Druck auf Schulministerium steigt

Coronavirus und Schule in NRW: So geht es nach den Herbstferien weiter

Das Ende der Herbstferien in NRW naht. Doch noch ist nicht klar, wie es für Lehrer, Schüler und Eltern weitergehen soll. Sie drängen auf Antworten.

Update, 21. Oktober, 17.12 Uhr: Dortmund/NRW – NRW führt an weiterführenden Schulen ab der Jahrgangsstufe 5 erneut die Maskenpflicht im Unterricht ein. Das teilte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einer Pressekonferenz (21. Oktober) mit. Die Maskenpflicht solle am Montag (26. Oktober) starten und vorerst bis zu den Weihnachtsferien gelten. Alle weiteren Entwicklungen rund um das Coronavirus in NRW gibt es in unserem Live-Ticker auf RUHR24.de.

Erstmeldung: Es sind nur noch wenige Tage, dann sind die Herbstferien in NRW zu Ende. Gleichzeitig steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus rasant an: Viele Regionen in NRW gelten schon jetzt als Risikogebiete. Doch trotzdem ist noch nicht klar, wie Schutzmaßnahmen für Lehrer und Schüler konkret aussehen sollen, wenn am kommenden Montag (26. Oktober) die Schulen wieder öffnen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Schüler2,5 Millionen
Schulen5500

Schutz vor Corona: Schulen in NRW drängen auf konkreten Fahrplan

Doch nicht nur Lehrer und Schüler, auch Eltern sind ratlos. Wie wird es weitergehen? Präsenzunterricht mit Maskenpflicht? Lüften und die Kinder mit Skiunterwäsche und Decken in die Schule schicken? Oder wird doch wieder die Reißleine gezogen und Schüler und Eltern in den Distanzunterricht geschickt?

Noch weist vieles darauf hin, das zumindest die letzte Alternative, das Home-Schooling, derzeit nicht zur Debatte steht. Doch wie soll der Schutz vor Corona an Schulen dann aussehen? Der Druck auf das Schulministerium, Antworten zu liefern, wächst. Doch Schulministerin Yvonne Gebauer lässt sich kaum in die Karten gucken. Dabei dränge die Zeit, Lehrern, Schülern und Eltern ein Handlungskonzept vorzulegen, so Thomas Kutschaty (SPD).

Dazu gehörten kleinere Lerngruppen, mehr digitaler Unterricht an weiterführenden Schulen und der Einbau von effektiven Raumluftfilteranlagen.

Maskenpflicht in Schulen in NRW wieder im Gespräch

Lehrerverbände fordern nach einem Bericht der dpa zudem die Wiedereinführung der Maskenpflicht. Was nach den Sommerferien noch als Zumutung galt, scheint nun - vielleicht auch angesichts der mageren Auswahl an alternativen Schutzkonzepten - nicht nur akzeptabel, sondern sogar gewünscht.

In NRW sind 2,5 Millionen Schüler und mehr als 200.000 Lehrer von den Entscheidungen und Vorgaben des Schulministeriums abhängig. Die Ministerin will sich jedoch trotz der Kürze der Zeit bis zum Ende der Herbstferien nicht antreiben lassen. „Die Landesregierung beobachtet das Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen bis zum Ende der Herbstferien sehr genau“, heißt es vonseiten der Schulministerin. Weitere Maßnahmen würden auf Wirksamkeit und Notwendigkeit geprüft (mehr zur Covid-19-Pandemie im Live-Ticker von RUHR24.de)

Schule in NRW in Zeiten von Corona: Lüften, Abstand halten, Maske tragen

Zu den weiteren Maßnahmen wird wohl auch das richtige Lüften gehören. So führt auch das RKI in einer Empfehlung vom 12. Oktober das „regelmäßige und korrekte Lüften (AHA+A+L) von Fluren und Räumen, um die Anreicherung und Verteilung potenziell infektiöser Aerosole zu vermeiden“ als eine Präventionsmaßnahme auf.

Doch das regelmäßige Lüften reiche nicht aus, kritisiert der Philologen-Verband NRW. Zumal sich in vielen Schulen offenbar nicht alle Fenster weit öffnen lassen, um Quer- oder Stoßlüften zu können. Der Verband fordert einen besseren Infektionsschutz an Schulen - mit klaren Regeln und effizienten Lösungen.

Corona-Pandemie auch nach den Herbstferien: Vorschläge für Schulen in NRW vom RKI

Dabei findet sich in den 15 Seiten umfassenden Empfehlungen des Robert Koch-Instituts für Schulen viele Maßnahmen, die bereits aus der Zeit nach den Sommerferien bekannt sind: Abstand halten, Masken tragen, Lerngruppen bilden. Wechselnde Pausenzeiten und unterschiedliche Zugänge zum Schulgelände. Das RKI hebt in dem Schreiben hervor, dass vor allem die AHA-Regeln auch dringend im Lehrerzimmer eingehalten werden müssen und nicht nur im Unterrichtsgeschehen.

Trotz Corona geht auch nach den Herbstferien die Schule wieder los. Eltern und Lehrer machen sich Sorgen. Für die meisten Schüler gehört die Maske zum Alltag bereits dazu.

Selbst eine Tabelle, in der das Institut aufzeigt, ab welchem Inzidenz-Wert an Schulen welche Maßnahmen an welcher Schulform ergriffen werden sollten, ist angehängt. Doch mehr als Empfehlungen aussprechen, kann das RKI nicht. Und noch folgt die Landesregierungen diesen Empfehlungen nicht mit einem verbindlichen Konzept. Ob und wann es nach den Herbstferien auch neue Vorschriften von der Landesregierung geben wird - unklar.

Corona in NRW: Vorgaben für Schulen nach den Herbstferien erst kurz vor knapp

Lehrer und Schulleiter befürchten bereits, dass diese erst wieder kurz vor Schluss in den Postfächern der Schulen eintrudeln werden. Und auch Kutschaty stellt klar. „Es kann jedenfalls nicht sein, dass sie damit wieder erst kurz vor Ende der Ferien um die Ecke kommt und alle Beteiligten im Hauruck-Verfahren reagieren müssen“.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert laut dpa neben der Rückkehr zur Maskenpflicht im Unterricht ein Stufenkonzept mit klaren Handlungsanweisungen zu Lerngruppengrößen, Hygiene-Auflagen und einem Wechselmodell aus Lernen in der Schule und von zu Hause aus - je nach Infektionslage. Mit einem Seitenblick auf NRW-Regierungschef Armin Laschet ergänzte GEW-Landeschefin Maike Finnern noch, dass es ein solches Konzept in Bayern bereits gebe.

Doch das NRW-Ministerium versichert, dass die Schulen in Nordrhein-Westfalen sichere Orte seien: „Über 98 Prozent aller Schüler seien bis zum Beginn der Herbstferien im Unterricht gewesen.“ Außerdem seien schon eine Woche zuvor „ausführliche Informationen zum Schulbetrieb in Corona-Zeiten für die kommenden Wochen zur Verfügung gestellt worden“.

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