Krisenstab tagt alle 48 Stunden

Stadt in NRW zieht Notbremse und plant kompletten Corona-Lockdown

Die Corona-Lage in Wuppertal (NRW) droht zu entgleiten. Der Krisenstab der Stadt will nun mit dem Land Schulen schließen und Öffnungen zurücknehmen.

Wuppertal (NRW) - Nach dem Theater rund um die Schließungen der Schulen in Dortmund, Duisburg und Düren, sieht sich nun mit Wuppertal die nächste Stadt in NRW gezwungen auf die eskalierende Corona-Lage zu reagieren. Das soll in Absprache mit der NRW-Landesregierung passieren.

StadtWuppertal
Corona-Inzidenz139,7 (Stand: Donnerstag, 18. März)
OberbürgermeisterUwe Schneidewind (Die Grünen)

NRW: Wuppertal will Schulen sofort schließen - auch das Thema Lockdown kursiert durch die Stadt

Wuppertal will sofort die Schulen bis nach den Osterferien schließen. Zudem will man alle Öffnungsanträge aus Wirtschaft, Kultur, Sport und sonstigen Bereichen ablehnen. Bis Mitte April hofft die Stadtverwaltung auf eine funktionierende Test- und Impfstrategie (mehr News zu Corona in NRW auf RUHR24.de).

Bereits am kommenden Freitag (19. März) tagt der Krisenstab der Stadt Wuppertal erneut. Bei sich einer weiter verschlechternden Corona-Lage wird gar eine Rückkehr in den kompletten Lockdown mit Rücknahme aller aktuell geltenden Lockerungen in Erwägung gezogen.

Aus Sicht von Oberbürgermeister Uwe Schneidewind (Die Grünen) sind Schulen, da es aktuell weder Sicherheit durch Schnelltests noch eine komplette Impfung der Lehrerschaft gibt, ein Infektionsbeschleuniger. Zudem müsse man den verlorenen Vertrauensverlust durch die Aussetzung der Impfungen von Astrazeneca und der kontrovers geführten Diskussion um die Schulschließungen wieder auffangen. Im TV verlor Moderatorin Sandra Maischberger wegen Armin Laschet (CDU) die Fassung - es ging um diverse Aussagen zum Thema Corona und Schule.

NRW: Wuppertals Oberbürgermeister bittet die Landesregierung, die Stadt zu unterstützen

„Daher bitten wir das Land hier um eine pragmatische und aus unserer Sicht sehr wirkungsvolle Unterstützung“, so Uwe Schneidewind.

Uwe Schneidewind (Die Grünen), Oberbürgermeister der NRW-Stadt Wuppertal, will die Schulen wieder schließen

Rücknahmen der aktuelen Lockerungen, wie beispielsweise im Handel, soll es vorerst nicht geben. Die Geschäfte sollen aus Sicht des Oberbürgermeisters nicht dafür bezahlen, dass die Impf- und Teststratege der Bundes- und Landesregierung ins Wanken gerate.

Weitere Lockerungsmaßnahmen, die aus Sicht des Krisenstabs der Stadt Wuppertal vor allem auf politischen Druck entstanden sind, werde es aktuell nicht geben. Man müsse, so Johannes Slawig, Krisenstabsleiter, gar mit dem Gedanken spielen, komplett in einen Lockdown zurück zu gehen.

NRW: Wuppertal zeigt auf das Corona-Problem - Mutante breitet sich unter Jüngeren aus

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Krisenstabsleiter Johannes Slawig sehen vor allen Dingen das Problem in und rund um die Schulen. Unter jüngeren Mitbürgern würde sich die Virus-Mutation besonders ausbreiten.

Zudem würde man aktuell in der Stadt und im Bereich der Schulen immer wieder Gruppen von Jugendlichen sehen. „Das ist ein weiteres schlagendes Argument für Distanzunterricht“, so Johannes Slawig.

Der Krisenstab der Stadt Wuppertal appelliert an die NRW-Landesregierung, den Distanzunterricht bis zu den Osterferien zuzustimmen oder gar die Ferien um eine Woche vorzuziehen. Eltern sollen, wenn möglich, Kita-Kinder zu Hause betreuen. Allerdings wolle man eine erneute Schließung der Kitas verhindern. Daher will man ausreichend Selbsttests zur Verfügung stellen.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa, Wolf Sondermann / Collage: RUHR24

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