Ein Überblick

Neue Corona-Regeln in NRW: Entscheidung zu Weihnachtsmärkten gefallen

Trotz Bund-Länder-Beschluss darf jedes Bundesland verschärfte Corona-Regel definieren. Die für NRW stehen bereits fest.

NRW – Am Donnerstag (2. Dezember) haben sich die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) und die Regierungschefs der Bundesländer zur Ministerpräsidentenkonferenz angesichts der Corona-Lage in Deutschland getroffen. Die Beschlüsse für Deutschland wurden anschließend bekannt gegeben. Jetzt folgen die neuen Regeln für NRW.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
MinisterpräsidentHendrik Wüst (CDU)
HauptstadtDüsseldorf

Corona-Beschluss für NRW: Diese Regeln gelten ab Samstag (4. Dezember)

Die neuen Maßnahmen treten ab Samstag (4. Dezember) in Kraft. Bereits seit Donnerstag wieder wirksam ist die Maskenpflicht für Schüler am Sitzplatz in den Klassenräumen (mehr aktuelle News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24 lesen).

Die Corona-Schutzverordnung gilt in dieser Fassung zunächst bis zum 21. Dezember 2021. Ziel ist es, das Infektionsgeschehen zu bremsen und einen weiteren Anstieg der Hospitalisierungsfälle zu verhindern. Die neuen Regeln im Überblick:

  • Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Menschen: Menschen, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, dürfen sich bei privaten Zusammenkünften nur noch mit Angehörigen des eigenen Haushalts und maximal zwei weiteren Personen treffen. Das gilt sowohl im öffentlichen als auch privatem Raum. Kinder unter 14 Jahren sind von der Regel ausgenommen. Ehegatten, Lebenspartner und unverheiratete Partner gelten als ein Haushalt. Auch dann, wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben.
  • Diese Regel gilt laut dem Land NRW übrigens auch dann, wenn ungeimpfte sich mit geimpften oder genesenen Personen treffen. Nur für Zusammenkünfte, an denen ausschließlich Geimpfte oder Genesene teilnehmen, gilt die Kontaktbeschränkung nicht.
  • Sonderfall für private Treffen in Corona-Hotspots: In Kreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 350 müssen alle Kontakte reduziert werden. Bei privaten Feiern und Zusammenkünften von Geimpften und Genesenen gilt eine Teilnehmergrenze von 50 Personen in Innenräumen und 200 Personen im Außenbereich. Für ungeimpfte oder nicht-genesene Personen bleibt es bei den bereits genannten Kontaktbeschränkungen.

Einzelhandel und Weihnachtsmarkt: Die Corona-Regeln für NRW

  • 2G-Regeln im Einzelhandel: Die 2G-Regeln für den Freizeitbereich und Veranstaltungen werden auf den Einzelhandel erweitert. Zugang zu Geschäften haben ab dem 4. Dezember nur noch vollständig Geimpfte und Genesene. Davon ausgeschlossen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs. Die Kontrolle unterliegt den Geschäften selbst.
  • Weihnachtsmärkte: Ebenfalls mit 2G-Regelung können auch Weihnachtsmärkte geöffnet bleiben. Möglichst viel Abstand und je nach lokaler Regelung eine Maskenpflicht sein laut dem Land NRW aber wichtig, um verbleibende Infektionsrisiken möglichst zu minimieren.
Weihnachtsmärkte dürfen trotz rasantem Infektionsgeschehen geöffnet bleiben.

Corona-Regeln für NRW: Änderungen für Clubs und Großveranstaltungen

  • Schließung von Einrichtungen mit hohem Infektionsrisiko: Um die Ausbreitung des Virusgeschehens weiter einzudämmen, werden Clubs und Diskotheken geschlossen Sie gelten als Einrichtungen mit besonders hohem Infektionsrisiko, mit überregionalen Einzugsgebieten von Besuchern. Deshalb ist die Schließung nicht an eine lokale Inzidenz geknüpft, sondern gilt für ganz NRW.
  • Besucherzahl für Großveranstaltungen: Überregionale Sport-, Kultur- und vergleichbare Großveranstaltungen werden bei ihren Besucherzahlen deutlich eingeschränkt. Die Kapazitätsbegrenzung greift nun bereits ab 1.000 Zuschauern. Außerdem darf nur noch 30 Prozent der Kapazität genutzt werden. Unabhängig von der Größe des Veranstaltungsorts gilt: Es besteht eine absolute Obergrenze von maximal 5.000 Besuchern in Innenräumen und maximal 15.000 im Freien. Für diese Veranstaltungen gilt weiterhin die 2G-Regel und die Maskenpflicht.

Corona-Regeln für Hochschulen: Aktuelle Beschlüsse

  • Hochschulen: Je nach Infektionslage haben Hochschulen die Möglichkeit, den Anteil von Präsenzveranstaltungen innerhalb eines Studiengangs auf mindestens ein Viertel zu reduzieren. Damit für Studierende keine Nachteile entstehen, werden Freiversuche und die Möglichkeit zum Rücktritt von Prüfungen wiedereingeführt, soweit die Hochschule nichts Anderes regelt. Ziel der Landesregierung ist es, so viel Lehre in Präsenz anzubieten, wie möglich und verantwortbar ist.

Die neuen Corona-Regeln in NRW sind ein de facto Lockdown für Ungeimpfte. „Jedem muss inzwischen klar sein: Ohne Impfung werden wir unsere Normalität nicht zurückbekommen. Ich hoffe, dass diejenigen, die das bislang anders gesehen haben, nun zur Vernunft kommen“, sagt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zur neuen Coronaschutzverordnung.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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