Regelung beim Fastenbrechen

NRW: Keine Corona-Ausgangssperre im Ramadan – Aufregung ist unangebracht

Der Ramadan hat begonnen, Muslime in NRW begehen ihn zum zweiten Mal unter Corona-Bedingungen. Ausgangssperren gelten aber nicht – was alles andere als eine Sonderbehandlung ist.

Dortmund – Der Fastenmonat Ramadan hat am Dienstag (13. April) begonnen. Für die meisten der circa eine Million Muslime in NRW heißt das: am Tag fasten, in der Nacht Fastenbrechen. Erschwert wird der Monat der Abstinenz durch die Corona-Pandemie*, die Treffen in großer Runde verbietet. Aber: Ausgangssperren gelten für den Gang zur Moschee nicht. RUHR24* erklärt, wie es dazu kommt.

AnlassRamadan 2021 in NRW
BeginnDienstag (13. April)
EndeMittwoch (12. Mai)

Ramadan 2021 in NRW: Ausgangssperre gilt trotz Corona nicht für den Gang zur Moschee

Festgeschrieben ist die Ausnahmeregelung in der aktuellen Coronaschutzverordnung des Landes NRW – konkret im Paragrafen 1, Absatz 3. Dort ist geregelt, wie Kirchen und Religionsgemeinschaften sich in Zeiten der Pandemie zu verhalten haben. Eine Sonderregelung für Muslime ist das aber nicht. Der Paragraf gilt eben für alle Religionen in NRW. Böse Kommentare nach dem Motto „Die Muslime bekommen wieder eine Sonderbehandlung“ sind also unzutreffend.

Massen-Veranstaltungen – wie im Ramadan auch in NRW* teils üblich – sind durch diese vom Grundrecht der freien Religionsausübung gedeckten Ausnahmeregelung aber trotzdem nicht erlaubt. So müssen Veranstaltungen grundsätzlich mit den lokalen Behörden in NRW abgestimmt werden. Ferner gelten für den Gang zur Moschee wie auch zu Kirchen anderer Religionen laut Coronaschutzverordnung folgende Gebote:

  • Einhaltung der Mindestabstände,
  • Begrenzung der Teilnehmerzahl für religiöse Veranstaltungen,
  • Tragen einer medizinischen Maske auch am Sitzplatz,
  • Erfassung der Kontaktdaten der Teilnehmer,
  • Verzicht auf Gemeindegesang.

Mit denselben Regeln mussten sich auch die christlichen Religionsgemeinschaften in NRW zum zweiten Mal in Folge in der Corona-Pandemie auseinandersetzen – also auch an Ostern 2021. Einen grundsätzlichen Verzicht auf Präsenzveranstaltungen in Kirchen lehnten sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche auch in 2021 ab.

Corona-Maßnahmen im Ramadan: Ditib will Predigten auch online anbieten

Einer der größten muslimischen Dachverbände in Deutschland, die Ditib, hat vor Beginn des Ramadans besondere Corona-Maßnahmen angekündigt. So sollen die sogenannten Tarawih-Gebete während des Ramadans reduziert und Predigten auch online angeboten werden. Zudem fordern die meisten Moscheen in NRW ihre Mitglieder dazu auf, eigene Gebetsteppiche mitzubringen.

„Wir machen neben unseren Moscheen nun unsere Wohnungen zu den Orten der Anbetung Gottes, zu Orten des Lernens und zu Orten der Begegnung mit dem Schöpfer allen Seins“, verspricht Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland in einer Mitteiling (hier weitere Corona-News aus NRW* bei RUHR24 lesen).

Fastenbrechen im Ramadan: Große „Iftaressen“ sollen auch in NRW ausbleiben

Laut Koordinationsrat der Muslime (KRM) sollen zudem die gemeinschaftlichen „Iftaressen“, also das Fastenbrechen mit Nachbarn und Personen der Stadtgesellschaft, auch in diesem Jahr ausbleiben. Bereits 2020 waren diese Treffen in NRW im großen Rahmen ausgefallen.

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal hofft, dass der Ramadan 2021 der letzte mit Corona ist.

Städte in NRW appellieren an die islamischen Gemeinden indes zur Einhaltung der Corona-Regeln. Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal* (SPD) hofft, dass es dann der „letzte Ramadan mit Corona ist.“ *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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