Regierungsparteien sind uneins

Corona: Lockerungen im Einzelhandel sorgen für Zoff in der NRW-Regierung

Kommen Corona-Lockerungen auf NRW zu oder nicht? Die Landesregierung ist sich uneins.

NRW – Der Ruf nach Corona-Lockerungen wird bundesweit immer lauter. Trotz steigender Corona-Zahlen in NRW, sind die Betten auf den Intensivstationen nicht so stark belegt, wie noch unter der Delta-Variante. Nachbarländer wie Dänemark oder Schweiz schaffen den Großteil der Corona-Regeln ab. Und in NRW*? Dort fordert man die Aufhebung der 2G-Plus-Regel, weiß RUHR24*.

BundeslandNRW
LandeshauptstadtDüsseldorf
Einwohnerzahl17,9 Millionen

Corona in NRW: Lockerungen als Diskussionsthema in der Regierung

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) gibt sich nach wie vor sehr vorsichtig: „Wir sollten uns vorbereiten, die Grundrechtseingriffe Stück für Stück zurückzunehmen, wenn der Scheitelpunkt, wenn der Höhepunkt dieser Welle erreicht ist, und wir sehen, dass das Gesundheitssystem sowohl in den Krankenhäusern stabil ist“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF.

Das sei aber derzeit noch nicht der Fall. Die Inzidenz steigt noch an. „Der Höhepunkt ist offensichtlich noch nicht erreicht.“ Die 7-Tage-Inzidenz in NRW liegt am Montag (7. Februar) bei 1444,3 – am Tag zuvor bei 1416,8. Binnen 24 Stunden kamen landesweit 25.431 neu bestätigte Corona-Fälle hinzu. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um acht auf nun 21.281.

Corona in NRW: CDU und FDP wollen beim Thema Lockerungen in verschiedene Richtungen

Während Wüst eine schnelle Rücknahme der Corona-Maßnahmen ausschließt, ist der Regierungspartner FDP in eine ganz andere Richtung unterwegs. FDP-Landtagsfraktionschef Christof Rasche forderte von Wüst bereits vor den nächsten Länder-Beratungen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am 16. Februar eine Abkehr von den strengen Schutzauflagen.

„Die Corona-Politik muss sich insbesondere an der Situation der Intensivstationen ausrichten, weg von der Inzidenz“, sagte Rasche der WAZ. Die Liberalen wollten die 2G-Regel im Handel abschaffen*. Das Ansteckungsrisiko im Bekleidungsgeschäft sei genauso gering wie im Supermarkt.

Corona in NRW: 2G-Plus und Co. – im Bundesland mache sich Testmüdigkeit breit

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sprach sich im Fernsehsender RTL/ntv dafür aus, den für Mitte Februar prognostizierten Höhepunkt der Omikron-Welle zunächst abzuwarten. Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp von der FDP forderte indes Lockerungen schon mit der zum 9. Februar anstehenden Aktualisierung der Corona-Schutzverordnung für NRW. 

Die 2G-Plus-Regel soll nach Ansicht von Experten fallen.

Derweilen steige laut einem Bericht der Rheinischen Post die Testmüdigkeit unter der Bevölkerung in NRW. Hausärzte beklagen, dass viele Kontaktpersonen von Infizierten, nicht in Quarantäne seien. Die sei aber laut den aktuellen Corona-Regeln* vorgeschrieben. Bislang sind nur geboosterte Kontaktpersonen von der Quarantäne-Pflicht befreit.

Corona in NRW: Wüst gibt Zeitplan für Öffnungen vor

Wann es letztendlich zu Lockerungen der Corona-Maßnahmen kommt, ist weiter unklar. Die Diskussionen dazu laufen. Ministerpräsident Wüst hatte jüngst einen groben Zeitplan für Lockerungen genannt*. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte Bild gegenüber, dass Lockerungen „deutlich vor Ostern“ kommen werden – Ostern ist Mitte April. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Annegret Hilse/dpa

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