

In NRW sei der Anteil der Intensiv-Corona-Patienten besonders hoch. 6,4 Prozent der Intensivbetten machen demnach Corona-Patienten aus, im Saarland sind es 5,3 Prozent.

Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen wird wohl zunehmen

Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen nimmt voraussichtlich auch weiterhin zu. Laut der dpa spiegelt sich der Inzidenzwert erfahrungsgemäß verzögert in der Belegung der Krankenhäuser wider. Zwischen Infektion und Einweisung vergehen meistens etwa zehn Tage. Wenn die Corona-Zahlen demnächst nicht steigen oder gar sinken sollten, nimmt das als erstmal keinen Einfluss auf die Intensiv-Belegung.

Das Divi-Register wird von der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) geführt. Der Höchstwert bei der Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstation lag bei gut 5700 Anfang Januar während zweiten Corona-Welle in Deutschland.

Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) gelten 5000 Corona-Intensivpatienten bundesweit als Belastungsgrenze für Kliniken. Dann müssen etwa auch planbare Operationen verschoben werden.

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow/dpa

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