Neue Corona-Infektionen

Rasanter Anstieg von Coronavirus-Neuinfektionen in NRW - RKI ist beunruhigt

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigen im Ruhrgebiet und dem Rest von NRW rasant an. Das Robert-Koch-Institut ist deshalb beunruhigt.

  • In NRW und im Ruhrgebiet steigen die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus
  • Das Robert-Koch-Institut bezeichnet den Anstieg der Fälle von Covid-19 als "besorgniserregend". 
  • Es gibt laut RKI einige Gründe für den rasanten Anstieg

NRW - Am Freitagnachmittag (24. Juli) irritierten zwei Trends beim Sozialen Medium Twitter die User. Die Wörter "Lockdown" und "Neuinfektionen" waren - zumindest digital - in aller Munde. Doch was steckt dahinter und wie sieht es mit dem Coronavirus in NRW (alle Infos im Live-Ticker) und im Ruhrgebiet aus?

Bundesland

Nordrhein-Westfalen (NRW)

Hauptstadt

Düsseldorf

Coronavirus-Fälle

46.956 (24. Juli) 

Coronavirus: Rasanter Anstieg der Neuinfektionen in NRW und im Ruhrgebiet 

Alltag im Sommer? Von wegen. Die Meldungen rund um Neuinfektionen mit dem Coronavirus reißen im Juli nicht ab. Natürlich ist es noch nicht wieder zu vergleichen mit der Hochphase im März und April, als eine Schreckensmeldung nach der anderen kursierte. 

Aber das Robert-Koch-Institut meldet am Freitag (24. Juli), dass es zu insgesamt 815 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag mit Covid-19 in Deutschland gekommen ist. Der höchste Anstieg seit Mai. Auch in NRW und im Ruhrgebiet (alle Artikel im Ressort bei RUHR24.de) gibt es zahlreiche Fälle. 

Coronavirus: 341 Covid-19-Fälle in NRW - Anstieg der Neuinfektionen 

In NRW ist es zu 341 Neuinfektionen mit Covid-19 im Vergleich zum Vortag gekommen. Höher waren die Werte zuletzt am 27. Juni, als NRW 421 Neuinfektionen meldete. 

Mit der aktuellen Zahl der Corona-Neuinfektionen ist das bevölkerungsreichste Bundesland NRW in der Hinsicht Spitzenreiter. Bayern (63), Hessen (57) und Niedersachsen (23) folgen. 

Mit 46.956 Corona-Fällen insgesamt seit Beginn der Pandemie liegt Nordrhein-Westfalen hinter Bayern (50.112) auf dem zweiten Platz. 

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI).

In Gütersloh in NRW ist es in dieser Woche bei der Schlachterei Tönnies zu weiteren Corona-Fällen gekommen. Seit einer Woche darf wieder gearbeitet werden. 30 Personen sind jetzt positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben des Kreises Gütersloh handele es sich allerdings nicht um einen neuen Ausbruch, sondern um sogenannte "Altfälle". 

Bochum im Ruhrgebiet meldet rasanten Anstieg an Covid-19-Neuinfektionen 

In Bochum im Ruhrgebiet ist am vergangenen Montag (20. Juli) ein Covid-19-Ausbruch im Augusta-Krankenhaus, mitten in der City, bekannt geworden. 13 Menschen seien nach Informationen der Stadt positiv getestet worden. 

Am Mittwoch und Donnerstag hat das Gesundheitsamt der Stadt Bochum weitere Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 83 Personen hätten sich in der vergangenen Woche neu infiziert. 

Die Neuerkrankungsrate ist am Freitag (24. Juli) auf den Wert 18,5 geklettert - bei 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner gibt es bekanntlich neue Einschränkungen. 

Todesfall in Essen - ohne Vorerkrankungen am Coronavirus verstorben

Auch in Essen ist es in der vergangenen Woche zu einem größeren Anstieg an Coronavirus-Neuinfektionen gekommen, wie die Stadt meldet. Es sei zu insgesamt 55 Neuinfektionen innerhalb einer Woche (17. bis 23. Juli) gekommen. Die Zahl der Erkrankten sei von 44 auf 99 gestiegen. 

Zudem meldet die Stadt Essen einen weiteren Todesfall. Ein 53-jähriger Mann ist am Donnerstag (23. Juli) am Coronavirus verstorben. Er habe keinerlei Vorerkrankungen gehabt. Damit ist die Zahl der an oder in Verbindung mit einer Corona-Infektion verstorben Essener auf 42 gestiegen.

Dortmund hat zwei Coronavirus-Hotspots in der Stadt 

Sowohl in Bochum als auch in Essen gibt es nach Informationen der Städte keinen eindeutigen Hotspot. Auch in Dortmund hat es in der vergangenen Woche um die 60 Neuinfektionen gegeben. 

In Dortmund gebe es zwei Stadtteile, die als Coronavirus-Hotspot gelten würden. Allerdings sei die Situation laut Angaben der Stadt aktuell noch nicht problematisch.

Coronavirus in Deutschland - der eindeutige Covid-19-Hotspot fehlt 

Laut RKI gebe es eine interessante Beobachtung. Zwar würde sich das Coronavirus im Vergleich zum Juni wieder mehr ausbreiten. Einen eindeutigen Hotspot gibt es aber weder in NRW noch in ganz Deutschland. 

In NRW gehören die Städte im Ruhrgebiet - Duisburg, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr, Essen, Bochum und Hagen - sowie die Kreise im Rheinland - Mettmann und Solingen - zu den Gebieten, in denen es die meisten Neuinfektionen gibt. 

Noch ist der Lockdown nicht in Sicht - doch das RKI ist besorgt 

Mülheim an der Ruhr hat am Freitag (24. Juli) mit 18,74 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen den höchsten Wert in NRW. Man ist damit noch weit von einem Lockdown entfernt. 

Doch das RKI zeigt sich alarmiert. Die Zahl von 815 Neuinfektionen in Deutschland sei besorgniserregend. 60 Prozent der Neuinfektionen seien auf Baden-Württemberg und NRW zurückzuführen. 

RKI nennt Gründe für den Anstieg der Neuinfektionen am Coronavirus 

Das RKI sieht vor allen Dingen Feiern im Familien- und Freundeskreis, Freizeitaktivitäten in der Gemeinschaft und die erste Welle der Reiserückkehrer, die, falls sie aus Risikogebieten kommen, bald am Flughafen direkt auf das Coronavirus getestet werden sollen, als Grund für die Neuinfektionen mit Covid-19.

"Diese Entwicklung ist sehr beunruhigend und wird vom RKI weiter sehr genau beobachtet. Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden", heißt es vonseiten des Robert-Koch-Instituts am Freitag (24. Juli) 

Rubriklistenbild: © Fabrizio Bensch/dpa