Landesregierung entscheidet

Aus für Corona-Konzept „Click and Meet“ in NRW: Bald gibt es neue Shopping-Regeln

„Click and Meet“ ist in NRW schon wieder Vergangenheit. Wegen der Corona-Lage zieht die Landesregierung die Notbremse. Wir erklären, was sich dadurch ändert.

Dortmund - Shopping per Termin, erst „klicken“, dann „meeten“ – die Corona-Lage lässt das nicht mehr zu, findet die NRW-Landesregierung. „Click and Meet“ wird ab Montag (29. März) deshalb wieder zu „Click and Collect“. Und es gibt weitere Änderungen in der Coronaschutzverordnung, die das Shoppen betreffen.

Corona-Inzidenz in NRW111,2 (Stand 24. März)
Aktuell infizierte Personen37.700
Neu gemeldete Fälle3045

Corona-Lage in NRW: Aus „Click and Meet“ wird „Click and Collect“

Wer ab Montag (29. März) in Geschäften einkaufen will, kann das nur noch an der Ladentür. Und das auch nur nach vorheriger Bestellung einer Ware. Also erst klicken, und dann „collecten“ (dt. einsammeln). Die Regelung gilt nur für Geschäfte, die für das tägliche Leben nicht essenziell sind. Unter anderem Supermärkte, Drogerien, Apotheken oder Tankstellen sind davon unberührt.

Der Grund für den Salto rückwärts liegt an den aktuellen Inzidenz-Werten in NRW. Das Bundesland hat seit dem 18. März eine 7-Tages-Inzidenz von 100 täglich überschritten. Ist das dreimal in Folge der Fall, muss das Land die sogenannten „inzidenzabhängigen Öffnungsschritte“ wieder zurücknehmen.

„Click and Collect“: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bedauert Corona-Konzept für Einzelhandel

„Das ist besonders bitter für den Einzelhandel“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kurz nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag (22. März). Die Landesregierung wisse, was man den vielen kleinen Einzelhändlern damit zumute.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hält die Corona-Notbremse derzeit für angemessen.

Laschet verwies jedoch auf Verabredungen, die die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin beim Corona-Gipfel im Januar getroffen hätten. „Jetzt ist der Moment der Notbremse eingetreten und NRW wird diese Notbremse eins zu eins umsetzen“, so Laschet. Die Neuregelungen für den Handel sollen ab dem 29. März gelten. Bis dahin bleibe die bisherige Coronaschutzverordnung gültig, sagte Laschet. „Click and Meet“ ist demnach noch bis Sonntagabend, 28. März, möglich.

„Click and Collect“ statt „Click and Meet“ - NRW macht Rückschritt in Sachen Corona

Und so funktioniert das „neue, alte“ Modell „Click and Collect“:

  • Gewünschte Ware im Online-Shop des jeweiligen Geschäfts aussuchen und vorbestellen,
  • Zeitfenster für Abholung vereinbaren,
  • Ware an der Ladentür des Geschäfts abholen.

Schon jetzt steht fest: Sollte es ein Zurück zur Terminregelung „Click and Meet“ geben, gelten diese Beschränkungen künftig auch für Buchhandlungen, Schreibwarengeschäfte und Gartenmärkte. Für diese waren Termine wie bei „Click and Meet“ nicht verpflichtend.

Das Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Münster hatte diese Ausnahmeregelung am Montag (22. März) kassiert, woraufhin die NRW-Landesregierung die Regelung auf alle Geschäfte ausweitete. (Hier weitere Corona-News aus NRW auf RUHR24.de lesen).

Handelsverband in NRW kritisiert Corona-Maßnahme und „Click and Collect“

Der Handelsverband NRW kritisiert indes die Maßnahme und verweist auf Studien des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Technischen Universität Berlin, die den Einzelhandel nicht als Treiber der Pandemie sehen. Der Verband spricht sich für eine Abkehr vom ausschließlichen Blick auf Inzidenzwerte aus und warnt vor einer Welle von Geschäftsschließungen. Gleichzeitig fordern die Einzelhändler in NRW schnellere und höhere Hilfsgelder.

Rubriklistenbild: © Anik Hinz/RUHR24

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