Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie 

Warum die neuen Corona-Regeln für den Dezember nichts als Schall und Rauch sind 

Die neuen Corona-Regeln für Dezember stehen. Werden sie uns helfen? RUHR24-Redakteur Daniele Giustolisi meint: Vieles ist Schall und Rauch, wenn wir Eines nicht endlich verstehen.

Dortmund - Die neuen Corona-Regeln für Dezember (und darüber hinaus) stehen, aber verändern wird sich für uns erstmal - genau: nichts. Das Coronavirus ist noch da - die Frage ist nur, ob bei einigen Menschen inzwischen auch die Einsicht eingekehrt ist, dass es nicht nur die Politik ist, die handeln muss, sondern sie selbst. Ist das nicht der Fall, sind die neuen Beschlüsse nichts als Schall und Rauch.

Name des VirusCoronavirus / Sars-Cov-2
Name der ausgelösten KrankheitCovid-19
Symptome (häufig)trockener Husten, Fieber, Müdigkeit

Neue Corona-Regeln: Maßnahmen greifen - aber nur, wenn alle mitziehen

Klar, strengere Maßnahmen, wie etwa die Schließung der Gastronomie und der Freizeiteinrichtungen, haben gezeigt, dass die Kontakte dadurch verringert werden konnten. Die Bundesregierung spricht hier von einer Reduktion um 40 Prozent im Vergleich zur Zeit vor November.

Aber welchen Effekt haben geschlossene Restaurants, wenn sich Menschen zu Hause noch immer wie wild in Gruppen treffen, weil sie es in Restaurants nicht tun können. Oder wenn sie daheim gemütlich DVDs mit Freunden schauen, statt gemeinsam ins Kino zu gehen?

Neue Corona-Regeln: „Chaoten, das sind immer die Anderen“

Angela Merkel und Co. werden seit Monaten nicht müde, sich über „AHA“-Regeln den Mund fusselig zu reden. Und trotzdem hört man noch immer von Arbeitgebern, die von Homeoffice nichts halten - oder von Leuten, die sich weiterhin munter täglich mit anderen Freunden treffen, als wäre nichts passiert. Corona-Chaoten, das sind immer die Anderen.

Die Beschlüsse von Mittwoch sind auch deshalb Schall und Rauch, weil sie nichts bringen, wenn sich die Menschen nicht an die einfachsten Regeln halten.

Was bringt die Maskenpflicht an Schulen, wenn nach der Schule kein Abstand mehr gehalten wird? Was bringen vorzeitige Schulferien, wenn diese dazu genutzt werden, den Freundeskreis zu pflegen? Was bringt die Lockerung der Maßnahmen für Weihnachten, wenn wir uns vor den Feiertagen nicht zurückhalten (Stichwort: Vor-Quarantäne) und dann ganze Familienverbände infizieren?

Corona-Regeln: Nicht jedes mögliche Schlupfloch nutzen

Dass Bund und Länder neue Maßnahmen beschließen, gibt uns ein Gefühl von: „Da macht jemand was, die Politiker kümmern sich.“ Aber diese Maßnahmen haben auch nur eine Wirkung, wenn wir mitmachen - und nicht jedes Schlupfloch ausnutzen, das sich ergibt.

Die Corona-Warn-App taugt nur was, wenn viele sie herunterladen. Und sie ist auch nur wirkungsvoll, wenn diejenigen, die Corona haben, das Ergebnis in der App melden - und man sich nicht nur informieren lässt, wenn jemand anderes sich infiziert hat.

Die bittere Wahrheit in dieser Pandemie lautet: Es gibt keine einfachen Lösungen, nach dem Motto: „Wenn die Politik diese eine Maßnahme ergreift, ist alles vorbei“. Am ehesten wäre diese Lösung wohl der Komplettstillstand unserer Gesellschaft, ein Radikal-Lockdown. Aber das will hier weiß Gott niemand - und das ist auch gut so. Die erträglichste Lösung im Kampf gegen Corona besteht aus vielen, kleinen Bausteinen, die das Virus und diese Pandemie am Ende einigermaßen erträglich machen (Hier alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de lesen).

Zu viele Corona-Regeln: Überblick verloren?

Doch inzwischen scheint es schon fast so, als hätten die meisten Menschen den Überblick verloren, welche Bausteine das sind. Wie war das nochmal mit den Maximalkontakten? Und darf ich die auch in meiner Wohnung treffen oder nur außerhalb? Was sich am Ende jeder vor Augen führen sollte, ist aber viel offensichtlicher: Das wichtigste - und wohl einfachste - Mittel im Kampf gegen das Coronavirus ist unser eigenes Verhalten - und zwar so lange, bis ein Großteil der Bevölkerung geimpft wurde.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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