Kampf gegen das Coronavirus

NRW: Welche neuen Corona-Regeln jetzt vor Weihnachten gelten

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat neue Corona-Regeln für NRW verkündet.
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Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verkündet neue Corona-Regeln für NRW.

Bund und Länder haben sich auf schärfere Corona-Regeln geeinigt. Der Lockdown soll zudem verlängert werden. Diese Regelungen gelten künftig.

Düsseldorf – Um Weihnachten und Silvester 2020 noch halbwegs zu retten, haben Bund und Länder am Mittwoch (25. November) schärfere Corona-Regeln beschlossen. Weil die Zahl der Neuinfektionen durch den „Lockdown light“ von Anfang November nicht ausreichend gesenkt werden konnte, wird dieser verlängert bis Januar. Diese Regeln gelten in Deutschland und in NRW (alle News zum Coronavirus in NRW).

Corona-Regeln in NRW: Schärfere Maßnahmen vor Weihnachten, längerer Lockdown

Bereits vor den Beratungen von Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch hatten sich die Länder auf einige Maßnahmen geeinigt. Seit 14 Uhr berieten die Politiker dann in einer Videokonferenz über die weiteren Schritte in der Corona-Pandemie.

Armin Laschet äußerte sich am Mittwoch zur Corona-Lage in NRW.

Bereits zuvor sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), dass sich die Infektionszahlen zwar stabilisiert hätten, aber weiterhin viel zu hoch seien. Über Öffnungsschritte werde daher nicht nachgedacht – im Gegenteil. „Die Gefahr eines Rückfalls ist zu groß“, sagte Laschet.

Strengere Kontaktbeschränkung in NRW soll ab Dienstag (1. Dezember) greifen

Der neue Krisenplan sieht dabei einige weitergehende Änderungen ab Dienstag (1. Dezember) vor. So sollen etwa die Weihnachtsferien verlängert werden. Der 18. Dezember ist in diesem Jahr der letzte Schultag.

Eine einschneidende Änderung gibt es bei den Kontaktbeschränkungen. Es sollen sich privat nur noch maximal fünf Personen gleichzeitig treffen. Zudem gilt die Begrenzung von zwei Haushalten. Kinder bis 14 Jahren sind laut dpa davon ausgenommen.

Welche Corona-Regeln sollen an Weihnachten 2020 in NRW gelten?

Vom 23. Dezember bis zum 1. Januar sollen Treffen im sogenannten engsten Familien- oder Freundeskreis mit insgesamt bis zu zehn Personen möglich sein. Kinder bis 14 Jahre sind auch von dieser Regel ausgenommen. Das soll den Menschen zumindest ein halbwegs funktionierendes Weihnachtsfest ermöglichen.

„Weihnachten soll im engsten Kreis der Familie möglich sein“, sagte Armin Laschet (CDU) nach der knapp siebenstündigen Konferenz mit den anderen Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin.

Welche Corona-Regeln sollen an Silvester in NRW gelten?

An Silvester gelten zwar die gleichen Kontaktbeschränkungen, wie an Weihnachten. Dennoch soll auf große Zusammenkünfte und Partys verzichtet werden.

Ein unter anderem vom Oberbürgermeister in Dortmund gefordertes Verbot von Silvesterfeuerwerk haben Bund und Länder nicht beschlossen. Stattdessen sollen die Städte und Kommunen lokale Verbote auf belebten Straßen und Plätzen durchsetzen.

Das Ziel: Menschenansammlungen sollen vermieden werden. Ein allgemeines Verbot des Verkaufs von Feuerwerk soll es allerdings nicht geben.

Neuer Corona-Inzidenzwert in Städten und Landkreisen: Wann es weitere Einschränkungen gibt

Für eine lange Zeit galt die „Gefährdungsstufe 2“ ab einem Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen (in den letzten sieben Tagen auf 100.000 Einwohner) als Grenzwert für Einschränkungen. In Zukunft soll es weiter Verschärfungen nach eigenem Ermessen ab einem Inzidenzwert von 200 geben.

Zahlreiche Städte und Kommunen in NRW (alle Infos über Corona in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de) liegen weit über dem alten Inzidenzwert von 50. Einige Städte und Kreise in NRW wie Hagen, Recklinghausen, Herne, Düren, Duisburg oder Solingen liegen aktuell bei über 200.

„Es ist möglich, dass es regional zu weiteren Einschränkungen bei einer extremen Infektionslage kommen kann“, sagte Armin Laschet. Dies könne eine komplette Schließung des öffentlichen Lebens nach sich ziehen. Allerdings sei man trotz der zahlreichen Hotspots davon in NRW noch etwas entfernt, so der Ministerpräsident.

Neue Corona-Regeln zu Schule und Unterricht in NRW

Den Präsenzunterricht an den Schulen wollten die 16 Ministerpräsidenten um jeden Preis erhalten. Das gilt auch für NRW. „Der Küchentisch ist nicht der bessere Lernort“, sagte Laschet bereits am Mittwochmorgen im Landtag NRW. Dennoch gibt es eine wichtige Änderung.

Denn ab einem Inzidenzwert von 200 soll der sogenannte Wechsel-Unterricht (ab der 8. Klasse) erlaubt sein. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass einige Schüler der Klasse nach Hause geschickt wird und via Videokonferenz am Unterricht teilnimmt.

Corona-Regeln in NRW: Weitere Einschränkungen für den Einzelhandel

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, künftig nur noch einen Kunden pro 20 Quadratmeter zuzulassen. Diese Regelung soll aber erst ab einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern gelten. Darunter gilt weiter die alte Regelung von einem Kunden je 10 Quadratmetern.

Es könne, so Armin Laschet, bei einem hohen Infektionsgeschehen auch zu einer Maskenpflicht auf dem Parkplatz und vor dem Geschäft kommen.

Der Handelsverband Deutschland warnt vor erneuten Hamsterkäufen.

Der Handel befürchtet laut einem Bericht des Spiegel durch Verschärfungen der Regeln wieder Warteschlangen vor den Geschäften und erneute Hamsterkäufe. Stefan Genth, Hauptgeschäfstführer des Deutschen Handelsverbands, sagte demnach, es sei nicht im Sinne der Eindämmung der Pandemie, wenn Menschen draußen in der Kälte eng beieinander warten müssten, um ein Geschäft betreten zu dürfen.

Regeln in der Corona-Pandemie: Gastronomie bleibt weiter geschlossen

Die Gastronomie in Deutschland und NRW soll weiterhin geschlossen bleiben. Derzeit können sich die Unternehmen und Selbstständigen für die sogenannten Weihnachtshilfen zur Überbrückung anmelden.

Zusammen mit der Europäischen Union (EU) spricht sich die Bundesregierung für einen Stopp des Wintertourismus bis in den Januar aus. Außerdem soll eine Regelung durchgesetzt werden, die den Tourismus in beliebte Skigebiete bis zum 10. Januar 2021 verhindern soll.

Coronavirus: Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle weiter hoch

Die Ausgangslage in NRW ist dramatisch: Am Mittwoch (25. November) meldete das NRW-Gesundheitsministerium mehr als 4.100 Neuinfektionen. Allein am Dienstag starben 79 Menschen an Covid-19. In ganz Deutschland waren es rund 400 weitere Tote. Insgesamt haben sich in NRW bislang mehr als 240.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt.

In NRW liegen weiterhin alle Städte und Kreise zum Teil deutlich über einem Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an sieben Tagen. Erst wenn dieser Wert unterschritten wird, können die Maßnahmen langfristig gelockert werden. Dazu sollen die neuen Corona-Regeln jetzt maßgeblich beitragen.

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