Neuer Lockdown im November

Corona-Regeln: Was jetzt für Geschäfte, Gastronomie und Schulen in NRW gilt

Um einen Lockdown zu vermeiden, greifen ab heute (2. November) drastische Maßnahmen. Die neuen Corona-Regeln in Deutschland und NRW im Überblick.

NRW - Um die Ausbreitung des Coronavirus (alle Entwicklungen im Coronavirus Live-Ticker) einzudämmen, haben Bund und Länder massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Die neuen Kontaktbeschränkungen gelten ab heute (2. November) bundesweit - und zwar bis zum Ende des Monats. Besonders Gastronomie und Freizeitbetriebe trifft es hart.

Corona-Regeln: Diese Einschränkungen gelten ab heute in Deutschland und NRW

Der Zeitpunkt hätte besser kaum sein können: Just als das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch (28. Oktober) mit fast 15.000 Neuinfektionen einen neuen Tageshöchstwert für Deutschland verkündet, werden gleich bundesweit massive Einschränkungen beschlossen. Die treffen besonders die ohnehin schon gebeutelte Gastro- und Veranstaltungsbranche hart. Die Politiker wollen jedoch Nothilfen auf den Weg bringen und den Unternehmen damit einen Teil der Verluste ersetzen. Dafür nimmt der Staat weitere Schulden in Kauf.

Den ganzen November über sollen in ganz Deutschland besondere Regeln in der Corona-Pandemie gelten. Darauf haben sich die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochabend verständigt. Nach 14 Tagen soll geschaut werden, ob die Maßnahmen Wirkung zeigen. Damit wollen die Politiker einen echten Lockdown sowie den Notstand im Land und den Zusammenbruch des Gesundheitssystems verhindern.

Coronavirus: Massive Beschränkungen für Kontakte, Gastronomie, Handel und Feiern

Diese Corona-Regeln gelten ab Montag (2. November) in Deutschland:

  • Kontaktbeschränkung: In der Öffentlichkeit dürfen sich nur Personen aus zwei Haushalten treffen. Beschränkt ist die Gruppe auf 10 Personen. Kontakte sollten auf ein nötiges Minimum reduziert werden.
  • Feiern: Feiern auf Plätzen oder in der Wohnung sind laut Beschluss inakzeptabel.
  • Reisen: Nicht notwendige private Reisen oder Besuche sollten vermieden werden. Übernachtungen für Touristen im Inland sind im November verboten - zwingende Dienstreisen ausgenommen.
  • Freizeit: Veranstaltungen werden im November verboten. Dazu gehören auch Konzerte, Opern und Theater. Kinos, Messen und Freizeitparks müssen schließen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch Spielhallen, Bordelle und Wettannahmestellen sind von dem Verbot betroffen.
  • Gastronomie: Restaurants, Bars, Diskos und Kneipen müssen ab dem 2. November schließen. Lieferung und Abholung von Essen ist erlaubt. Kantinen sind von der Schließung ausgenommen.
  • Schulen und Kitas: Bleiben geöffnet.
  • Groß- und Einzelhandel: Supermärkte und Geschäfte bleiben geöffnet. Es gelten jedoch Auflagen, wie viele Kunden erlaubt sind.
  • Dienstleistungen: Arzt- und Physiotherapiepraxen sowie Friseursalons bleiben unter Auflagen geöffnet. Tattoo-Studios, Massagepraxen und Kosmetikstudios müssen jedoch schließen.
  • Kirche: Gottesdienste sollen laut dem Beschluss weiter unter Auflagen stattfinden können.
  • Sport: In der Bundesliga werden im November keine Zuschauer erlaubt sein. Der Amateurbetrieb wird eingestellt. Training im Verein ist also auch verboten. Individualsport (Joggen, Radfahren, etc.) bleibt erlaubt.

Corona-Regeln in Deutschland und NRW treffen Unternehmen und Selbstständige hart

Grund für die drastischen Maßnahmen in Deutschland und NRW sind die stark gestiegenen Neuinfektionen. Das Problem: Die Gesundheitsämter können nach Angaben der Politik rund 75 Prozent der Neuinfektionen nicht mehr zuordnen. Damit breitet sich das Coronavirus unkontrolliert im Land aus.

Armin Laschet zeigt sich besorgt über die Corona-Lage in NRW

Die neuen Kontaktbeschränkungen treffen besonders kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige hart. Deshalb sind Wirtschaftshilfen in Höhe von 10 Milliarden Euro für alle geplant, die von temporären Schließungen betroffen sind. Das soll nun auch für Solo-Selbstständige gelten, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Abend. Es werden bei Betrieben bis 50 Mitarbeitern bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 erstattet. Bei größeren Betrieben soll rechtlich geprüft werden, wie hoch die Hilfsleistungen ausfallen können.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa

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