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Zoff um Corona-Impfungen im Kreis Recklinghausen: Feuerwehr erhebt schwere Vorwürfe

Im Kreis Recklinghausen (NRW) gibt es Zoff um die Corona-Impfungen. Ein Mitarbeiter der Feuerwehr hat schwere Vorwürfe gegen Kreis und Landrat erhoben.

Recklinghausen - Landrat Bodo Klimpel (CDU) habe die Corona-Impfungen der Mitarbeiter der Kreisleitstelle der Feuerwehr im Kreis Recklinghausen (NRW) verhindert. Mit diesem Vorwurf müssen sich Kreisverwaltung und Landrat aktuell auseinandersetzen. Doch das ist nicht alles.

KreisKreis Recklinghausen
LandratBodo Klimpel (CDU)
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NRW: Zoff im Kreis Recklinghausen zwischen Feuerwehr-Leitstelle und Kreisverwaltung

Ein Mitarbeiter der Kreisleitstelle der Feuerwehr im Kreis Recklinghausen äußerte sich am Freitag (13. März) gegenüber der Münsterland-Zeitung (Bezahlinhalt). Zunächst haben er und seine Kollegen das Gefühl gehabt, dass man sie in Düsseldorf auf der Prioritätenliste einfach vergessen habe. Denn die Mitarbeiter, die für die Notrufannahme zuständig sind, stehen noch gar nicht auf der Liste.

Doch wie durch einen glücklichen Zufall seien in der vergangenen Woche ein paar Impfdosen im Impfzentrum in Recklinghausen (NRW) übrig geblieben. Die Mitarbeiter der Leitstelle hätten also geimpft werden können. Doch Landrat Bodo Klimpel hätte dies angeblich untersagt. Stattdessen seien die Impfdosen nicht genutzt, sondern vernichtet worden (alle News zu Corona in NRW auf RUHR24.de).

Dabei sei die Leitstelle des Kreises Recklinghausen in der jüngsten Vergangenheit aufgrund mehrerer Corona-Infektionen arg dezimiert gewesen. Teilweise, heißt es, habe man in den Schichten nur noch zu dritt gearbeitet. Es seien bis zu 16 Kollegen gleichzeitig erkrankt gewesen. Dies sei an der Grenze des gesetzlich erlaubten gewesen.

NRW: Mitarbeiter der Feuerwehr hätten im Impfzentrum Recklinghausen geimpft werden können

Aus der Sicht des Mitarbeiters der Kreisleitstelle Recklinghausen sei das reine Bürokratie. Der Frust bei den Kollegen sei aufgrund des Vorfalls groß.

Die Reaktion des Kreises Recklinghausen auf die in der Münsterland Zeitung erhobenen Vorwürfe folgte. Die Darstellung würde nicht der Wahrheit entsprechen. Denn: Leitstellenmitarbeiter sind – wie alle Beschäftigten der Feuerwehr, die keinen unmittelbaren Bürgerkontakt haben – in der dritten Gruppe „Erhöhte Priorität“ vorgesehen.

Das heißt, dass die Mitarbeiter schlicht und einfach noch nicht dran sind mit der Corona-Impfung, die bald auch beim Hausarzt möglich sind. Landrat Bodo Klimpel habe die Impfung nicht verhindert. Man habe sich, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises Recklinghausen, sich lediglich an Recht und Gesetz gehalten.

NRW: Landrat Bodo Klimpel weist Vorwürfe der Feuerwehr Recklinghausen zurück

Der Vorwurf, dass die Impfdosen vernichtet worden seien, würde ebenfalls nicht stimmen. „Das ist nicht der Fall“, sagt Landrat Bodo Klimpel. Restdosen würden für Impfberechtigte reserviert werden, die kurzfristig noch informiert werden würden. Und das sei auch an diesem Tag passiert, wie das Impfzentrum Recklinghausen gegenüber der Kreisverwaltung bestätigt haben soll.

Landrat Bodo Klimpel stellt klar, dass er den Wunsch nach einer zeitnahen Impfung verstehen könne. Sicherlich würde eine Leitstelle zu den Institutionen gehören, auf die Bürger angewiesen sind. Doch eine Kreisverwaltung würde die Reihenfolge nicht entscheiden.

Rubriklistenbild: © Dennis Liedschulte; RUHR24, CDU Kreis Recklinghausen / Collage: RUHR24