Neue Coronaschutzverordnung

Corona-Regeln in NRW: Bis Ende November gelten diese Maßnahmen

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat am Freitag (29. Oktober) über das aktuelle Corona-Geschehen informiert. Die neue Schutzverordnung wurde bereits im Vorfeld veröffentlicht.

Update, Freitag (29. Oktober), 14.41 Uhr: Düsseldorf – Soeben hat sich Karl-Josef Laumann bei einer Pressekonferenz zur Corona-Pandemie in Nordrhein-Westfalen geäußert. Der NRW-Gesundheitsminister sprach dabei unter anderem über...

  • ... die aktuellen Fallzahlen: „Wir liegen Gott sei Dank immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Wir gehen von einer Reproduktionszahl von 1,2 aus, das ist deutlich über 1. Die Inzidenzen werden also weiter steigen.“
  • ... die Impfquote: „Wir haben am Tag zwischen sechs- und siebentausend Erstimpfungen. Es tut sich zwar langsam, aber zumindest noch ein bisschen was. Wir können uns im Vergleich zu anderen Bundesländern sehen lassen. Ich bin der Bevölkerung sehr dankbar, dass in Nordrhein-Westfalen eine hohe Impfbereitschaft herrscht.“
  • ... die Zahl der Tests: „Es werden 760.00 Bürgertestungen pro Woche durchgeführt. Davon waren in der 42. Kalenderwoche 1743 positiv. Das ist eine Quote von 0,23 Prozent. Das ist nicht unterdurchschnittlich, aber auch nicht überdurchschnittlich.“

Corona in NRW: Zahlen in den Krankenhäusern laut Laumann stabil

  • ... die Situation in den Krankenhäusern: „Wir haben zurzeit 1211 Leute wegen Covid in den Krankenhäusern, davon sind Stand heute 334 Leute auf den Intensivstationen und davon wiederum 203 in der Beatmung. Die Zahlen sind seit Tagen stabil. Wir haben Stand heute 606 freie Intensivbetten und über 400 freie Betten mit Beatmungsmöglichkeit.“
  • ... die neue Coronaschutzverordnung: „Die Verordnung wird im Grunde genauso fortgeschrieben wie im Oktober. Es gibt eine kleine Änderung bei Verkaufsgesprächen auf Messen. Wenn der Abstand eingehalten wird, darf die Maske abgenommen werden. Die Coronaschutzverordnung wird bis Ende November verlängert. Die Maskenpflicht gilt weiter wie bisher.“
  • ... die Coronabetreuungsverordung: „Die Masken können am Platz im Unterricht ab 2. November abgesetzt werden. Laufen die Leute in den Klassen rum, wird die Maske aufgesetzt. In weiterführenden Schulen haben wir die Zahl der Blocktestungen pro Woche von zwei auf drei erhöht. Das werden wir bis Weihnachten weitermachen. Wir führen keine Diskussion, in der Testhäufigkeit an Schulen nachzulassen. Wir haben die Quarantäne etwas ausgeweitet. Der direkte Sitznachbar geht bei einem Infektionsfall in Quarantäne und kann sich nach fünf Tagen freitesten.“

Laumann-PK zur Corona-Lage in NRW: „Viele Infizierte brauchen das Gesundheitssystem zum Glück nicht“

  • ... die Auffrischimpfungen: „Ein gewaltiger Teil unserer Bevölkerung hat Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung. Über die Empfehlungen der Stiko bin ich sehr glücklich. In 90 Prozent der Altenheime haben wir den Bewohnern eine Auffrischungsimpfung gegeben. Das hat sehr reibungslos funktioniert. Die anfälligste Gruppe hat somit die Auffrischungsimpfung erhalten. Wenn wir alles zusammenzählen, haben 4,6 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen Anspruch auf eine Impfung. Das werden die Hausarztpraxen angehen. Was das Impfen angeht, sind wir gut aufgestellt.“
  • ... die Belastung des Gesundheitssystems: „Wir haben Gott sei Dank viele Infizierte, die aufgrund des Impfschutzes nicht so krank werden, dass sie das Gesundheitssystem belasten. Die meisten brauchen das Gesundheitssystem gar nicht. Bei den Fällen auf der Intensivstation sind über 80 Prozent der Menschen ungeimpft. Die anderen 20 Prozent sind – grob gesagt – geimpfte Menschen, aber hochaltrige Menschen. Dafür kann man nicht den Impfstoff verantwortlich machen. Wenn sich alle Menschen impfen lassen würden, hätten wir nicht die Probleme in den Krankenhäusern.“
  • ... das geplante Auslaufen der epidemische Lage: „Ich bin der Meinung, dass wir in den Ländern eine bundeseinheitliche Rechtsgrundlage brauchen. Es ist wichtig, dass wir die Regeln, die wir zurzeit haben, erst einmal weiter brauchen. Wir müssen als Land in der Lage sein, Maskenpflichten, Abstandsregelungen, Kontaktverfolgungsregelungen und Einreiseregelungen umzusetzen. Was ich so aus Berlin höre, soll das auch so kommen. Ob Ostern alles fallen soll – vielleicht hat die Ampel hellseherische Fähigkeiten – ich habe sie nicht.“ Ergänzend dazu: Ampel zum Corona-Freedom-Day: „Absolutes Ende aller Maßnahmen“*
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU)

Corona in NRW: Laumann wirft Ungeimpften unsolidarisches Verhalten vor

  • ... das Überzeugen von Ungeimpften: „Wir werden uns weiter Mühe geben, Impfangebote an bestimmten markanten Punkten anzubieten. Ich kenne auch die Umfragen, aber wir bleiben dran. Man muss ganz klar sagen: Medizinisch gesehen ist es unsolidarisch und nicht verantwortbar. Das Gesundheitssystem muss es am Ende auf den Intensivstationen ausbaden. Vorerkrankte Menschen können durch die Ansteckung durch Ungeimpfte große Probleme bekommen. Als geimpfte Person lebt man bequemer, das ist auch so von mir gewollt. Eine Schikane der Ungeimpften will ich aber nicht.“
  • ... die Frage, ob er sich selbst bereits hat „boostern“ lassen: „Nein, die Zweitimpfung ist bei mir noch nicht lange genug her. Außerdem bin ich, wie sie sehen, unter 70 Jahre alt.“
  • ... die Ausbreitung des RS-Virus: „Wir haben in den Kinderkliniken zurzeit zu tun – allerdings nicht mit Covid-Erkrankungen. Bis jetzt bekommen wir das vernünftig abgearbeitet. Die Kinder können versorgt werden. Aber wir müssen durchsetzen, dass Kinderkliniken künftig besser bezahlt werden, als es bis jetzt der Fall ist. Da gibt es ein Finanzierungsproblem. Das ist aber kein nordrhein-westfälisches Problem, sondern eines in ganz Deutschland.“ Ergänzend dazu: RS-Virus-Alarm in Dortmund: Krankheit breitet sich unter Kindern rasant aus*

Laumann begründet Wegfall der Maskenpflicht im Unterricht als Gesamtabwägung

  • ... den Aufschrei zum Wegfall der Maskenpflicht im Unterricht: „Es ist eine Gesamtabwägung. Wir begleiten das durch ein Sicherheitskonzept mit den PCR-Tests im Grund- und Förderschulbereich und der Erhöhung der Testkapazitäten. Es ist jetzt in den Schulen im Grunde genau wie bei Veranstaltungen. Auf dem Platz darf die Maske abgenommen werden, wird der Platz verlassen, wird sie aufgesetzt. Das halte ich für vertretbar. Es gibt auch pädagogische Gründe. Am Ende gibt es zwei Seiten der Medaille, aber am Ende haben wir uns dafür entschieden, diesen Weg zu gehen.“
  • ... mögliche Kontaktbeschränkungen im Winter: „Wenn eine solche Situation mit Blick auf die Situation in Krankenhäuser erforderlich wäre, dann wird das auf jeden Fall erst einmal eine Kontaktbeschränkung für ungeimpfte Menschen sein. Das muss man in dieser Deutlichkeit sagen. Wir können verfassungsrechtlich geimpfte Menschen in der Frage der Freiheitsbeschränkung nicht genauso behandeln, wie ungeimpfte Menschen.“

Erstmeldung, Freitag (29. Oktober), 11.05 Uhr: Mit einer Inzidenz von knapp 100 (Stand 29. Oktober) und einer Impfquote von ziemlich genau 70 Prozent (Stand 29. Oktober) steuert Nordrhein-Westfalen* auf den zweiten Corona-Winter zu. Gesundheitsminister Laumann verschärft die Corona-Regeln vor diesem Hintergrund nicht. Nennenswerte Lockerungen sieht die seit Freitag gültige Coronaschutzverordnung allerdings auch nicht vor, weiß RUHR24*.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
Regierende ParteienCDU und FDP
RegierungschefMinisterpräsident Hendrik Wüst (CDU)

Corona in NRW: Neue Coronaschutzverordnung enthält Änderung bei der Maskenpflicht

Die Landesregierung markiert Änderungen in der Coronaschutzverordnung stets gelb. Doch der Textmarker wurde dieses Mal nur selten benutzt. Lediglich eine einzige Änderung sieht die ab sofort gültige Coronaschutzverordnung vor. Sie betrifft die Maskenpflicht auf Messen und Kongressen. Bei Einhaltung der 3G-Regel und des Mindestabstands braucht es dort bei Verkaufs- und Beratungsgesprächen keine Maske mehr.

Etwas mehr Änderungen gibt es in der ebenfalls verlängerten Coronabetreuungsverordnung für das Land NRW. Die wichtigste Neuerung verkündete das Schulministerium bereits am Donnerstag (28. Oktober). Sie betrifft die Maskenpflicht in den Schulen des Landes Nordrhein-Westfalen*. Ab dem 2. November müssen Schülerinnen und Schüler auf ihren festen Sitzplätzen im Unterricht keine Maske mehr tragen.

Corona-Regeln in NRW: Maskenpflicht im Unterricht entfällt – Land erteilt neue Test-Vorgaben

Auch im Rahmen von Betreuungsangeboten – wie Offenen Ganztagsschulen (OGS) – entfällt die Maskenpflicht an festen Sitzplätzen. Erleichterungen gibt es auch für Lehrkräfte und sonstiges schulisches und Betreuungspersonal. Wird im Klassenraum der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten, entfällt die Maskenpflicht. Zudem können Besprechungen und Konferenzen im Lehrerzimmer wieder ohne Maske stattfinden.

Die neue Fassung der Coronabetreuungsverordnung sieht zusätzlich noch eine weitere Änderung vor, welche die Kindertagespflege im Haushalt der zu pflegenden Person betrifft. Haushaltsangehörige müssen keine medizinische Maske mehr tragen, wenn sie immunisiert sind, das Kind maximal 13 Jahre alt ist oder sie sich nicht im selben Raum aufhalten, wie die betreuten Kinder.

Bereits seit Donnerstag gibt es außerdem Änderungen in der Test- und Quarantäneverordnung. Für Neuaufnahmen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Sozialhilfe sowie Gemeinschaftseinrichtungen und Obdachlosenunterkünften ist ein PCR-Test vorgeschrieben, sofern die neu aufzunehmende Person nicht aus dem Krankenhaus kommt (mehr Corona-News aus NRW* bei RUHR24).

Neue Coronaschutzverordnung in NRW: PCR-Test nach schwerem Verlauf nicht mehr erforderlich

Einrichtungen der medizinischen Betreuung und der Versorgung am Lebensende – etwa Pflegeheime – müssen zudem ein neues Testkonzept erstellen, welches insbesondere die Testung von ungeimpftem Personal vorsieht. Die Teilnahme an den Tests ist für ungeimpftes Personal dabei verpflichtend.

Mit Blick auf die Quarantäne gibt es in Nordrhein-Westfalen lediglich eine einzige Änderung. Wer positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss weiterhin 14 Tage in Quarantäne. Um die Quarantäne nach frühestens 14 Tagen zu beenden, brauchte es bislang am letzten Tag der Quarantäne ein negatives Schnelltest-Ergebnis und bei schweren Verläufen sogar einen negativen PCR-Test. Letztere Regel entfällt ab sofort, ein negativer PCR-Test zum Beenden der Quarantäne nach einem schweren Verlauf ist nicht mehr erforderlich.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) informiert am Freitag über die Corona-Lage in NRW.

Die aktualisierten Verordnungen gelten zunächst bis zum 24. November. Gesundheitsminister Laumann wird am Freitag um 13.30 Uhr bei einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage der Corona-Pandemie in NRW und über den Stand bei den Auffrischimpfungen* informieren. RUHR24 informiert im Anschluss über die Aussagen des CDU-Politikers.

Aktuelle Corona-Zahlen: Inzidenz steigt in Nordrhein-Westfalen an

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Nordrhein-Westfalen zuletzt stetig angestiegen, am Freitag lag sie bei 99,7 (91,8 am Vortag). Damit liegt das bevölkerungsreichste Bundesland zwar unter dem bundesweiten Schnitt (139,2 am Freitag). Ein Anstieg der Fallzahlen ist allerdings auch im Westen deutlich feststellbar.

Die Lage in den Krankenhäusern ist noch entspannt. Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz, also die Zahl der Fälle pro 100.000 Einwohner, die im Krankenhaus behandelt werden, lag am Freitag bei 3,25. Covid-19-Patienten machten einen Anteil von 6,34 Prozent an den zur Verfügung stehenden Intensivbetten aus. 70,1 Prozent der Gesamtbevölkerung sind inzwischen vollständig geimpft. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa-Pool

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