Zahlen der Neuinfektionen

Corona in NRW: Inzidenz in Omikron-Welle zeigt plötzlich Veränderung

Die Corona-Inzidenz steigt seit Tagen in NRW nicht mehr ganz so stark. Was bedeutet der Trend?

Dortmund – Ist der Corona-Tsunami in NRW* dabei, abzuflachen? Beim Blick auf die Inzidenz-Werte ist eine leichte Entspannung in Sachen Coronavirus* zu erkennen. RUHR24* erklärt, was hinter den Zahlen steckt.

7-Tage-Inzidenz in NRW1370,8 (Stand 4. Februar)
Anteil COVID-19-Patienten an betreibbaren Intensivbetten9,05 Prozent
7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz5,34

Corona-Zahlen in NRW: Inzidenz zeigt aktuell leichte Entspannung

Seit dem 28. Dezember steigt die Inzidenz in NRW täglich gnadenlos nach oben. Lag der Wert damals bei 190, war er am Donnerstag (3. Februar) bei 1370,8. Aber: Seit Tagen steigen die Werte nicht mehr so drastisch, wie befürchtet. Die Inzidenz-Kurve scheint sich abzuflachen.

Dass die Inzidenz nicht mehr so massiv steigen würde, hatten Experten bereits vorhergesehen. Als Grund werden unter anderem erschöpfte Laborkapazitäten und überlastete Gesundheitsämter gesehen. Dortmunds Gesundheitsamts schlug jüngst deswegen vor, neben der offiziellen auch eine geschätzte, „echte“ Inzidenz zu veröffentlichen*.

Omikron-Welle in NRW bald vorbei: Experten sehen Höchstwert Mitte Februar

Diese dürfte deutlich höher liegen, als von den Behörden angegeben. Dennoch: Experten sehen den Scheitel der aktuellen Omikron-Welle bevorstehen. Diese Annahme basiert auf Hochrechnungen der aktuellen Infektionszahlen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) erwartet den Inzidenz-Höhepunkt der aktuellen Omikron-Welle für Mitte Februar. Dass die Inzidenz-Kurve abflacht, liegt also nicht nur an den erschöpften PCR-Test-Kapazitäten und dem überforderten Meldewesen, sondern auch an der fortschreitenden „Durchseuchung“.

In den Krankenhäusern steigen die Zahlen der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle derweil zwar noch und liegen aktuell (Stand 3. Februar) bei 470 Patienten, doch von Zahlen wie im Januar 2021, wo in der Spitze 1153 Patienten mit Covid-19 auf Intensivstation lagen, ist NRW weit entfernt.

Aktuell sind „nur“ 8,8 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. In Spitzenzeiten lag dieser Wert deutlich über zehn Prozent (weitere Corona-News aus NRW* bei RUHR24).

Omikron-Variante verursache in NRW weniger Corona-Patienten als Delta

Der Grund für die aktuellen Krankenhaus-Zahlen: Studien deuten darauf hin, dass die Omikron-Variante einen geringeren Anteil an Hospitalisierungen im Vergleich zu Infektionen mit der Delta-Variante bei Infizierten mit vollständiger Impfung bzw. Auffrischimpfung verursacht.

Die Intensivstationen in NRW sind lange nicht so stark mit Covid-19-Patienten belegt wie im Januar 2021.

Zurück zur Inzidenz: Dass dieser Wert künftig wichtig für die Einschätzung der Corona-Lage in NRW ist, scheint immer unwahrscheinlicher. Sogar das RKI blickt inzwischen nicht mehr auf die reinen Inzidenz-Zahlen, sondern schaut verstärkt auf die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen.

Corona: Erste Kreise und Städte in NRW kritisieren Angabe der Inzidenz

Der Kreis Heinsberg im südwestlichen Teils NRWs hat inzwischen sogar die Bekanntgabe der Inzidenzen eingestellt*. Die Zahlen vermittelten kein realistisches Bild über die Infektionslage, hieß es zur Begründung.

Aufschlussreicher ist da schon der Blick auf die Positivrate der durchgeführten Tests. Denn: Je höher der Positivanteil bei gleichzeitig anhaltend hohen Fallzahlen ist, desto höher die Dunkelziffer in der Bevölkerung. Aktuell liegt der Positivanteil unter allen Tests in NRW bei 40 Prozent, in der vorletzten Dezemberwoche 2021 war der Wert noch bei rund 16 Prozent. Die Zahl der Corona-Kranken ist derzeit also so hoch wie nie. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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