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Corona in NRW: Studierende senden Hilferuf – verzweifelte Lage wird ignoriert

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Studierende rufen durch eine neue Initiative erneut um Hilfe.

Mit der Initiative ,,Bündnis Solidarsemester‘‘ senden Studierende in NRW erneut einen Hilferuf.

NRW – Aktuell gibt es in Nordrhein-Westfalen rund 770.000 Studierende, die bereits das vierte Corona-Semester hinter sich gebracht haben. Mit steigender Semesterzahl in der Corona-Pandemie häufen sich auch die daraus resultierenden Probleme. Neben finanziellen Problemen wachse auch die psychische Belastung der Studierenden und der Schüler in NRW zunehmend, wie die Landesrektorenkonferenz mitteilt.

NRW: Studierende durch Corona in Not – ,,Wir werden nicht ernst genommen‘‘

Aus diesem Grund hätten sich nun Studierenden-Vertretungen und Hochschulgruppen zu einer bundesweiten Initiative zusammengeschlossen, dem ,,Bündnis Solidarsemester‘‘. Auch das Landes-Asten-Treffen (LAT) NRW als landesweite Studierenden-Vertretung gehöre dem neuen Bündnis an, wie die WAZ berichtet.

Der 23-jährige Student Tobias Zorn erzählt im Gespräch mit der WAZ von seiner aktuellen Lage. Sein Studium bewältige er seit nun schon vier Semestern aus seiner Einzimmerwohnung in Köln. Trotz des geplanten Präsenzsemesters 2021/2022 hieße es statt Vorlesungen, Videokonferenzen. Nicht erst seit gestern falle ihm daher die Decke regelrecht auf den Kopf. Hinzu kämen belastende Quarantänemaßnahmen und zu allem Überfluss die Sorge vor den Prüfungen. Doch finanzielle Probleme blieben ihm erspart, im Gegensatz zu vielen anderen (mehr News in NRW bei RUHR24).

,,Die verzweifelte Lage vieler Studierender wird seit Beginn der Pandemie nicht ernst genommen‘‘, so der 23-Jährige. Zu Hilferufen von Studierenden kommt es seit 2 Jahren immer wieder, doch mit zu wenig Erfolg, wie sich viele beklagen. Darum appelliere das neue Bündnis mit einem Forderungskatalog erneut an die Politik.

NRW: Studierende in Not fordern wegen Corona mehr Geld, Freiversuche und längere Fristen

Zu allem Überfluss sei im September 2021 die Überbrückungshilfe des Bundes ausgelaufen. Das Bündnis fordere daher an erster Stelle Finanzhilfen in Höhe des Bafög-Hochsatzes von, 861 Euro. Außerdem sei eine Neuregelung des Bafög notwendig, da nur noch elf Prozent der Studierenden dieses bezögen und es häufiger zu Studienabbrüchen durch finanzielle Probleme käme.

Weitere Forderungen seien zudem: Eine Verlängerung der Studienzeit um drei Semester und der Prüfungs- und Finanzierungsfristen für jedes Semester unter Pandemie-Bedingungen. Des Weiteren mehr Personal, Computer, mehr Hilfen für Gast-Studierende und Freiversuche für Prüfungen.

NRW: Studierende in Not – Institutionen stimmen zu

Rektoren der Landesrektorenkonferenz berichten der WAZ: „Mit einer gewissen Sorge blicken wir auf die deutlich gestiegene Nachfrage nach psychosozialen Beratungsangeboten“. Zudem sei die Regelstudienzeit um ein Semester verlängert worden.

Die NRW-Regierung stelle für den Ausbau der psychosozialen Unterstützung von Studierenden, für die Hochschulen 3,1 Millionen Euro zur Verfügung, so die WAZ. Mit der Initiative ,,E-Books.NRW‘‘ würden zudem weitere 40 Millionen Euro bereits gestellt, um E-Book Lizenzen zu finanzieren.