Wohl der Kinder wichtig

Nach Corona-Kritik: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer rudert zurück

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Nach Kritik der Städte zum Thema Schule während Corona ist NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer eingeknickt

Lange hielt NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) an ihrem Standpunkt zu Schulen in der Corona-Krise fest. Jetzt zeigt sich die FDP-Politikerin gesprächsbereit.

Update, Freitag (13. November), 13 Uhr: Düsseldorf - In der von der Opposition einberufenen Aktuellen Stunde im NRW-Landtag in Düsseldorf hagelte es Kritik gegen Yvonne Gebauer (FDP) und das NRW-Schulministerium. Neben dem Unverständnis über die vorgezogenen Ferien kritisierte Thomas Kutschaty (SPD) auch den aus seiner Sicht unlogischen Umgang mit Schule während der Corona-Pandemie.

Die aktuelle Argumentation der schwarz-gelben Koalition habe sich als unlogisch entlarvt. Schulen seien keine Corona-Hotspots und daher würden alle Schüler vor Ort am Unterricht teilnehmen können? Wenn das stimme, dann seien vorgezogene Ferien doch eigentlich ebenfalls unlogisch, so der SPD-Politiker.

Schule während Corona: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer rudert doch zurück

Erstmeldung, Freitag (13. November): Der Unterricht in der Schule ist während der Corona-Pandemie eine komplizierte Sache. Das muss auch NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) feststellen. Eigentlich hat sich die Politikerin vehement für den Präsenzunterricht ausgesprochen. Doch jetzt rudert sie zurück.

Minister/inYvonne Gebauer
ParteiFDP
MinisteriumNRW-Schulministerium

Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, würde sich die NRW-Schulministerin in Sachen Distanzunterricht offen zeigen. „Ich verweigere mich keinen Modellen. Ich bin offen für alle Unterrichtsmodelle, die dem Wohl der Kinder und dem Bildungsauftrag dienen“, so Yvonne Gebauer.

In der Corona-Pandemie (alle Corona-News aus NRW im Live-Ticker* auf RUHR24.de) sei es Schulen demnach erlaubt, die Umstellung auf den Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht bei der Schulaufsicht anzuzeigen. Man nehme die aktuelle Diskussion zum Anlass, dies noch einmal klarzustellen (alle News zu Corona in NRW auf RUHR24.de).

Wie die dpa berichtet, haben SPD und Die Grünen eine Aktuelle Stunde am Freitag (13. November) im NRW-Landtag beantragt. Die Oppositionsparteien wollen sowohl über die vorgezogenen Weihnachtsferien, aber auch über den „Zick-Zack-Kurs“ (Thomas Kutschaty - SPD) zum Thema Unterricht an Schulen während Corona sprechen.

Aus Sicht der SPD und den Grünen wäre ein Mix aus Unterricht im Klassenraum und digitalem Unterricht in einem sogenannten rollierendem System und mit Schicht-Modellen notwendig.

Schule während Corona: Von den Städten gab es massive Kritik für Yvonne Gebauer

Aus mehreren Städten gab es in dieser Woche massive Kritik in Richtung NRW-Schulministerium und Yvonne Gebauer. Am Dienstag kritisierten Thomas Westphal (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, und Daniela Schneckenburger (Die Grünen), Jugend- und Schuldezernentin der Stadt Dortmund*, das Festhalten am Präsenzunterricht scharf.

Massive Kritik für Yvonne Gebauer (FDP) gab es aus dem Rathaus in Dortmund von OB Thomas Westphal und Daniela Schneckenburger

„Die Schulministerin ist langsam aber sicher sehr einsam in ihrer Sichtweise“, sagte Thomas Westphal auf der Pressekonferenz des Verwaltungsvorstandes am Dienstag (10. November). Daniele Schneckenburger sprach sich ebenfalls für ein Stufenmodell des Unterrichts aus und nannte Yvonne Gebauers Haltung des permanenten Präsenzunterrichts „keine taugliche Lösung“.

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Auch aus Herne kam auf der Ratssitzung am Dienstag (10. November) von Oberbürgermeister Frank Dudda (SPD)* Kritik.

Schule während Vorona: Städte forderten Distanzunterricht im Falle von hohen Infektionszahlen

Auf dem Städtetag diskutierten Vertreter der Städte mit Schulministerin Yvonne Gebauer. Nach Angaben der Vertreter der Stadt Dortmund und Herne hätte sich die Schulministerin da noch alles andere als offen gegenüber unterschiedlichen Unterrichtsmodellen an Schulen gezeigt.

Unklar ist, wie es in der kommenden Woche mit dem Unterricht in den Schulen in NRW während der Corona-Pandemie weitergeht. Nach Informationen der Stadt Dortmund sei eine Dienstvorschrift oder ein Erlass aus Düsseldorf vonnöten. Die Städte und Kommunen hätten alleine keine Entscheidungskraft über Schule und Unterricht.