Kommentar

Corona: Es reicht mit 2G im NRW-Einzelhandel – schafft die Regel endlich ab

Die 2G-Corona-Regel im NRW-Einzelhandel muss weg, meint RUHR24-Redakteur Daniele Giustolisi.

Dortmund – NRW sollte im Einzelhandel wieder flächendeckend zur einfachen Maskenpflicht zurückkehren und 2G abschaffen. Die Regel zerstört seit ihrer Einführung am 4. Dezember 2021 das Geschäftsmodell vieler Einzelhändler und hat einen zweifelhaften gesundheitlichen Nutzen.

Einführung 2G-Regelung in NRW4. Dezember 2021
Betroffen unter anderemNicht-Lebensmittel-Handel
Umsatzeinbußen seit Start der Corona-Regel30 Prozent

Coronavirus-Regel: 2G sollte im NRW-Einzelhandel abgeschafft werden

Bundesländer wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben das bereits erkannt und 2G im Einzelhandel abgeschafft. Hessen ist kurz davor. Würde NRW nachziehen, wäre die aktuelle Ungleichbehandlung im Einzelhandel passé. Und das nervige Impfpass-und-Ausweis-Vorzeigen für Kunden Geschichte.

Denn wie kann man einem Bekleidungshändler erklären, er solle einen Impfnachweis anfordern, während sich im benachbarten Buchladen die Kunden ohne jegliche Nachweispflicht stapeln? Sogar der Blumenhandel ist von der 2G-Regelung befreit. Wer aber blöderweise Pfannen oder Jeans verkauft, hat das Nachsehen.

NRW-Einzelhandel braucht einheitliche Corona-Regelung – 2G soll fallen

Bekleidungsgeschäfte und weitere von 2G gebeutelte Läden sollten Kunden wie bei DM, Rossmann oder der Mayerschen – so wie allen Supermärkten – wieder ohne Impfnachweis einlassen. Eine medizinische Maske muss aber weiterhin Pflicht bleiben, um die aktuell grassierende Corona-Variante Omikron zu bremsen (hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Sollte 2G fallen, könnte man über eine FFP2-Masken-Pflicht in Geschäften nachdenken. Diese schützt vor Corona deutlich besser, als eine einfache OP-Maske, die an Mund und Nase nicht so dicht abschließt.

2G im NRW-Einzelhandel abschaffen, FFP2-Masken-Pflicht einführen

Mit einer FFP2-Maske wären Kundinnen und Kunden, die sich in der Regel nicht lange in Geschäften aufhalten, ausreichend geschützt. Auch Verkäuferinnen und Verkäufer wären sicherer unterwegs. In Supermärkten funktioniert die Regel schließlich auch. Eine entsprechende Studie der TU Berlin untermauert das relativ niedrige Ansteckungsrisiko beim Shopping mit Maske.

Im NRW-Einzelhandel gilt 2G wegen Corona seit dem 4. Dezember – doch es gibt viele überraschende Ausnahmen.

Mit der 2G-Regelung hat NRW die Impfquote nicht sonderlich steigern können. Laut Statista hatte NRW am 4. Dezember, zum Start der 2G-Regel im Einzelhandel, 13,6 Millionen Erstimpfungen – am 3. Februar waren es gerade einmal 14,3 Millionen. Grundimmunisiert (zwei Impfungen) waren am 4. Dezember 12,1 Millionen NRWler, am 3. Februar 13 Millionen. Der Zuwachs ist überschaubar.

Handelsverband: Einzelhandel hat durch 2G Umsatzeinbußen von 30 Prozent

Indes hat 2G dem Nicht-Lebensmittel-Handel laut Handelsverband Deutschland (HDE) Umsatzrückgänge von bis zu 30 Prozent beschert.

„Bei solch hohen Werten kommt in vielen Fällen aber jede Hilfe zu spät“, verweist der HDE auf die oft schleppend gezahlten Hilfsgelder der öffentlichen Hand für wirtschaftlich abgestürzte Betriebe. Es wird also Zeit, dass NRW reagiert. Hinweis: Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autoren und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24

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