Corona-Pandemie

Gottesdienst an Weihnachten: So sind die Regeln der Kirchen im Corona-Jahr

Eine evangelische Kirche rät, Weihnachtsgottesdienste dieses Jahr wegen Corona abzusagen. Komplett darauf verzichten muss aber kaum einer.

NRW – Keine Gottesdienste an Weihnachten? Sowohl die evangelische Landeskirche von Westfalen als auch die Lippische Landeskirche raten aufgrund der Corona-Pandemie davon ab, sich dieses Jahr an Weihnachten zum Singen, Beten und Feiern in der Kirche zu treffen. Präsenzgottesdienste sollen in NRW nicht stattfinden. Anders sieht das die katholische Kirche.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
evangelische Landeskirchen Evangelische Kirche im Rheinland, Evangelische Kirche von Westfalen, Lippische Landeskirche
katholische (Erz-) BistümerAachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn

Weihnachtsgottesdienst in NRW: Evangelische Kirche rät wegen Corona drauf zu verzichten

Normalerweise füllen sich alljährlich die Kirchen an den Weihnachtsfeiertagen bis auf die letzte Reihe. Zumindest in den evangelischen Kirchen in NRW bleibt es dieses Jahr an Weihnachten jedoch still. Doch nicht nur in den Kirchen selbst, auch von Gottesdiensten im Freien sollen Kirchengemeinden in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie absehen.

So rät die Lippische Landeskirche angesichts der Corona-Infektionszahlen „ab sofort und bis zum 10. Januar alle Präsenzgottesdienste abzusagen.“ Dies betreffe Gottesdienste drinnen wie draußen. Die Lippische Landeskirche gehört neben der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche von Westfalen zu den drei evangelischen Kirchen in NRW.

Und auch die evangelischen Kirchen in Dortmund, Lünen und Selm wollen in diesem Jahr auf Präsenzgottesdienste verzichten.

Gottesdienste an Weihnachten: Evangelische Kirchgemeinden in NRW feiern digital

Viele Kliniken seien bereits jetzt an ihrer Belastungsgrenze angekommen, erklärt die Kirchenleitung ihr Abraten, Präsenzgottesdienste rund um Weihnachten abzuhalten. Zwar sei den Kirchen das Feiern von Gottesdiensten aufgrund der Religionsfreiheit weiter gestattet, doch die Empfehlung sehe anderes vor. Demnach sollen Kontakte weiter begrenzt werden (mehr News zur Corona-Pandemie in NRW auf RUHR24).

Doch schon bevor der Entschluss der Lippischen Landeskirche in NRW feststand, entwickelten viele evangelische Kirchengemeinden kreative Ideen – um dennoch einen Gottesdienst feiern zu können oder den Menschen einen weihnachtlichen Gruß zu senden.

Viele Gemeinden, so auch in Dortmund, feiern ihren Gottesdienst in diesem Jahr digital. Per Live-Stream können alle, denen der Weihnachtsgottesdienst sonst fehlen würde, an den Gottesdiensten teilnehmen. Selbst Andachten am Telefon sollen in einigen Kirchen möglich sein.

Wieder andere Gemeinden haben sich laut Radio 91.2 für ein „Weihnachten-to-go“ entschieden: Einige Gemeinden würden demnach Tüten mit Liturgien verteilen, die sich die Menschen an Weihnachten in den Gemeinden abholen und mit nach Hause nehmen können.

NRW: Weihnachtsgottesdienste dürfen weiter stattfinden – Corona fordert strenge Regeln

Eine generelle Absage aller Präsenzgottesdienste gibt es vonseiten der evangelischen Kirche aber nicht. Wie die Evangelische Kirche in Deutschland gegenüber der ARD erklärte, sollen „Gottesdienste an Heiligabend ohne Gemeindegesang stattfinden“. Zudem müsse sich jeder Teilnehmer anmelden.

Ähnlich handhabt auch die katholische Kirche den Umgang mit den Weihnachtsgottesdiensten. Das Erzbistum Paderborn unterstützt, dass auch an Weihnachten Präsenzgottesdienste in den Kirchen abgehalten werden. Gottesdienste würden Menschen in der schwierigen Corona-Zeit „Trost, Hoffnung und Zuversicht“ spenden, heißt es in einer Erklärung der römisch-katholischen Diözese aus NRW.

Weihnachtsgottesdienst in der Kirche: Diese Regeln gelten in NRW

Für die Weihnachtsgottesdienste, die traditionell gut besucht sind, gelten allerdings strenge Regeln. Die notwendigen Maßnahmen für die Weihnachtsgottesdienste in der Corona-Pandemie würden von den Gemeinden getroffen, erklärte auch das Erzbistum.

Die Kirche St. Michael in Recklinghausen. (Symbolbild)

Demnach ist die Anzahl derjenigen, die an den Gottesdiensten teilnehmen darf, begrenzt. Viele Gemeinden erwarten deshalb schon jetzt eine Voranmeldung zu den Weihnachtsgottesdiensten. Die Teilnehmerbegrenzung dient dazu, dass ein Mindestabstand von zwei Metern in den Kirchen eingehalten werden kann.

Auch auf den gemeinsamen Gesang muss in den allermeisten Gemeinden in diesem Jahr verzichtet werden. Zudem gilt auch in der Kirche die Maskenpflicht.

Rubriklistenbild: © Nicolas Maeterlinck/dpa

Mehr zum Thema