Weg aus dem Lockdown

Corona-Öffnungen: Modell aus Tübingen könnte NRW aus dem Lockdown helfen

Mit einem Projekt in der Stadt Tübingen will das Bundesland Baden-Württemberg Öffnungen in der Corona-Pandemie möglich machen. NRW und Rest-Deutschland verfolgen es voller Hoffnungen.

Tübingen - Die Corona-Zahlen steigen aktuell in ganz Deutschland. Trotzdem ist man in Baden-Württemberg der Meinung, dass ein einfaches „weiter so“ in Sachen Lockdown die Disziplin der Menschen strapazieren würde. Das Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ in Tübingen soll Öffnungen ermöglichen. Doch wie soll das funktionieren? Und was macht NRW?

StadtTübingen
Oberbürgermeister Boris Palmer (Die Grünen)
Corona-Inzidenz 42,9 (Landkreis Tübingen)

Corona-Öffnungen: Tübingen geht mit innovativem Projekt voran - Vorbild für NRW?

Das Projekt heißt „Öffnen mit Sicherheit“ und findet in Zusammenarbeit mit dem Bundesland Baden-Württemberg und der Stadt Tübingen statt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Die Grünen) und Tübingens Bürgermeister Boris Palmer (Die Grünen) wollen damit untersuchen, wie Schnelltests Öffnungen sinnvoll begleiten können.

Am Dienstag (16. März) begann das Projekt. Man will in Tübingen Erfahrungen sammeln, ob durch den intensiven Einsatz von Schnelltests zusätzliche Öffnungsschritte ohne negativen Effekt auf die Neuinfektionen möglich sind. Öffnungen in der Corona-Krise würden vor allen Dingen Branchen wie der Einzelhandel oder das Hotel- und Gastronomiegewerbe, das in NRW klare Öffnungsforderungen an Ministerpräsident Armin Laschet gestellt hat, begrüßen.

Corona-Öffnungen in den Städten: Was es mit dem Projekt „Öffnen mit Sicherheit“ in Tübingen auf sich hat

So soll das Projekt „Öffnen mit Sicherheit“ in Tübingen funktionieren:

  • Menschen können sich in extra eingerichteten Testzentren auf das Coronavirus testen lassen und bekommen bei negativem Befund ein tagaktuelles Testzertifikat.
  • Dieses Testzertifikat ermöglicht sozusagen den Eintritt in Geschäfte und Co.
  • Der Einzelhandel hat genauso wie Friseure und körpernahe Dienstleistungen geöffnet.
  • Die Außengastronomie sowie Kulturbetriebe und Kinos haben unter Hygieneauflagen geöffnet.
  • Die Universität Tübingen begleitet das Projekt wissenschaftlich, um Handlungsempfehlungen für andere Regionen abzuleiten.

Für Einzelhändler in der Innenstadt ist ein Testzertifikat, wie es in einer Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg heißt, Bedingung. Der Eintritt in Gastronomie und Kulturbetriebe ist im ganzen Stadtgebiet ebenfalls nur mit dem Zertifikat möglich.

Das „Modellprojekt Tübingen“ soll Öffnungen in der Corona-Krise ermöglichen.

Das Deutsche Rote Kreuz Tübingen wird die Schnelltests besorgen. Man geht aktuell von 10.000 Tests pro Tag und 180.000 Tests, mit einer Ausdehnung auf 250.000 Tests, pro Woche aus. Der Bund wird das Ganze wohl finanzieren.

Schnelltests sind übrigens etwas anderes als Selbsttests, die es beim Discounter gibt - davor warnt aktuell Dr. Frank Renken vom Gesundheitsamt in Dortmund in NRW.

Corona-Öffnungen mit Testzertifikat: Tübingen könnte Modellprojekt für NRW und Rest-Deutschland werden

Positive Schnelltests sollen umgehend mit einem weiterführenden PCR-Test überprüft werden. Das Projekt ist am Dienstag (16. März) gestartet und läuft vorerst bis zum 4. April.

Und NRW? Bislang ist das Projekt lediglich im Bundesland Baden-Württemberg in der Stadt Tübingen lokalisiert. Am 22. März findet der nächste Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern statt. Gut möglich, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Erfahrungen mit seinen Amtskollegen wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) teilt. Eine Anfrage, ob ein ähnliches Projekt auch in NRW realisiert werden könnte, liegt der Staatskanzlei in Düsseldorf vor. Eine Antwort darauf wurde bis Redaktionsschluss noch nicht gegeben, wird aber hier ergänzt.

Rubriklistenbild: © Tom Weller, Sebastian Gollnow; dpa / Collage: RUHR24

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