Yvonne Gebauer erläutert Pläne

NRW-Schulen starten nach Sommerferien mit neuer Corona-Regel

Impfungen, Tests, Quarantäne: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat die Corona-Pläne für die Zeit nach den Sommerferien erläutert.

Düsseldorf – Wenn die Schule in NRW am 18. August wieder startet, könnten die Corona-Zahlen im Land in vielen Städten die 50er-Inzidenz geknackt haben. Unter diesen verschärften Bedingungen drängen Tausende Schüler wieder in die Klassenräume. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat am Freitag (6. August) Pläne vorgestellt, wie der Betrieb sicher laufen soll.

7-Tage-Inzidenz in NRW30,2 (Stand 6. August)
Aktuell mit Corona infizierte9200
Bislang Genesene805.300

NRW: Corona-Regel an Schulen ändert sich nach den Sommerferien

Klar ist: Selbst wenn in NRW Corona-Impfungen für Kinder ab 12 Jahren inzwischen möglich sind (aber nicht von der Stiko empfohlen werden), ist die Spritze keine Pflicht für den Präsenzunterricht.

Dennoch soll es für Geimpfte im neuen Schuljahr Privilegien geben. Wer vollständig geimpft oder genesen und geimpft ist, muss sich im neuen Schuljahr nicht mehr auf das Coronavirus testen lassen (hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

NRW: Schüler und Lehrer ohne Corona-Impfung müssen sich testen lassen

Nicht-Geimpfte müssen sich weiterhin zweimal pro Woche in die Nase bohren lassen. Für die Grund- und Förderschüler hält das Land an Lolli-Schnelltests fest, in den weiterführenden Schulen an Selbsttests.

Dass sich Geimpfte nicht mehr testen lassen müssen, ist nicht ganz ungefährlich. Auch sie können sich mit dem Coronavirus anstecken und dieses weitergeben – erst Recht kann das mit der hochansteckenden Delta-Variante passieren, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt.

NRW orientiert sich an Corona-Hygieneregeln der Stiko

Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) auch nach Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Alltagsmasken – auch für Geimpfte, Hygieneregeln, Abstandhalten, Lüften) weiterhin einzuhalten. Das soll so auch weiterhin an den NRW-Schulen praktiziert werden.

Ändern soll sich nach Wünschen Yvonne Gebauers nicht nur die Test-Strategie, sondern auch die aktuelle Quarantäne-Praxis an den Schulen. Sie solle „sorgfältig“ und „angemessen“ sein. Entscheiden müsse am Ende aber das örtliche Gesundheitsamt. Gebauers Minister-Kollege Joachim Stamp (FDP), seines Zeichens für Kitas in NRW zuständig, fordert etwa, nicht ganze Klassen oder Kita-Gruppen in Quarantäne zu schicken, sondern nur infizierte Kinder.

NRW-Schulen bekommen 90 Millionen Euro für Corona-Luftfilter

Bewegung gibt es indes beim Thema Lüften: Nochmal 90 Millionen Euro stellen das Land NRW und der Bund im neuen Schuljahr für den Kauf von Luftfiltern zur Verfügung. Im vergangenen Jahr waren es bereits 50 Millionen Euro. Allerdings profitieren davon nur Schulen mit Klassenräumen, die sich nicht richtig belüften lassen. Städte wie Dortmund zeigen sich gegenüber den Luftfiltern allerdings skeptisch, fürchten den psychologischen Effekt der falschen Sicherheit.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer und Familienminister Joachim Stamp sind mit den aktuellen Quarantäne-Regelungen an Schulen und Kitas in NRW nicht zufrieden.

Inhaltlich startet das Schuljahr in NRW eher entspannt. Bis zu den Herbstferien am 11. Oktober sollen Tests und Klausuren nicht im Mittelpunkt stehen. In den ersten Wochen sei die „Diagnose von Lernständen“ zentral. Nach der Bestandsaufnahme solle sich dann der Unterricht nach etwaigen Lerndefiziten ausrichten.

GEW fordert von NRW-Schulministerium mehr Anstrengungen bei Impfungen gegen Corona

Die Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW) fordert indes mehr Anstrengungen bei den Impfungen. Niedrigschwellige Impfangebote vor Ort für all diejenigen, für die die Impfstoffe freigegeben sind, seien nötig. „Das meint auch mobile Impfteams, nicht nur an Berufskollegs“, so die GEW.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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