Um Patienten zu schützen

Essen: Uni-Klinik überrascht mit neuer Regelung für Corona-Ungeimpfte

Forscher der Uniklinik Essen testen die Wirksamkeit der Corona-Impfung.
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An der Uniklinik Essen werden nur noch gegen Corona geimpfte Menschen eingestellt.

Sie wird aktuell heiß diskutiert: die Impfpflicht. Eine Klinik in Essen macht jetzt den ersten Schritt und stellt nur noch Personen ein, die gegen das Coronavirus geimpft sind.

Essen – Die Lage in NRW und dem Rest von Deutschland spitzt sich zu. Die Corona-Zahlen schießen in die Höhe und auch die freien Betten auf den Intensivstationen werden allmählich knapp. Das heizt auch die Debatte um den Umgang mit ungeimpften Menschen an: Ist es legitim, sie vom öffentlichen Leben auszuschließen? Eine Klinik in Essen will sie zumindest jetzt nicht mehr einstellen.

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Corona in NRW: Uniklinik in Essen stellt ab jetzt keine Personen mehr ein, die ungeimpft sind

2G oder 3G – das ist hier die Frage. Nicht nur im Freizeitbereich zerbrechen sich Verantwortliche darüber den Kopf, ob ein Corona-Test ausreicht, oder ob es nicht doch lieber eine Impfung oder eine Genesung sein sollte. So denkt auch Dortmunds Oberbürgermeister darüber nach, ob eine 2G-Regelung auf dem Weihnachtsmarkt nicht der bessere Weg sei.

Aber auch in der Arbeitswelt machen sich Vorgesetzte Gedanken darüber, wie es weiter gehen soll. Die Arbeitgeber der Uniklinik in Essen gehen jetzt einen drastischen Schritt: Sie stellen ab jetzt kein Personal mehr ein, wenn es nicht gegen das Coronavirus geimpft ist. Die WAZ berichtete zuerst darüber.

Arzt in NRW trägt „Ungeimpft“-Armbinde im Dienst und zeigt deutlich, was er von der Impf-Debatte hält

Der Grund für die Entscheidung: Man wolle alles daran setzen, zahlreiche schwerstkranke Patienten – die nicht an Covid-19 erkrankt sind – vor dem Virus zu schützen, erklärt der ärztliche Direktor Jochen Werner der Zeitung. So würden diverse Hygienemaßnahmen nun um die Impfung bei neu angestellten Mitarbeitern erweitert werden. Die neue Regel gilt für alle Bereiche, bestätigt ein Sprecher gegenüber der WAZ.

An einer anderen Klinik in Essen, dem St. Josef Krankenhaus in Kupferdreh, zeigte ein Arzt indes ziemlich deutlich, was er von den Debatten rund um die Impfung hält. Ein Mediziner erschien am Freitag (12. November) mit einer Armbinde zum Dienst, auf der in großen Buchstaben „Ungeimpft“ stand. Zudem gab es den Hinweis darauf, dass er regelmäßig einen negativen PCR-Test vorlegen müsste (mehr News aus dem Ruhrgebiet bei RUHR24).

Video: Corona-Impfung – worauf man danach achten sollte

Laut WAZ sei das eine Provokation und ein Protest gegen die Regelung und indirekt gegen seinen Arbeitgeber. „Wir bedauern den Vorfall sehr“, heißt es von einer Klinik-Sprecherin. Zwar würde die freie Meinungsäußerung respektiert werden, allerdings sei der Ort, seinen Protest zu äußern, nicht akzeptabel und wird von der Krankenhausleitung nicht toleriert.

Eine Impfpflicht gibt es an diesem Krankenhaus nicht, daher wären alle ungeimpften Mitarbeitenden dazu aufgerufen, sich regelmäßig auf das Coronavirus testen zu lassen (mehr News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24).